Donnerstag, 29. Dezember 2016

Professionelle Irrefuehrung

Quelle

Japan ist seit Jahrzehnten der Paradefall fuer die Probleme der vorherrschenden Wirtschaftsweise. Und ein Beispiel dafuer, wer seit Jahrzehnten unfaehig und / oder unwillens ist, diese Probleme zutreffend zu analysieren. Seit Jahrzehnten wird die Oeffentlichkeit in einer sinnlosen Diskussion ueber Sparen oder mehr Schulden machen fixiert. Dabei ist klar, dass die Kreation von Geld duch Banken im Zuge der Kreditvergabe die Guthaben- und Schuldenbestaende immer in gleichem Mass erhoeht. Bankbilanzen sind immer per Definition ausgeglichen. Diese Diskussion ist also vollkommen absurd. Schuldenabbau heisst Geldvernichtung=Bankbilanzen verkuerzen sich. Also nicht nur die Schulden wuerden abgebaut sondern auch die Guthaben. Der Fall Japan zeigt aber auf, das eine Stagnation ab einem gewissen Punkt nur durch endloses Anwachsen der Bankbilanzen=der Geldmenge=der Schuldenstaende erreicht werden kann. In Japan ist es zum einen das Ausland, vor allem die USA, die per Schuldenaufnahme die Exportueberschuesse Japans finanzieren, zum anderen der japanische Staat, der stellvertretend fuer die Schwaechsten durch endlose Schuldenaufnahme seinerseits eskalierende Sozialetats und ein Stimulusprogramm nach dem anderen finanziert.
Nur dadurch ist in diesem Setup bisher ein wirtschaftlicher Zusammenbruch aufzuhalten. Und das ist seit Jahrzehnten im Fall Japans mehr als offensichtlich. Trotzdem gelingt es keinem sog. Wirtschaftswissenschaftler diese Zusammenhaenge zu erkennen und zu erklaeren, geschweige denn einer Loesung zu zufuehren. Denn unter der Stagnation, die ja nicht unbedingt schlecht sein muss, da sie ja auf einem sehr hohen wirtschaftlichen Entwicklungsniveau stattfindet, schwelen massive Probleme, ausgeloest durch das stetig fortschreitende Fettaugensyndrom. Da ist zum einen die Erstarrung wirtschaftlicher Entwicklung und Innovation zu nennen, die dringend noetigen Anpassungsinnovationen im Wege steht. Das japanische Energieversorgungskonzept ist da das herausragende Beispiel. Gleichzeitig nehmen die sozialen Spanungen zwischen immer reicher werdenden Reichen und immer mehr werdenden Abgehaengten staendig zu, zwar gemildert durch die staatlichen Sozialetats, aber eben nicht in einer Weise geloest, die fuer die am haertesten Betroffenen als ertraeglich zu bezeichnen waere. Das zeitigt auch in Japan Konsequenzen in der politischen Orientierung der Menschen und gibt auch dort sog. Populisten, also denjenigen, die die Sorgen von Mehrheiten aufgreifen, um ueber Wahlen politische Macht zu erlangen, Auftrieb. Erschreckend dabei ist, wie auch in Japan, wo eine Kultur des Strebens nach Harmonie traditionell tief verwurzelt ist, alte Feindbilder, aehnlich wie in Europa, erfolgreich reaktiviert werden.
In der Konsequenz ergibt sich das auch in Japan der Oeffentlichkeit durch seine Fuehrungsmannschaft die klare Sicht auf die Dinge verstellt wird. Irrefuehrung nennt man soetwas bei uns. Jahrzehntelang in im Kreis verlaufenden Diskussionen ueber Tautologien fixieren. Immer wieder den gleichen Nebel durch den oeffentlichen Raum faechern. Per Professur dumm halten. Gegenaufklaerung, Restauration und Refeudalisierung.
Dabei ist ein wesentliches Element der tieferen Ursachen in einem Satz erklaert. Der Geldkreislauf und damit der Wirtschaftskreislauf sind keine Kreislaeufe sondern eine Anordnung die hierarchische Strukturen entstehen laesst, in deren Spitze ein Geldmonopol absolute Preis- und Lohnsetzungsmacht (Soll- und Habenzinsen) hat und damit den eigenen Gewinn frei und willkuerlich bestimmen kann. Unter diesem Monopol ordnet sich ein immer enger werdendes Oligopol von Geschaeftsbanken an, was mit den Zentralbanken in der Spitze ein Kartell bildet. Und dieses Kartell ist der Kristallisationspunkt fuer den ganzen “Rest” der hierarchischen Struktur. Es folgen realwirtschaftliche Grosskonzerne mit inzwischen nahezu absoluter Preis- und Lohnsetzungsmacht gefolgt von Zulieferern und Dienstleistern bis zu den Kleinstbetrieben in denen die Mehrzahl der Beschaeftigten ihr Auskommen suchen. Das Ganze ist also etwas, was fuer (natur)wissenschaflich Gebildete ausgesprochen deutliche Merkmale eines gleichgewichtsfernen Systems hat (was der Grund dafuer ist warum eine von Banken gekaufte und mit gefaelschten Nobel Preisen dekorierte sog. Wirtschaftswissenschaft, die vorwiegend mit Gleichgewichtstheorien operiert, erfolgreich massenhaft irrefuehrende Erklaerung abliefert und selbst einen seit Jahrzehnten bestehenden Paradefall wie Japan im Bewusstsein der Oeffentlichkeit ausblenden oder bis zum totalen Unverstaendnis verdrehen kann ;-).
Wie perfide dabei vorgegangen wird und die Dinge dabei verdreht werden, zeigt dieses Beispiel eines Oberbanksters:
http://georgtsapereaude.blogspot.com/2016/03/mervyn-king-explains-banking-and-its.html
Es kann sich fuer den einen oder anderen lohnen den am Ende des Artikels gesetzten Links zu folgen.

Sapere Aude!

Dienstag, 27. Dezember 2016

HM Lord and King of Stupidity speaks up

EU facing two major problems – and has answers to neither of them, says former Bank governor 

 Lord King said that the single currency project was flawed from the start, and that it would probably have been better to create two monetary unions for “premier league” and “second division” economies. But he said it was too late to move to this model now.


Well my dear L&KoS. As you should know, there is a business out there, that makes money out of the creation of economic disequilibrium. This business is called banking. And as things become obvious in a crisis you are trying to hide this behind questionable arguments regarding the single currency of the European Union. Every Country with a single currency and a banking system like yours and ours has this problem. It is scale invariant. In the EU it becomes obvious on the level of Nations, inside economies you see it on the level of firms and individuals. So your "solution" is no solutaion as long as not everyone has its own currency.

So, Banking as is, is flawed from the the start. And you know it, as every bankster knows it and you are just trying to save your ass with smoke and mirror arguments.
By the way there is a reason why we abandoned Lords and aristrocaty in Europe with 1789 and since Britain never did it, Brexit is absolutly the right move. British leadership team absolut incompatible with modern thinking.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Sonntag, 25. Dezember 2016

Die groessten Deppen unter Gottes Sonne













Quelle


"Der Median ist der Punkt, wo 50% der Nettovermögen darunter oder darüber liegen, nicht zu verwechseln mit einem Durchschnitt.
Nur 60’800 Euro betrug 2014 das mediane Nettovermögen der privaten Haushalte in Deutschland, aber 214’300 Euro das durchschnittliche Nettovermögen, was auf eine sehr ungleiche Verteilung hinweist. Die obersten 10% der Haushalte besitzen 59,8% des Nettovermögens und die untersten 50% nur skandalöse 2,5% der Vermögen. Die untersten 20% der privaten Haushalte haben gar kein Vermögen, sondern im Durchschnitt -5’900 Euro Nettoschulden.
Weiterhin unglaublich, das eine Wirtschafts- und Finanzpolitik, welche Millionen deutschen Arbeitnehmern und Rentnern ihren fairen Anteil an der Leistungskraft der Volkswirtschaft vorenthält, von der Masse bei Wahlen legitimiert wird."

Siehe auch hier.

Mir fiel dazu nur ein:

"Mit einer Belegschaft von etwa 30 – 40 Millionen erarbeitet man so einen Ueberschuss den selbst der Exportweltmeister China mit einer Belegschaft von an die 900 Millionen nicht erreicht.
http://de.reuters.com/article/deutschland-export-berschuss-ifo-idDEKCN11C18T
Dieser wirtschaftliche und politische Wahnsinn, der geltende Gesetze bricht (Stabilitaetsgesetz) gehoert den Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft jeden Morgen zum Fruehstueck solange um die Ohren geschlagen, bis sie im Chor lauthals die Wahrheit, die neue alte deutsche Hymmne, singen:

                            “Wir sind die groessten Deppen unter Gottes Sonne.”



Sapere aude!

Georg Trappe

P.S.: Und selbst mein wendiger,teflonbeschichteter Lieblingsprofessor wusste schon 2009, nachdem das Kind im Brunnen lag: "Sinn: Die alte Strategie, Maschinen gegen Lehman-Brothers-Zertifikate zu verkaufen, hat nicht funktioniert. Wir müssen uns ein neues Geschäftsmodell suchen. Besser wäre es, die Maschinen in Zukunft im Inland aufzustellen."

Und noch so ein Oberschlauer in dessen Lehrbuechern I=S steht, aber:
Nach Ansicht von Marcel Fratzscher ist eine starke Exportorientierung nicht per se schlecht, so wie sie in Deutschland seit dem Jahr 2000 betrieben wird, funktioniere sie aber nicht gut. Das Potential einer Volkswirtschaft, Wirtschaftswachstum und Wohlstand zu erzeugen, hängt eng mit dem Produktivitätszuwachs zusammen, der wiederum stark mit der Investitionsquote zusammenhängt. Weil Deutschland seit 2000 eine sinkende Investitionsquote aufweist (2014 betrug sie 17 %, so gering wie in kaum einem anderen Industrieland), war das Wirtschaftswachstum und das Wachstum des Pro-Kopf-Einkommens in Deutschland sehr gering und wird bis auf weiteres auch sehr gering bleiben. Statt zu investieren sparen die Deutschen sehr viel und recht schlecht. Seit 2000 ist deutsches Vermögen in Höhe von 15 % der jährlichen Wirtschaftsleistung im Ausland verloren gegangen.[12]

Die Typen sollten mal Querschuesse oder in meinem Blog lesen, vielleicht wuerden sie dann endlich begreifen, wie hirnverbrannt ihre theoretischen Grundlagen sind. Wollen sie aber garnicht. Denn sie werden dafuer bezahlt die Oeffentlichkeit in einer vollkommen sinnlosen Diskussion zu fixieren, um so die ungestoerte Fortsetzung des schaendlichen Treibens zu ermoeglichen. Wissenschaftler ? Nein, gekaufte ......


Ernstzunehmende Loesungsvorschlaege gibt es uebrigens auch:

https://t.co/xJ2PMSeePR


How to End the European Financial Crisis
– at no further cost and without the need
for political changes

Executive Summary

There is a solution to the twin problem of large non-performing loans in
the banking systems and the funding crisis for sovereign borrowers that
is  affecting  especially  Spain,  Portugal,  Ireland,  Cyprus,  Greece,  but  to
some extent also Italy and other countries. 
The  needed  policies  constitute  ‘true  quantitative  easing’:  The  author
argued  in  1994  and  1995  in  Japan,  introducing  the  expression
‘quantitative  easing’,  that  there  was  no  need  for  a  recession  due  to  the
bad  debt  problems  in  the  banking  system.  Necessary  and  sufficient
condition for a recovery is an expansion in credit creation used for GDP
transactions  –  the  original  definition  of  ‘quantitative  easing’.  The
expression  was  later  used  by  central  banks  to  refer  to  the  type  of
traditional  monetarist  policy  (bank  reserve  expansion)  that  had  been
warned would be insufficient. 
True quantitative easing can be achieved quickly and without extra costs
in a two-part process as follows: 
1. The central bank purchases all actual and likely non-performing assets
from  the  banks  at  face  value  (book  value)  and  transfers  them  to  its
balance sheet. 
2.  The  government  stops  the  issuance  of  government  bonds.  Instead,  it
funds  any  future  borrowing  requirement  (including  all  scheduled  ‘roll-
overs’ of bonds) by entering into loan contracts with the domestic banks,
borrowing at the much lower prime rate.
Ideally, these two measures are combined, and part and parcel of a larger
policy package. For a fuller list of measures, see our CBFSD Discussion
Paper No. 1-12.
1

But  they  can  also  be  implemented  separately,  so  if  ECB  and  national
central  bank  support  cannot  be  gained  for  measure  1,  national
governments can end the negative vicious cycle and end their sovereign
debt problems by going ahead on their own with part 2. 

Freitag, 23. Dezember 2016

Here we go

http://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-will-atommacht-der-usa-staerken-a-1127284.html

"Donald Trump will die Nuklearmacht seines Landes stärken. Auf Twitter sprach er sich für einen massiven Ausbau der US-amerikanischen Atomstreitkräfte aus - "bis die Welt wieder zur Vernunft kommt." 

 Quelle 

Since the world discovered what the US largest export item (by volume), triple A rated Paper,  is really worth, the world is insane, and needs more US nuclear weapons to regain sanity.

Makes perfect sense. My congratultions to the people of the US and the world for electing such a great leader and wise man to be President of the US. There could have been no better christmas gift to the world then such an enlighted Fuehrer (as a german I know what I am talking about-). Clint Eastwood explained US politics for us in one sentence:



Cheers auf den Endsieg der "Vernunft"!

Georg Trappe


Samstag, 26. November 2016

Prozentrechnen bei den Hofberichtserstattern

Beenden 4,4 Prozent den Streik?

"Binnen vier Tagen musste die Lufthansa wegen des Streiks fast 2800 Flüge streichen. Nun hat der Konzern den Piloten ein neues Angebot gemacht. Es sieht unter anderem 4,4 Prozent mehr Geld vor. Im Gegenzug will die Lufthansa aber an anderer Stelle sparen.
Die Lufthansa will ihre streikenden Piloten mit einer "Gesamtlösung" zum Einlenken bewegen. Dabei erhöhte sie ihr Gehaltsangebot: Statt einer Lohnerhöhung von 2,5 Prozent stellt der Konzern nun eine Anhebung um 4,4 Prozent sowie eine Einmalzahlung in Aussicht. Dies soll allerdings durch Einsparungen an anderer Stelle ausgeglichen werden.
Konkret sollen die Piloten eine Einmalzahlung von 1,8 Monatsgehältern bekommen. Außerdem sollen die Löhne noch dieses Jahr um 2,4 Prozent und nächstes Jahr um weitere 2,0 Prozent steigen."

Quelle


Es scheint ueblich geworden zu sein, um unverschaemte  Angebote der Arbeitgeber nicht als solche in der Titelzeile erkenntlich machen zu muessen, die Prozente nicht mehr wie ueblich per anno sondern per due anni zu nennen, ohne dies kenntlich zu machen. Gleichzeitig werden Euphemismen des Personalvorstands eins zu eins uebernommen.

" Im Rahmen der "Gesamtlösung", die die Lufthansa nun anbietet, könnten die Piloten eine "stärkere Vergütungserhöhung" bekommen als bislang anvisiert, erklärte Lufthansa-Personalvorstand Bettina Volkens. Ermöglicht würde dies, "weil wir an anderer Stelle - beispielsweise im Zuge einer modernisierten Altersversorgung - zu Einsparungen kämen". Die Piloten sollen sich künftig mit einer Zusage für die Beiträge zur Altersversorgung begnügen, für die spätere Rente will der Konzern nicht mehr einstehen."

Sapere Aude!

Georg Trappe 

PS.: In Bezug auf Flugbegleiter, die meistens in oder in der Naehe von Flughaefen=Ballungszentren ihre horrende Miete an die Renditefreaks bezahlen muessen sieht das so aus:




Ich verfolge die Vorgaenge in der Luftfahrtindustrie, insbesondere bei der Lufthansa mit ihrer Billig Strategie via Euro-, Germanwings etc., schon seit einer gewissen Zeit mit Spannung und warte eigentlich nur darauf, dass der Billigflieger / Schnaepchen / Geiz ist geil Wahn, tiefere Spuren hinterlaesst. Da die Physik des Fliegens und damit das technische Geraet, die Flugzeuge, fuer alle Wettbewerber gleich ist (Boing und/oder Airbus) ist spuerbare Kostensenkung inzwischen nur noch ueber das Personal zu realisieren, wenn nicht eine Billigtankstelle in Dubai auf der Strecke liegt. Wenn das Personal aber in Deutschland seine Miete / Lebensunterhalt bezahlen muss (meistens in teuren Grossstaedten mit Flughafen wie Stuttgart, Hamburg, Muenchen, Duesseldorf, Frankfuert) dann sind 1400 bis 1600 Euro brutto nicht gerade ueppig.
Das die Belegschaft den gedankenlosen Schnaepchenjaegern (mit manchmal
geradezu bizarrem Anspruchsdenken und Auftreten a la Graf Rotz) und der Unternehmensleitung da schon mal den Stinkefinger zeigt, finde ich verstaendlich.

PPS: Die Drecksaecke der Springerpresse im Wortlaut:
https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/afxline/topthemen/article159830875/Piloten-verbreiten-Angst-im-Lufthansa-Konzern.html  

PPPS: Teile und herrsche (Da werden Erinnerungen wach und man fragt sich: Wen hat der Personalvorstand denn diesesmal durch einen Puff geschleppt?)
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/volkswagen-bordell-affaere-die-generalabrechnung-beginnt-1490740.html

Die naechste Runde: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/tarifstreit-lufthansa-manager-droht-piloten-mit-neuer-gesellschaft-14789000.html

Montag, 21. November 2016

Widerlich

https://www.welt.de/wirtschaft/article159607697/Donald-Trump-wird-eine-ganze-Generation-praegen.html


"Auf das hoch verschuldete Europa kommen neue Milliardenausgaben zu. „Europa wird künftig deutlich mehr für Rüstung ausgeben müssen“, sagte der Chefökonom der Deutschen Bank, David Folkerts-Landau, der „Welt am Sonntag“. Bisher würden die USA innerhalb des Nato-Bündnisses den Löwenanteil der Ausgaben tragen. „Das wird nicht so bleiben“, sagte Folkerts-Landau mit Blick auf den Wahlausgang in den USA.
Folkerts-Landau rechnet damit, dass viele europäische Länder diese höheren Verteidigungsausgaben nicht werden stemmen können. „Ein Land wie Deutschland kann sich das finanziell noch leisten, andere europäische Länder werden aber Probleme bekommen“, sagte der Ökonom."

Wenn man das:

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1057521915001477

Und das:

http://www.bankofengland.co.uk/publications/Documents/quarterlybulletin/2014/qb14q102.pdf

verstanden hat, dann kann einem bei den obigen Aeusserungen des DB Chefvolkswirt, die an Scheinheiligkeit nicht zu uebertreffen sind,  nur schlecht werden.

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Folkerts-Landau erinnert mich an Alfred Lansburgh aka Argentarius und sein Buch:

Vom Gelde: Briefe eines Bankdirektors an seinen Sohn

" Mitternacht. Draußen, lieber James, läuten die Silvesterglocken wieder einmal ein tolles Jahr zu Grabe. Ein weihevoller Moment für die Menschen, die sich die Stunden ihrer inneren Erhebung vom Kalender vorschreiben lassen. Disraelis »two nations«, die beiden großen Völker, in die jeder sogenannte Kulturstaat sich spaltet, leben in diesem Augenblick ihr Dasein doppelt intensiv. Der Reichtum steigert sein Wohlleben in Wein, Tanz und Spiel bis zum Rausch; ich blicke ihm von meinem Arbeitszimmer aus in die festlich blitzenden Fenster.
Die Armut, die ich nicht sehe, weil sie sich in weit entfernten Stadtvierteln zwischen ihre kahlen vier Wände verkriecht, bringt dem neuen Jahr das schuldige Opfer, indem sie die Tränen des Alltags doppelt reichlich fließen lässt. Ich selbst habe, wie Du weißt, keinen Sinn für Feierlichkeit. Aber ganz kann ich mich der Magie der Silvesternacht dennoch nicht entziehen. Sie zwingt mich zur inneren
Sammlung, zur geistigen Einkehr, und manche unklare Empfindung in mir nimmt feste, scharf umrissene Gestalt an.
Ich sehe mich gleichsam auf dem schmalen Grat stehen, der die beiden großen Völker in unserem Vaterlande trennt, die Tanzenden hier, die Weinenden dort. Und indem ich hinunterblicke in dieses zweigespaltene Leben und Treiben, ist es mir, als könnte ich deutlich alle Hebel und Räder des großen Mechanismus erkennen, der die sozialen Verhältnisse der Länder und Kontinente bestimmt und der
dem profanen Auge meist verborgen bleibt. Mein geschärfter Blick übersieht die wirtschaftlichen Gesetze, die Reichtum und Armut entstehen,
anwachsen, stillstehen oder abnehmen lassen. Ich sehe, wie unter bestimmten Voraussetzungen die Scheidewand zwischen dem Volk der Besitzenden und dem der Besitzlosen sich hebt oder senkt. Und mit erschreckender Klarheit drängt es sich mir auf, wie verhängnisvoll jene ewigen Wirtschaftsgesetze
gerade in dem eben abgelaufenen Jahre wirksam gewesen sind: Um ein ungeheures Stück hat sich die schroffe Scheidewand zwischen den beiden Völkern eines und desselben Landes erhöht. In verdreifachter Menge fließen diesseits die Tränen, jenseits der Wein. Und zugleich mit der Scheidewand wächst aus; dem uralten Groll der beiden Völker, die einander niemals verstehen werden, ein ungeheurer Hass empor, der eines Tages die Kulturwelt in Trümmer legen wird, wenn man seine Ursachen nicht noch rechtzeitig beseitigt.
In dieser klaren Erkenntnis, die ich aus dem Klange der Silvesterglocken schöpfe, setze ich mich an meinen Schreibtisch, um mich mit Dir, mein lieber James, wieder einmal auszusprechen."

Und dann im sechsten Kapitel, wo es ums Eingemachte geht, naemlich um die Fragen, wie durch wen und wo entsteht Geld?, ein verbaler Kunstflug um den heissen Brei der nicht verwirrender und verlogener sein koennte. Das 6. Kapitel beginnt mit einer glatten Luege des Fachmanns:

"Also: Geld ist ein Bezugsrecht auf Güter. Dieses Bezugsrecht entsteht, wenn jemand etwas liefert oder leistet, mithin wenn beispielsweise ein Arbeiter dem Arbeitgeber sein Erzeugnis aushändigt; durch die Lieferung
entsteht ein Anrecht auf eine gleichwertige Gegenleistung, also ein Güter-Bezugsrecht, und dieses Bezugsrecht heißt "Geld". Hat der Leistende oder Liefernde sein Anrecht auf Gegenleistung geltend gemacht, hat also unser Arbeiter für sein Geld ein Paar Stiefel, Nahrungsmittel, Zigarren usw.
eingetauscht, so ist der wirtschaftliche Vorgang des Austauschs von Leistung und Gegenleistung beendet, und das Bezugsrecht, das den Austausch vermittelt hat, ist erloschen."

Lansburgh war wohl mit Hilferding und Tucholsky befreundet und hat so auch mit seiner offensichtlichen sprachlichen Eloquenz und "fachlichen Kompetenz" in deren Koepfen gewirkt.

Was es dort u.a. bewirkt hat findet man z.B. hier ;-) und hier

Nach M>C>M' ein weiterer Zenith der Verwirrung. Denn das Stiften von Konfusion gehoert unabdingbar zum Bankgeschaeft. Klar denkende Menschen, die R. Werner bzw. die Bank of England (s.o.) verstehen,.....

Siehe auch hier. Und hier.

Here an other dim bulbe who thinks the concentration of non legitimate power in the banking sector has to increase.

 

Dienstag, 15. November 2016

Der Wohlstands Huether meldet sich aus Stanford zu Wort

Einer meiner "Lieblings Professoren", Michael Huether, meldet sich auf ZEIT Online aus Stanford zum Thema Trump zu Wort:

http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-11/us-wirtschaft-donald-trump-deutschland-europa-folgen/komplettansicht

Sein Fazit:

"Die Verteidigungsgemeinschaft der Bratislava-Roadmap ist nicht nur politisch wichtig, sondern auch ökonomisch gut begründet. Mehr Verantwortung heißt auch mehr Selbstbewusstsein. Das kann angesichts der Idee Trumps, die Nato zu schwächen, sehr wichtig werden."

Ansich nichts Neues wenn man sich 4 Jahre zurueck erinnert:

http://georgtsapereaude.blogspot.com/2013/01/neoliberale-kriegstreiber-ergreifen-das.html

Sapere Aude!

Georg Trappe

Wenn Sie meine Einschaetzungen zum US Wahlausgang und Trump interessiert, dann finden Sie diese in den Kommentaren zu diesem Artikel auf Querschuesse.

Eine meiner Meinung nach recht gute Zusammenfassung der Trumpschen Weltsicht  finde Sie hier.
"Anders als Frank-Walter Steinmeier suggeriert, sind die Ideen des kommenden Präsidenten weder widersprüchlich noch wirr.
Seine Forderungen lassen sich problemlos auf einem Bierdeckel zusammenfassen: Putin integrieren, Mexikaner draußen halten und die amerikanischen Alliierten künftig wie die Kunden eines Wachdienstes behandeln. Schutz gibt es nur noch gegen Cash, auch in der Nato.
So verständlich der Schock darüber ist: Steinmeiers Behauptung, Trumps Weltsicht ergebe keinen Sinn und man könne sich daher nicht darauf einstellen, ist nicht richtig."

Ich fuege hinzu Trumps Weltsicht ist in den USA nichts Neues. Siehe oben.

Mittwoch, 9. November 2016

Was uns der Verlauf von Target2 Salden verstehen laesst


Quelle

"Target2 Salden sind Ausdruck der Zahlungsbilanz, sie entstehen im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr innerhalb der Eurozone via dem Target2 Zahlungssytem und beinhalten Leistungsbilanz und Kapitalbilanz. Überweisungen mittels dem Target2 Zahlungssystem werden nur über Zentralbankgeld (ZBG) abgewickelt. Fließt einem Bankensystem einer Volkswirtschaft der Eurozone mehr ZBG über das Target2 Zahlungssystem zu als ab, ensteht ein positiver Target2 Saldo, fließt mehr ZBG ab als zu, ein negativer Target2 Saldo. Ein positiver Target2 Saldo ist eine Forderung der entsprechenden NZB gegenüber der EZB, so wie der negative Target2 Saldo eine Verbindlichkeit der entsprechenden NZB gegenüber der EZB ist.
Hat das ausführende Bankinstitut kein Zentralbankgeldguthaben muss sie sich Zentralbankgeld bei der heimischen Zentralbank im Eurosystem leihen, um den grenzüberschreitenden Überweisungsauftrag eines Kunden ausführen zu können.
Target2 Salden zeichnen wirtschaftliche Ungleichgewichte in der Eurozone auf, soweit sie sich über das Zahlungssystem Target2 darstellen. Dieses Ungleichgewicht kann aus realwirtschaftlichen Transaktionen für Waren, Güter und Dienstleistungen entstehen und/oder auch Kapitalflucht bzw. allgemeiner die Kapitalflüsse (Finanztransaktionen) spiegeln. Die lockere Geldpolitik der EZB und das Aufkaufen von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren hält das Bankensystem mit Zentralbankgeld liquide und fördert/ ermöglicht letztlich auch die Kapitalflucht."


Wichtig anzumerken ist an dieser Stelle, dass Finanztransaktionen/Kapitalfluesse VOR! 2007 wirtschaftliche Ungleichgewichte maskiert haben. Und zwar EXAKT Monat fuer Monat in der Hoehe, in der sie aufgelaufen sind! Da haben naemlich die deutsche Bankster, nicht wenige von ihnen mit einem Studium der sog. Wirtschaftswissenschaften ausgebildet, immer genau soviele Kredite ans Euro Ausland vergeben, wie die deutschen Unternehmen dorthin mehr exportiert haben als importiert. Das war aufgrund der Target2 Statistik auch recht einfach moeglich. Insbesondere fuer den deutschen Marktfuehrer in diesem Geschaeft.
Als dann in den USA die sog. Housing Bubble platzte, sahen sich diese Bankster gezwungen nicht nur die Kreditvergabe einzustellen, sondern haben ihre Kredite zurueck gefordert. Damit wurde nicht nur das laufende realwirtschaftliche Ungleichgewicht sichtbar, sondern das der Vorjahre On Top faellig gestellt. Das es in diesem springflutartigen Sog auch noch zu Kapitalflucht kam, weil die betroffenen auslaendischen Banken trocken zu laufen drohten, ist auch klar.
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By the way, der gleiche Effekt, von Bernanke provoziert, hat in den USA die Lehman Pleite ausgeloest und erhebliche teile ameikanischer Verbindlichkeiten gegenueber dem Ausland entwertet. Zwar gibt es auf weltweiter Ebene kein Target System, aber hier wurden ueber Jahrzehnte die massiven und chronischen realwirtschaftlichen Ungleichgewichte der USA mit dem Rest der Welt durch den Kauf von triple A rated Wertpapieren der USA durch das Ausland maskiert. Als klar wurde, das diese triple A rated Wertpapiere in grossem Umfang von Zahlungsausfaellen bedroht bzw. betroffen waren, stoppte der Rueckfluss der US$ aus dem Ausland, waehrend Bernanke auf der geldplitischen Bremse stand (US Basemoney stagnierte) und es kam zu einem rapiden Anstieg des US$ ZBG Abfluss (Saldo aus Abfluessen durch Leistungsbilanzdefizit minus Zufluessen fuer den Kauf von Wertpapieren) aus dem US Bankensystem Richtung Ausland. Da Bernanke die US$ ZBGeldmenge = Base Money zu diesem Zeitpunkt stagnieren liess, drohte das US Bankensystem trocken zu laufen. Lehman war nach Bear Stearns offensichtlich die Grossbank, die von diesem Problem zum Einsturz gebracht wurde.
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Nach intensiver Beschaeftigung mit diesem Thema in den letzten Jahren, kann mir keiner mehr erzaehlen, dass Bernanke nicht wusste was er tat. Er konnte zwar nicht alle Folgen im Detail vorhersehen. Aber das es zu diesem oben beschriebenen Effekt kommen musste, muss ihm klar gewesen sein. Und ich denke es ist kein Zufall, das Bernanke der zu dieser Tat berufen wurde, nachdem Greenspan dem US Geschaeftsmodell durch Absenkung der US Leitzinsen auf nahe Null dieGrundlage entzogen hatte, ein Experte auf dem Gebiet Weltwirtschaftskrise 1929 ist. Er war von seinem Wissen her einer der wenigen, die eine Chance hatten, soetwas auszuloesen und dann einigermassen “kontrolliert” ablaufen zu lassen.
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Der im obigen Artikel so eindruecklich am Beispiel der Target2 Salden illustrierte Effekt, des springflutartige Anstiegt von Kapitalabfluessen, ist genau das, was Soros mal die Abrissbirne genannt hat und hinter fast jeder grossen Finanzkrise steckt. Ausufernde kreditfinanzierte Euphorie gefolgt von ploetzlicher Umkehr der Zahlungsstroeme durch einen Stop der Kreditvergabe und Faelligstellung der zuvor vergebenen Kredite durch die Banken und verstaerkt durch die dann unvermeidlich einsetzende Kapitalflucht (Japan Bubble, Asienkrise, Dotcom Krise, sog. Euro Krise). Das diejenigen, die der Ausloeser und die Profiteure sind, auch noch ein Geschaeft damit machen, sich gegen solche Krisen zu versichern (Derivate) und das Ganze als gottgegeben aka alternativlos hinstellen, zeigt nur einmal mehr, wie verdorben diese durch Gier deformierten Charakter sind. Alleine die unerschuetteriche Unschuldsmine Bernankes waehrend und nach dieser "Katastrophe" sollte jedem der einem Bankster gegenuebersteht zu denken gebe.

Sapere Aude!

Georg Trappe




Die Frage, wer die deutschen Exportueberschuesse in die Euro Zone inzwischen finanziert und die Target2 salden wieder kraeftig steigen laesst, ist auch interessant.

Donnerstag, 3. November 2016

Bankgeschaefte 4

http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/targobank-kunden-fehlt-geld-auf-dem-konto-it-probleme-a-1119434.html

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bank-kunden-koennen-offenbar-kein-geld-abheben-a-1095711.html

http://nypost.com/2016/03/07/bangladesh-bank-says-hackers-stole-100m-from-its-new-york-fed-account/

http://www.reuters.com/article/us-cyber-heist-philippines-idUSKCN0YA0CH

http://www.reuters.com/investigates/special-report/cyber-heist-federal/

https://en.wikipedia.org/wiki/2016_Bangladesh_Bank_heist



By the way, the largest "bank hack" of all times was done by the FED under Bernanke, when he raised US$ short term interest rates over the long term interest rates in 2006, which triggered a financial tsunami and with that a massive devaluation of US liabilities to the world. This kind of "accidents" is the only escape for those with a business model that has banking = creation of money=debt out of thin air, at its core. By the way, Germany (the german 1%and its banksters)  used a similar desperate trick, when they ignited hyperinflation to get rid of the liabilities of lost WW 1.

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Behind all that is of course Mr. Putin and friends ;-).

And here The Fix:









Montag, 31. Oktober 2016

Bankgeschaefte 3

Bundesbank-Bericht Niedrigzinsen kosten Bürger Milliarden

Vermögen und Finanzen privater Haushalte in Deutschland: Ergebnisse der Vermögens-befragung 2014

Wie waere es mit: Niedrigzinsen schmaelern bei einigen reichen Buergern / Haltern von hochkonzentrierten Geldvermoegen leistungslose Milliarden Einkommen.

Sapere Aude!

Georg Trappe 

P.S.: Der kluegste Professor Deutschlands macht sich natuerlich auch Sorgen um die "Enteignung" deutscher Sparer. Das deutsche Arbeiter seit jeher im Namen der Wettbewerbsfaehigkeit um die Fruechte ihrer Arbeit betrogen werden, und das ganz unpatriotisch durch ihre eigene Fuehrungsmannschaft, die die ueberschuessigen Arbeitsergebnisse ans Ausland verscherbelt, um mit den monetaeren Erloesen an der Wall Street und in der City of London mitzocken zu koennen, uebersieht der famose Professor. 
Wem dabei seine Sorgen tatsaechlich gelten, kann man hier in einem Interview aus dem Jahr 2008 nach lesen.
Man darf inzwischen davon ausgehen, dass der groesste Teil  der Zunft der Prof. Sinn angehoert, seit Jahrzehnten offensichtlich nichts anderes und besseres zu tun hat, als sich und seine zahlenden Auftraggeber zu rechtfertigen bzw. die deutsche Belegschaft systematisch hinters Licht zu fuehren.

Samstag, 29. Oktober 2016

Bankgeschaefte 2

Angeregt durch eine Diskussion bei Querschuesse, moechte ich meine Sichtweise zu den Vorgaengen im Bankensektor noch etwas ausfuehrlicher darlegen.

Ausgangspunkt ist die irrefuehrende Behauptung ein niedriges Zinsniveau und die negativ Zinsen der EZB auf Einlagen wuerden der Ertragskraft der Geschaeftsbanken schaden.

Ob die Geschaeftsbanken, fuer Liquiditaet, die sie sich bei der Zentralbank leihen, positive Zinsen bezahlen muessen (Vorkrisenmodus) oder fuer Liquiditaet, die sie durch den Verkauf von Aktiva an die Zentralbank bei dieser gutgeschrieben bekommen, negative Zinsen zahlen muessen (State of the Art), ist gehupft wie gesprungen. Wichtig ist doch nur, dass die Zentralbank ein Mittel in der Hand behaelt, das Geld was sie ausgereicht hat, auch wieder einzusammeln. Sonst waere ja die “Glaubwuerdigkeit” der Story, Zentralbanken, die ueber ihre Geld- und Zinspolitik alles und jeden im Griff haben, vollends den Bach runter.
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Vielmehr sollte man, wenn einem die Ertragskraft der Geschaeftsbanken ernsthaft am Herzen liegt, http://georgtsapereaude.blogspot.com/2012/10/darf-es-auch-etwas-mehr-sein.html
die Kostenstruktur der “leidenden” Banken und darin die Rolle der Gehaelter und Boni ihrer leidendenden;-) Angestellten (von denen einige in attraktiver Begleitung auf der letzten Monaco Yacht Show gesichtet wurden) unter die Lupe nehmen.

http://www.monacoyachtshow.com/en/

Wenn Bankster reihenweise per Presse / Medien verkuenden, dass die niedrigen/negativen Zinsen der Zentralbank schuld an ihrer Ertragsschwaeche sind, dann sollte man in Erwaegung ziehen, dass damit eine Wirkung beim Publikum erzielt werden soll, aber nicht unbedingt davon ausgehen, dass es den Tatsachen entspricht. So wuerde ich mir zumindest ein aus der Vergangenheit lernen vorstellen.

Die EZB hat ihre Zinsdifferenz von traditionell 1,0% auf 0,4% mehr als halbiert
https://www.ecb.europa.eu/stats/monetary/rates/html/index.en.html
und gleichzeitig ihr Bilanzvolumen von 1150 Mrd. Euro Ende 2006 auf 3450 Mrd. Euro verdreifacht:
http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2016/10/s606-600×445.png
Damit sind die Einahmen der EZB = Kosten aller Geschaeftsbanken fuer die bereitgestellte Liquiditaet in ZBG von grob 11,5 Mrd. pa auf 13,8 Mrd. pa um 20% gestiegen.
Die DB hat im gleichen Zeitraum ihre ZBG Liquiditaet von 7 Mrd. (bei einem Bilanzvolumen von 1572 Mrd, was der reine Wahnsinn war), auf 123 Mrd. (bei einem Bilanzvolumen von 1803 Mrd.) um den bemerkenswerten Faktor 17,6 erhoeht.
https://www.db.com/ir/de/quartalsergebnisse.htm#tab_2016-2014
Denn man kann im Bankgeschaeft eben nicht turbokapitalistische Renditen (25% aufs Eigenkapital), exorbitante Gehaelter und Boni fuer die leidenden Angestellten und Fels in der Brandung Sicherheit fuer die Kunden gleichzeitig haben. Und im Licht der obigen Zahlen betrachtet, sollte klar sein, dass es nicht die EZB ist, die mit ihrer aktuellen Geld- und Zinspolitik Verantwortung fuer die Folgen von eines ueblen Geschaeftsgebahrens eines Haufens von Hasadeuren bei den Geschaeftsbanken traegt.
EZB, Geschaeftsbanken und die durch diese gekaufte Politik sowie die ebenfalls gekauften sog. Wirtschaftswissenschaften stecken unter einer Decke  und stehen im Dienst der 1% (siehe auch Krysmanski, Ringburg Modell).
Die Stories und die Story Fragmente, die ueber die Spin Professoren der sog WiWis und Spin Doktoren der Medien in die Koepfe des Publikums gepumpt werden, dienen aber nicht dazu , dem Publikum Transparenz zu verschaffen. Vielmehr soll das genaue Gegenteil erreicht werden, weil der Hokuspokus nur dann funktionieren kann.
So wie es erstunken und erlogen ist, das Banken die Ersparnisse von Sparern an Kreditnehmer verleihen (siehe R. Werner), so ist es einfach falsch, zu behaupten, Banken koennten aufgrund des niedrigen Zinsniveaus keine Gewinne erzielen. Das ist Bull Shit, denn der Gewinn einer Bank aus dem Kreditgeschaeft speisst sich aus der Zinsdifferenz. Und so wie ich es oben beispielhaft fuer die Zentralbank erklaert habe, ist der Gewinn aus Zinsdifferenz unabhaengig vom absoluten Zinsniveau sondern das Produkt von ausgereichtem Kreditvolumen multipliziert mit der Zinsdifferenz.

Ob eine Zinsdifferenz von 1% aus 7%Soll minus 6%Haben oder 0%Soll minus -1%Haben entsteht spielt dabei keine Rolle. Punkt.

Es spielt fuer die Kosten der Geschaeftsbanken (als) Gesamtheit wie oben gezeigt daher auch keine Rolle wenn die EZB die ausgereichte Menge an ZBG verdoppelt und gleichzeitig die Zinsdifferenz (der ZB) halbiert. 1*1=1=0,5*2
Was aber eine Rolle spielt, ist, wenn das mit Abstand groesste deutsche Geldhaus seinen Liquiditaetsbestand ver 17,6 fachen muss, um dem Risiko eines Bank Runs vorzubeugen.
Denn das Vorkrisen Verhaeltnis von Liquiditaet zu Bilanzvolumen (+ gigantischen Off Balance Sheet Positionen/Risks aus dem Derivate Hokuspokus) von 0,00445 ist gelinde gesagt haarstraeubend, und bemerkenswerterweise NICHT das Thema der per Medien und kluegsten Professoren Deutschlands ins Publikum gepumpten “Informationen”.
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Einarmiges Bilanzieren und einseitige Betrachtungen sind nicht moeglich bzw. irrefuehrend. Und die Behauptung, durch das Absenken des Zinsniveaus durch die EZB waeren die Kosten fuer die Geschaeftsbanken signifikant gestiegen und deren Ertragskraft ernsthaft gefaehrdet, ist eine solche Irrefuehrung.
Alle Geschaeftsbanken der Eurozone muessen fuer die 3 fache Liquiditaet nur 20% mehr Zinsen pro Jahr an die EZB zahlen (s.o.). Wenn dann einige prominente Einzelfaelle nicht mit der durchschnittlich 3 fachen Liquiditaetserhoehung hin kommen, um die Folgen ihrer Exzesse zu uebertuenchen, sondern sage und schreibe das 17,6fache, also fast 6mal mehr als der Durchschnitt in Anspruch nehmen muessen, dann ist das gelinde gesagt auffaellig. Insbesondere dann, wenn es das mit Abstand groesste Geldhaus des Landes betrifft.
By the way, die 0,4% Zinskosten auf die 122 Mrd. ZBG Liquiditaet  der DB = 488 Millionen pa sind im Vergleich zu den Gesamtzinskosten, im wesentlichen Habenzinsen der Kundschaft auf hoch konzentrierte Geldvermoegen die im FY 2015 mit rund 10 Mrd. pa angegeben werden, die beruehmten Peanuts.
Und ja Verwahrgebuehren fuer Geld bei Geschaeftsbanken fuer Leute, die mit ihren Ersparnissen mangels Lizenz kein Zinsdifferenzgeschaeft aufziehen koennen, werden kommen. Darum gehts. Das Publikum schonend auf den naechsten unverschaemten Beutelschnitt vorbereiten.
Die Yachten, die kuerzlich von dem einen oder anderen Bankster bei Luerssen in Monaco bestellt wurden, muessen ja bezahlt werden;). Und die Kapazitaetserweiterung bei Luerssen durch die Aquisition von Blohm und Voss wird sich sicher rentieren.
Wer hat die eigentlich finanziert;-)?
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Darueber will man aber nicht reden
Man will nicht, dass das Publikum versteht, wie Banken funktionieren. Man will nicht ueber die prinzipiellen Risiken des Bankgeschaefts, so wie es aufgesetzt ist, reden. Man will nicht, darueber reden, dass das groesste deutsche Bankhaus zum Einsturz gebracht werden konnte, wenn nur 0,4 % der Bilanzsumme in Form von Barabhebungen oder Ueberweisungen zu anderen Instituten das Haus verlassen haetten. Man will die Dinge unter sich und im Sinne der 1% regeln. Und wir sollen das abnicken. Wir sollen verstehen, warum sich die Branche nach einem gigantischen Bailout durch den Staat inzwischen aus Gebuehrenerhoehungen saniert. Wir sollen glauben, das die ganze Krise vom Himmel gefallen ist und Folge undurchschaubarer Komplexitaeten ist. Wir sollen verstaendnisvoll, im vermeintlich eigenen Interesse und im Glauben an haarstraeubende und als Wissenschaft verpackte Luegen, fuer einen angeblichen Betriebsunfall haften.
Die Krise ist aber nicht! vom Himmel gefallen. Sie hat ihre Ursachen in einem ansich simplen aber hoch problematischen und kunstvoll vernebelten Setup im Kern unseres Wirtschaftssystems und einem wirklich nur noch als exzessiven, unverantwortlichen bis verbrecherischen zu bezeichnenden Umgang mit diesem Setup.


Ich wuensche ein schoenes und entspanntes Wochenende

Georg Trappe

Sonntag, 9. Oktober 2016

Bankgeschaefte

Land auf Land ab heisst es, die sinkenden bzw. anhaltend niedrigen Zinsen seien Schuld an der schwindenden Ertragskraft im Bankengeschaeft und der Grund fuer die zahlreichen Gebuehrenerhoehungen der Branche. 
Gebuehren 2


Quelle

Ein Blick in die Geschaeftsberichte der groessten deutschen Bank zeigt etwas anderes. Die Ertraege aus Zinsdifferenzgeschaeften = dem klassischen Bankgeschaeft bluehten dort nach Ausbruch der Krise regelrecht auf. Dort war eine schlichte Verdopplung der Ertraege aus Zinsdifferenzgeschaeften in wenigen Jahren moeglich. Und dieses Niveau wurde trotz sinkender Zinsen bzw. trotz anhaltend niedrigen Zinsen gehalten. Was auch der Logik entspricht. Denn die Zinsdifferenz (Sollzinsen minus Habenzinsen) ist vom absoluten Zinsniveau ersteinmal unabhaengig.

Net interest income after provision for credit losses (In EUR m.)

FY2006 6,710
FY2007 8,237
FY2008 11,377
FY2009 9,829
FY2010 14,309
FY2011 15,606
FY2012 14,254
FY2013 12,769
FY2014 13,138
FY2015 14,925

Quelle: https://www.db.com/ir/de/quartalsergebnisse.htm#tab_2016-2014

Dazu der Verlauf der EZB Leitzinsen im Chart:

http://www.leitzinsen.info/charts/ezbfed700.jpg

Auch ganz interessant ist in diesem Zusammenhang die Entwicklung der Einnahmen aus den anderen Bereichen aka "Investment Banking" und der Verguetung der Mitarbeiter in diesem Zeitraum.

                                                                           FY2006   FY2015

Net interest income after provision for credit losses  6,710     14,925
Total noninterest income                                       21,486     17,644
Compensation and benefits                                   12,498     13,293

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bank-wem-nuetzt-das-groesste-geldhaus-des-landes-a-1114734.html

“Wem nützt die Deutsche Bank?
Hohe Gebühren, niedrige Zinsen, Kurssturz an der Börse: An der Deutschen Bank leiden viele – Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter. Einer bestimmten Personengruppe hingegen hat das Geldhaus viel Geld beschert.”

Sapere Aude!


P.S.: Hier noch ein aktuelles Beispiel fuer den unkritischen und damit inkompetenten Transport von irrefuehrenden Verlautbarungen der Bankster durch die "Fachpresse":

Wie man eine Bank in Italien zum Erfolg führt

Gleichzeitig kuendigt uns der kluegste Professor Deutschlands etwas an:

Hans-Werner Sinn rechnet mit Euro-Austritt Italiens

Und zwar mit der absurdesten Begruendung, die man sich denken kann. In einem endlosen Wettbewerb koennen nicht immer alle gleich "wettbewerbsfaehig" sein. Vielmehr differenziert sich das Feld zunehmend und es bilden sich ewige Gewinner raus. Auf der Ebene der Volkswirtschaften betrachtet, sind das die Laender, die chronische Leistungsbilanzueberschuesse erwirtschaften. Und es gibt die immer groesser werdende Zahl der ewigen Verlierer. Das sind die Laender mit chronischen Leistungsbilanzdefiziten. Allen voran die USA. Das ist aber nicht nur auf der Ebene der Volkswirtschaften zu beobachten, sondern ebenfalls auf der Ebene der Unternehmen wie auch der Individuen. 

Siehe auch hier. Und hier.

P.P.S.: Welche Motive nun wirklich hinter dem Verhalten der Banken und vor allem der Mega-Banken stecken, laesst sich in etwa hier und hier heraus lesen.
Es geht darum das Fettaugensyndrom weiter voran zu treiben. Mega-Deals benoetigen Mega-Finanzierungen und damit lassen sich auf Seiten der Banken Mega-Einnahmen machen. Und zwar noch bevor sich herausstellt ob diese "Deals" ueberhaupt eine sinnvolle und gesunde Weiterentwicklung der Unternehmen darstellen. (AT&T, Time Warner)


Survival of the Fatest and the American Dream

Donnerstag, 15. September 2016

Fettaugensyndrom

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/bayer-kauft-monsanto-der-66-milliarden-dollar-deal-ist-fix/14543592.html

http://www.cnbc.com/2016/09/14/bayer-and-monsanto-agree-to-merge.html

"Bayer said Bank of America/Merrill Lynch, Credit Suisse, Goldman Sachs, HSBC and JP Morgan had committed to providing the bridge financing. Bank of America/Merrill Lynch and Credit Suisse are acting as lead financial advisers to Bayer, with Rothschild as an additional adviser. Bayer's legal advisers are Sullivan & Cromwell and Allen & Overy.
Morgan Stanley and Ducera Partners are acting as financial advisers to Monsanto, with Wachtell, Lipton, Rosen & Katz its legal adviser."

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/dupont-und-dow-chemical-ein-neuer-chemieriese/12713998.html

http://www.nzz.ch/finanzen/strukturierte-produkte/chem-china-uebernimmt-syngenta-und-andere-der-chinesische-drache-ueberrollt-europa-ld.4859



Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Wer hat nun Monsanto gekauft? Bayer oder ein von amerikanischen Banken dominiertes Consortium? Und wer wird nach Ablauf der "Zwischenfinanzierung" die Anleihen kaufen? 



Freitag, 2. September 2016

Ahoi! Selbstregulierende Maerkte in Aktion

Hanjin Shipping in Geldnöten

 "Die grösste Reederei Südkoreas, die Hanjin Shipping, braucht Geld. Der Verwaltungsrat spricht von 1,3 Bio. Won (etwa 1,2 Mrd. $), die das Unternehmen kurzfristig benötigt um den Betrieb aufrecht zu erhalten."



HSH NordbankLänder übernehmen faule Schiffskredite

" Schleswig-Holstein und Hamburg feiern Premiere als Schiffsfinanzierer. Zum 1. Juli 2016 werden die Bundesländer faule Kredite in Höhe von fünf Milliarden Euro von der HSH Nordbank übernehmen, deren Mehrheitseigner sie sind. Mit dem Kreditvolumen werden derzeit 256 Schiffe finanziert. Der Deal ist Teil eines Entlastungspakets für die Bank, auf das sich die EU-Kommission und die Länder verständigt haben. Die Bank muss bis zum Frühjahr 2018 verkauft werden, ansonsten droht die Abwicklung."

Sapere Aude!

Georg Trappe


Donnerstag, 30. Juni 2016

Soros Remarks at EU Parliament

Dear Friends and Colleagues:

This morning George spoke at the European Parliament before the Budget, Civil Liberties, Development and Foreign Affairs Committees on the implications of Brexit and the refugee crisis.

You will find a transcript of his remarks below.

All best,
Michael Vachon


 



BELOW IS AN EXPANDED VERSION OF THE DELIVERED REMARKS WHICH WAS SUBMITTED FOR THE RECORD TO THE EUROPEAN PARLIAMENT

Statement submitted to the European Parliament.
George Soros. 30 June, 2016.
                                    
When I was invited to address this joint hearing, the refugee crisis was the greatest problem Europe faced. Since then it has played a crucial role in what could prove to be an even greater calamity — Brexit.

The vote for Brexit was a great shock to me and, I imagine, to most people in this room. Last Friday morning, the disintegration of the European Union seemed practically inevitable.

But as the initial disbelief wore off, something unexpected happened, and the tragedy no longer looks like a fait accompli.

Over the past week, buyer’s remorse has begun to set in, as the hypothetical became very real: sterling plunged, Scotland threatened to break away, and some of the working people who supported the “leave” campaign started to realize the bleak future that both the country and they personally face. Even the champions of leave are retracting their dishonest pre-referendum claims about Brexit.

In a spontaneous response, over four million people petitioned Parliament to hold a second referendum. By the time the Parliamentary debate on this petition takes place, it is not inconceivable that more people will have signed the petition than voted for Brexit.

Just as Brexit was a negative surprise, the spontaneous response to it is a positive one. People on both sides of the referendum, and most importantly those who did not vote—particularly young people under 35—have become mobilized. This is the kind of grass roots involvement that the European Union has never been able to generate.

The referendum has highlighted for people in Britain just what they stand to lose by leaving the EU. If this sentiment spreads not only in Britain, but also in the rest of Europe, what seemed like the inevitable disintegration of the EU could instead create positive momentum for a stronger and better Europe.

The process could start in Britain. The popular vote cannot be reversed but a signature collecting campaign could transform the political landscape by revealing a newfound enthusiasm for EU membership. This approach could then be replicated in the rest of the European Union by forming a movement that would seek to save the EU by profoundly restructuring it. I am convinced that as the consequences of Brexit unfold in the months ahead, more and more people will be eager to join this movement.

What the EU should not do is penalize British voters while ignoring their legitimate concerns about the deficiencies of the European Union.

European leaders should recognize their own mistakes and acknowledge the democratic deficit in the current institutional arrangements. Rather than seeing Brexit as the negotiation of a divorce, they should seize it as an opportunity to fundamentally reform the EU. Their goal should be the creation of a reinvented EU that the UK and other countries at risk of exit would want to join.

Will disaffected voters in France, Germany, Sweden, Italy, Poland and elsewhere see the EU benefitting their lives? If the answer is yes, the EU will emerge stronger.  If the answer is no, it will eventually blow apart.

***

Unfortunately, Brexit has not only created an opening to reinvent the European Union, it has also aggravated two looming dangers.

First, it unleashed a crisis in the financial markets comparable in severity only to that of 2007/8. This has been unfolding in slow motion, but Brexit has accelerated it. It is likely to reinforce the deflationary trends that were already prevalent.

The Eurozone has been lagging in the global recovery because of restrictive fiscal policies; now it has to contend with an impending slowdown. The orthodoxy of the German policymakers stands in the way of the only effective response:  having a Eurozone budget that could adopt counter-cyclical policies.

Meanwhile, the banking system of continental Europe has not recovered from the earlier crisis; it will now be severely tested. We know what needs to be done. Unfortunately, political and ideological disagreements within the Eurozone have stood in the way of using the European Stability Mechanism (ESM) as a backstop for banks as well as sovereigns.

Second, the EU faces growing military threats. Our external enemies have been emboldened. They pose new, as-yet unfathomable dangers in various parts of the wider region that are also liable to aggravate the refugee crisis.

It is against this background that I propose to discuss the refugee crisis, with special emphasis on the financial needs it presents.

***

The European response to the refugee crisis was riddled with flaws even before the present turn of events.

Chancellor Merkel showed great moral leadership when she opened Germany’s doors wide to refugees. Unfortunately, her initiative was not well thought through; it ignored the pull factor. When the sudden influx of migrants overwhelmed the capacity of the authorities, public opinion turned against her. That is when she struck her ill-fated deal with Erdogan.

I have identified the flaws of that deal in detail.

First, it was not truly European; it was imposed on Europe by Chancellor Merkel.

Second, it was severely underfunded.

Third, it was not voluntary: it imposed quotas that many member states opposed and required refugees to take up residence in countries where they were not welcome, while forcing others who reached Europe by irregular means to be returned to Turkey.

Finally, it transformed Greece into a de facto holding pen with inadequate facilities.

Since then, the situation has only deteriorated. Member states have become increasingly unwilling to cooperate with one another, and are pursuing discordant policies. While migrant flows to Greece have eased considerably, they have surged in the Central Mediterranean.

In these circumstances, a comprehensive and coherent European asylum policy is not possible. The trust needed for cooperation is lacking. It will have to be rebuilt through a long and laborious process.

***

This process should start by addressing the dire lack of financial resources.

Without sufficient funding, the EU cannot perform the functions it was designed for nor meet the expectations of the European people. And because it fails to achieve the objectives it has set for itself, the Union loses its legitimacy and the support of its citizens.

The refugee crisis illustrates the problem. At least €30 billion a year will be needed both inside the Union—to build effective border and asylum agencies, to ensure dignified reception conditions, fair asylum procedures and opportunities for integration—as well as outside its borders—to support refugee-hosting countries and to spur job creation throughout Africa and the Middle East. This does not include the costs borne by member states, which are on track to spend upwards of €200 billion between 2015 and 2020 on refugee reception and integration.

The refugee crisis should not pervert our relationships with neighboring countries as it has with Turkey. I am concerned that in its latest communication on migration and external relations, the Commission calls for making development funds contingent on the implementation of migration controls by African partners. This violates decades of practice in development funding and risks a race to the bottom in the treatment of migrants and refugees. The grand bargain with African and other countries cannot simply be that, if you stop migrants from coming to Europe, you will receive financial aid. A meaningful grand bargain would focus on real development in Africa that over a generation would actually address the root causes of the crisis. This means free trade, massive investment, and a commitment to rooting out corruption.  Leaders in Europe have called for a Marshall Plan for Africa. This is an admirable ambition. But when it comes to the details, Europe is a far away from such a vision. The United States invested 1.4% of its GDP to help rebuild Europe—every year for four years. An investment on the scale of the original Marshall Plan would require around €271 billion a year for the next four years.

The political and economic costs of inaction would be even greater. Brexit is the starkest example of these consequences. But we also have compromised the Schengen system, driving up the economic costs.

Given that its very survival is at stake, the EU should be putting all of its available resources to use. And yet the triple-A credit of the Union has barely been deployed. This is the height of irresponsibility.

The current approach is based on reallocating minimal resources from the EU budget and then asking Member States to contribute to various dedicated vehicles, such as the Turkish Facility and the Trust Fund for Syria. This can only be a temporary solution, as it is neither sustainable and nor large enough to finance efforts that must grow in size and scope (such as a European border force). These trust funds are powerful instruments in the short term to redeploy resources and allow member states to commit more resources to a particular endeavor, but they also illustrate the fundamental deficiency of the EU budget, i.e. that it remains dependent on the good will of the member states at each step.

In order to raise the necessary funds in the short term, the EU will need to engage in what I call “surge funding.” This entails raising debt by leveraging the EU’s relatively small budget, rather than scraping together insufficient funds year after year. During the financial crisis, the EU has repeatedly put its borrowing capacity on display, establishing financial instruments capable of quickly borrowing tens of billions of euros on attractive terms.  Once Europe’s leaders make a political decision to act, they can move quickly.

There is a strong case to be made for using the EU’s balance sheet. Tapping into the triple-A credit of the EU has the additional advantage of providing a much-needed economic stimulus for Europe. With global interest rates at historic lows, now is a particularly favorable moment to take on such debt.

In the short term, reforms of the EU’s existing instruments would allow a far more effective mobilization of resources than the creation of new ones. Two sources of money in particular—the European Financial Stability Mechanism (EFSM) and the Balance of Payments Assistance Facility (BoP)—should be put to the task. These sources complement each other: the EFSM was designed for loans to euro-area members, whereas the BoP is for EU members that do not belong to the Eurozone. Both kinds of loans will be necessary for a comprehensive approach to the crisis. Both also have similar institutional structures, and both are backed entirely by the EU budget—and therefore do not require national guarantees or national parliamentary approval.

The Macro Financial Assistance facility (MFA) is yet another source of borrowing specifically designed for actions outside of the EU. It has proven an important instrument in countries like Ukraine but it needs a new framework agreement. (This is urgent because a framework agreement takes a long time to enact and the current Ukrainian government deserves more support than the EU is currently able to offer.)

The combined gross borrowing capacity of the EFSM and the Balance of Payments assistance facility is €110 billion. The borrowing power of the latter is almost completely unused. The EFSM has made some €46.8 billion worth of loans to Portugal and Ireland and its spare capacity grows each year as those loans are repaid.

All the instruments mentioned add up to a substantial unused borrowing capacity.

Spending a large amount at the outset would make it much easier to manage immigration and will allow the EU to respond more effectively to some of the most dangerous consequences of the crisis.

These include the kind of anti-immigrant sentiment that fueled Brexit and is poisoning other states; support for authoritarian political parties; and despondency among those seeking refuge in Europe who now find themselves marginalized in Middle East host countries or stuck in transit in Greece.

Making large initial investments will help tip the economic, political, and social dynamics away from xenophobia towards constructive outcomes that benefit refugees and host countries alike.

***

Of course, raising more debt with the current budget will eventually pose deeper questions in light of the limited revenues of the EU budget. The situation has gotten worse over the years as the real own resources of the EU budget (such as customs duties) have shrunk. It is now time to drastically reshape how the EU’s own resources are raised.

The reduction of the EU’s resources in 2014 to 1.23% of GDP was a tragic mistake and we are paying the price for it now. The EU cannot survive with a budget of this size. I was greatly encouraged last year when Minister Schauble raised the idea of a pan-European gasoline tax. The European Parliament should seriously consider this idea.

The proper route for such a tax increase would be for the European Commission to propose new legislation to be adopted with the unanimous support of all members. This would likely fail, given unanimity rules in budgetary matters. But if a “coalition of the willing” of at least nine countries could be assembled, the Commission could act without unanimity. The proposed European financial transaction tax (FTT) sets an important precedent even if it is still a work in progress. A stable source of revenues would greatly increase the amount that the EU can borrow and would allow it to finance new initiatives.

In any case, the EU and its member states must find new sources of tax revenue. Another approach would be to levy special EU-wide taxes. The new tax revenue could come from a variety of sources, including the existing EU-wide VAT; or a new tax on travel into the EU and on visa applications, which would shift some of the burden onto non-EU citizens wishing to travel to the EU.

I accept the difficulty of raising additional tax revenue but there are encouraging precedents for instance, the Single Resolution Board that raises a levy on the banks could in principle borrow money against that levy. There are many instances where, despite institutional obstacles, the creativity of lawmakers and the Commission has allowed new instruments to emerge.

The euro area also needs a budget of its own, as a subset of the European Budget. The European Stability Mechanism created during the crisis can be seen as the embryo of such a budget but it is an intergovernmental construct subject to the vetoes of national parliaments. Member states should be encouraged to bring the ESM under the control of the European Commission and the European Parliament. In practical terms, this would amount to a transfer by the member states of the €80bn of paid-in capital they have invested in the ESM. This would also allow extending its use to other purposes like the creation of a European unemployment scheme.

Finally, I come to the legacy expenditures that have crippled the EU budget. Two items stand out: cohesion policy, with 32% of expenditures, and agriculture with 38%. These will need to be sharply reduced in the next budget cycle starting in 2021.

With these changes related to its finances, the European Union would be much stronger. It would be in a position to respond to a destructive economic slowdown, it would have the means to address the corrosive consequences of the refugee crisis both in Europe and abroad and finally it would recognize the institutional existence of the euro area and its specific fiscal and financial needs.

To sum up, the refugee crisis poses an existential threat to Europe. As I said before, it is the height of irresponsibility to allow the EU to disintegrate without utilizing all its resources. Throughout history, governments have issued bonds in response to national emergencies. When should the triple-A credit of the EU be put to use if not at a moment when the European Union is in mortal danger?
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