Donnerstag, 17. Dezember 2015

"Deutschland laeuft heiss"

Hier ein wunderbarer Artikel von Steffen Bogs, dem Betreiber des Querschuesse Blogs.



Besser kann man die Zustaende im deutschen Wirtschaftsjournalismus wohl kaum aufs Korn nehmen. Sehr lesesenswert! Inkl. der Kommentare.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Sonntag, 20. September 2015

Was die Waehrungsmaerkte ignorieren

 Quelle
"Die Entwicklung der unbereinigten Leistungsbilanz der Eurozone in der kumulierten Version, von Januar 1999 bis Juli 2015 in Mrd. Euro im Chart. Im Juli 2015 kumuliert sich ein Überschuss von +170,313 Mrd. Euro."

Quelle
"Die Entwicklung der kumulierten US-Leistungsbilanz seit Q1 1960 bis Q2 2015 im Chart. Erstmals betrug das kumulierte Leistungsbilanzdefizit über -10000 Mrd. Dollar (Q2 2015: -10065 Mrd. Dollar). Brisant, dass kumulierte Defizit aus dem Handel mit Waren und Gütern, als Teilbilanz der Leistungsbilanz, erklomm -13006 Mrd. Dollar. Niemals wird die Welt eine realwirtschaftliche Gegenleistung dafür sehen!"

Sapere Aude!

Georg Trappe

Montag, 7. September 2015

Syrien


The Syrian Refugee Crisis and the ‘Do Something’ Lie

Quelle







Interessant ist schon welches Ausmass und Format die Berichtererstattung ueber die Zuwanderung von bisher ca. 400 Tsd. Fluechtlingen zu 400 Mio. Einwohnern in Europa, das sind 1 Promille, angenommen hat. Mich erinnert es in Teilen an die 9/11 Berichterstattung und es stellt sich die Frage, was soll mit einem derartigen medialen Trommelfeuer bei denjenigen, die sich die Welt taeglich in 15 min von Jan Hofer erklaeren lassen, bezweckt werden.

 

Sapere Aude! 

Georg Trappe

P.S.: Und in Asien:

http://thediplomat.com/tag/japan-collective-self-defense/

http://www.japantimes.co.jp/news/2015/09/16/national/politics-diplomacy/japans-defense-reform-tarnished-low-public-support-unconvincing-sales-pitch 

 http://renegadetribune.com/isis-collaborator-john-mccain-displays-photo-of-dead-syrian-boy-on-senate-floor/ 

Sonntag, 23. August 2015

Fortschritt bei der Linken

Lafontaine macht sich offenbar Sorgen um die Linke und Europa.

Quelle: („OskarLafontaine 2005“ von Gunther Hißler - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:OskarLafontaine_2005.jpg#/media/File:OskarLafontaine_2005.jpg)

Und da ich mir als Aussenstehender weniger Gedanken um evtl. Anmassungen und Ungerechtigkeiten gegenueber einem ehemaligen SPD Parteivorsitzenden und Bundeswirtschaftsminister mache, als er sich offensichtlich gegenueber dem zurueck getretenen griechischen Ministerpraesidenten Tsipras macht, kann ich nur Fortschritt in Trippelschritten diagnostizieren. Obwohl, so langsam geht dem einen oder anderen ein Licht auf. Denn wenn man mal halbwegs verstanden hat, wie Banken funktionieren, dann kommt das grosse Erwachen, was gesetzlich verbriefte “Unabhaengigkeit” und die Verlagerung in den supranationalen Raum beim zentralen Fuehrungs-und Lenkungsinstrument kapitalistischer Wirtschaften bedeutet. Wuerde man dann noch verstehen, was das Erfolgsrezept “Investieren” , von allen wirtschaftlichen Akteuren nach Kraeften immer wieder angewendet, hervorbringt, dann wuerde man sich auch ueber eine Rueckkehr zum EWS als “Loesung” keine Illusionen mehr machen.

Wie war das mit dem Groschen, der pfennigsweise faellt?

Da muss man wohl angesichts der Legionen von politikberatenden sog. Wirtschaftswissenschaftlern, die mit absurden Gleichgewichtstheorien nicht nur  Banken in ihrer realen Funktionsweise komplett ausklammern sondern auch das Fettaugensyndrom und seine Ursachen negieren, das Gebotene als enormen Fortschritt in der politischen Klasse betrachten.

Sapere Aude! 

Samstag, 1. August 2015

Wo "Die Linke" auf dem Schlauch steht

Wo "Die Linke" auf dem Schlauch steht. Und sehr wahrscheinlich ein grosser Teil der 99% auch.
-
Im Laufe einer Diskussion auf dem faktenorientierten und sehr empfehlenswerten Wirtschaftsblog Querschuesse, fiel es mir wie Schuppen von den Augen.



"Die Linke" weiss nicht wie Banken funktionieren! Und der Rest der 99% moeglicherweise auch nicht. Das der Saeulenheilge der Linken, Karl Marx, es nicht wusste, leicht erkennbar an den ausufernden verbalen Kunstfluegen um Banken, Geld und M-C-M´, hatte ich ja schon mal an anderer Stelle erwaehnt. Das die linke Analyse seitdem offenbar immer noch in weiten Teilen auf der Stelle tritt, war mir nicht bewusst.
Aufgedeckt hat das ein Hinweis eines Mitkommentators auf Querschuesse, der dort auf eine Einleitung zum Buch "Apologie von links: Zur Kritik gängiger linker Krisentheorien" von Sandleben und Schaefer verlinkte. Darin heisst es u.a.:

“In der gesamten linken Krisentheorie ist das fiktive Kapital ein Buch mit
sieben Siegeln geblieben. Die verschiedenen Bestimmungen des Kapitals
werden nicht klar genug voneinander geschieden und immer wieder durcheinander
gewürfelt: Das Leihkapital, das im Kredit vom Verleiher an den
Borger fortgegeben wird, verschmilzt häufig mit dem Rückzahlungs- und
Zinsversprechen, das nur einen Anspruch auf Geld beinhaltet. Dann wiederum
wird dieser Anspruch auf Geld, der das fiktive Kapital bildet, mit dem
Geld selbst verquickt, sodass der Schein entsteht, als wären Bankeinlagen,
Anleihen und selbst Aktien eine Form des Geldes. Häufig verschwimmen
die Bestimmungen des Leihkapitals mit denen des Geldkapitals, das vom
fungierenden Kapital vorgeschossen wird, sodass der falsche Eindruck entsteht,
als würden verleihende Banken das Kapital auch in der Industrie und
im Handel steuern. Solche Missverständnisse gehen teilweise aus dem zinstragendenKapital selbst hervor, weshalb es Marx gelegentlich als „die Mutter
aller verrückten Formen“ (MEW 25: 483) bezeichnete. Statt diesen Kapitalfetisch
zu enthüllen, wird er in der linken Krisendebatte nur breitgetreten
und zu einer Macht der Banken und Finanzmärkte mystifiziert.
In unserem Exkurs, den das fünfte Kapitel beinhaltet, wollen wir systematisch
die verkehrten und widersinnigen Vorstellungen von der besonderen
Macht der Banken widerlegen, indem wir Schritt für Schritt die verschiedenen
Sparten des Bankgeschäfts, angefangen vom Zahlungsverkehr bis hin
zu den verschiedenen Geschäftsbereichen des Investment-Banking, unter der
Fragestellung durchkämmen, ob sich irgendwo für die Banken eine Quelle
der Macht auftut. ”
Und:
“Wenn wir nachfolgend ein rabenschwarzes Bild von der linken Krisen-
theorie malen, dann darf eine wichtige und sehr erfreuliche Tatsache nicht
übersehen werden: Wenngleich mehr im Verborgenen stößt man immer wieder
auf Beiträge und Diskussionen, die das ideologische Feld der Systemverteidigung verlassen. …..
Unsere Analyse
der verschiedenen Phasen der großen Krise führte zu dem Ergebnis, dass die
Krise ihrem inneren Zusammenhang nach eine Überproduktionskrise war,
anfangs eine Überproduktion in der Bauwirtschaft, gefolgt von einer allgemeinen
Überproduktionskrise 2008, die alle bedeutenden Wirtschaftszweige
erfasste und ihre Ursache im Kernprozess kapitalistischer Warenproduktion,
im systematischen und notwendigen Auseinanderfallen von Produktion und
Markt hatte. Die in der linken Krisendebatte verbreitete Vorstellung, die
Schockwellen der Finanzkrise hätten die „Realwirtschaft“ infiziert und in
eine Krise gestürzt, wiesen wir schon damals als „Mythos“ zurück (Sandleben/
Schäfer 2009: 16). Entlang des tatsächlichen Krisenverlaufs konnten
wir belegen, dass es sich umgekehrt verhielt, dass die Krise der Finanzmärkte
durch die Folgen der Überproduktionskrise hervorgerufen worden war.
Auf der Grundlage dieser Krisenerklärung werden wir im letzten Kapitel
einige Tendenzen des bisherigen Krisenzyklus thematisieren, um auf dieser
Grundlage eine Antwort anzudeuten, wohin die Krise treiben wird. ”
Da durfte man gespannt sein.
Insbesondere vor dem Hintergrund dessen, was der ebenfalls verlinkte Gustavus Meyer auf ca. 800 Seiten wohl sehr wort- und facettenreich illustrierte.
Ein paar spontane Fragezeichen meinerseits, waren:
Wie passen “eine Überproduktion in der Bauwirtschaft” und Zeltstaedte sowie 40 Millionen von Foodstamps Abhaengige zusammen?
Naja und auf “wollen wir systematisch die verkehrten und widersinnigen Vorstellungen von der besonderen Macht der Banken widerlegen,…” war ich wirklich extrem gespannt.

Im Nachlauf bin ich dann auf Folgendes gestossen:
http://www.guenther-sandleben.de/finanzkapital.html
http://www.guenther-sandleben.de/mediapool/57/574173/data/Sandleben_Hilferding.pdf


Ich zitiere mal:
“Im Konstitutionsprozess des Finanzkapitals sollen die Banken bereits durch die Art ih-
res Geschäfts eine Sonderrolle einnehmen: Sie verfügten über das notwendige Geld-
kapital der Wirtschaft und könnten diese Macht, wie Hilferding meinte, mehr und
mehr zu ihrem Gunsten ausbeuten. In An-lehnung an die Marxsche Kredittheorie
zeigt Hilferding insbesondere im viertenKapitel seines Buches, wie den Banken
das verleihbare Geld zufließt. Er nennt diefolgenden beiden Quellen: Erstens den
Kreislaufprozess der jenseits der Bankenfungierenden industriellen und kommerziel-
len Kapitale (bei Hilferding fälschlicherwei-se unter dem Begriff der „produktiven“ Ka-
pitalisten zusammengefasst). Die wichtigs-ten Momente der Freisetzung sind die un-
terschiedlich langen Umschlagszeiten derverschiedenen Kapitalteile, die Verkürzung
der Zirkulations- und Produktionsperioden,Preisänderungen und nicht zuletzt der rea-
lisierte Profit, soweit dieser vom Unterneh-mer bzw. seinem Anhang weder konsumiert
noch akkumuliert werde.Zweitens würde den Banken das Geld aus
dem Vorübergehend oder auch für längereZeit nicht genutzten Einkommen aller Klas-
sen zufließen. All diese Gelder würden von der Bank gesammelt, zentralisiert und
könnten den fungierenden industriellen und kommerziellen Kapitalisten als Kredit zur
Verfügung gestellt werden. …….”

Und dann:

“Eine hegemoniale Stellung der Banken als neue Qualität kapitalistischer Entwicklung
ist daraus nicht so ohne weiteres abzulei-ten. Denn die Geschäftsbeziehungen be-
stehen aus wechselseitigen Verpflichtungen zwischen Banken und Kunden, ohne dass
eine besondere Machtquelle der Banken erkennbar wäre: Die Bank muss verleihen,
um ihr Kapital zu verwerten; umgekehrt be-nötigen die Unternehmen das Geld, um
wirklich fungieren zu können, d.h. um In-vestitionen oder sonstige Zahlungen zu tä-
tigen. Hilferding beginnt den Triumphzugdes Finanzkapitals mit einer willkürlichen
Herangehensweise, indem er die wechsel-seitigen Abhängigkeiten in einseitige ver-
wandelt, bei denen die Banken als Gewin-ner, die fungierenden Kapitalisten dann als
die Verlierer dastehen. …..”

Holy Moly! Da zieht es einem glatt die Socken aus.
Es ist zum Haare ausraufen. Die Linke (inkl. Marx) versteht nicht wie Banken funktionieren und die Kapitalisten begreifen nicht, dass, wenn sie ihr Spiel endlos fortsetzen, dank stetig fortschreitender Konzentrationsprozesse auf allen Ebenen (aka Fettaugensyndrom) die Verhaeltnisse auf die Verhaeltnisse in einer zentralistischen totalitaeren Planwirtschaft zusteuern.

Hilferding hat die Macht der Banken vollkommen richtig erkannt. Aber er wusste nicht, dass Banken Geld aus dem Nichts schoepfen. Daher schwurbelt er etwas zusammen, was keinen Sinn macht.
Sandleben kritisiert Hilferding zwar an der richtigen Stelle, aber er verdreht es dann vollstaendig, weil auch er nicht verstanden hat, wie Banken funktionieren.
Sandleben ist ein Depp.
-
Geld wird von den Banken im Zuge der Kreditvergabe geschoepft. Das ist ein willkuerlicher Akt, der an nichts gebunden ist. Banken entscheiden frei, wer, wann, wieviel Geld zu welchen Konditionen und zu welchem Zweck bekommt. Damit sind Banken die Planungsbueros des Kapitalismus und Dank Konzentrationsprozessen auch im Finanzsektor zunehmend die zentralen Planungsbueros.

http://de.reuters.com/article/economicsNews/idDEKCN0PY12L20150724


Dazu noch mal Herrhausen (1982/83):
“Ich wähle deshalb eine rein theoretische, nicht eine ideologische Ausgangsposition für die Betrachtung wirtschaftspolitischer Strategien. Solche Strategien müssen sich ableiten von dem, was man als die Aufgabe der Wirtschaft versteht. Und ich denke, daß jede Wirtschaft, gleichgültig ob sie in einer kapitalistischen, sozialistischen oder kommunistischen Gesellschaftsordnung angesiedelt ist, drei Hauptaufgaben zu erfüllen hat und daß ihre Effizienz daran gemessen werden kann, wie gut sie das tut.
Diese drei Hauptaufgaben sind: Allokation, Produktion, Distribution oder, um die Fachsprache ins Alltagsdeutsche zu übersetzen: Aufbau und Anordnung von industriellen und gewerblichen Kapazitäten, Einsatz und Beschäftigung dieser Kapazitäten, Verteilung der Beschäftigungsergebnisse.
Es geht in jeglicher Volkswirtschaft darum, möglichst solide Grundlagen zu schaffen, auf denen Güter und Dienste erzeugt werden, und diese Güter und Dienste dann denjenigen, die an dieser Wirtschaft als Verbraucher und/oder Erzeuger teilnehmen, zukommen zu lassen.”
Und wie macht man das als Baenker?

In dem man Geld schoepft und gezielt dort einsetzt wo es zum Aufbau von industriellen und gewerblichen Kapazitäten, dem Einsatz und der Beschäftigung dieser Kapazitäten und zur Verteilung der Beschäftigungsergebnisse benoetigt wird.

Und zwar nach Gutsherrenart, Kraft souveraener Willkuer!

Das funktioniert auch wunderbar in einer Aufbauphase wie in Deutschland aber auch in Japan nach 1945. Aber dann entwickelt sich etwas, was offenbar keiner auf der Rechnung hat, trotz eindeutiger historischer Erfahrungen. Konzentrationsprozesse fuehren in eine Erstarrung. Machtkonzentration fuehrt dazu das Fehler und Machtmissbrauch katastrophale Folgen fuer das Gesamtgebilde haben. Es gibt keine Redundanzen und damit keine Korrektive mehr, die Fehlentwicklungen ausgleichen koennten. Zentralistische Systeme sind zwar hoch effizient aber eben auch extrem empfindlich gegenueber Fehlern und Problemen.
Da reicht eine Fehlentscheidung um alles zum Einsturz zu bringen.
Dezentrale Strukturen sind da viel robuster.

Und hier noch das, was Marx, die Linke und Sandleben nicht verstehen bzw. nicht verstehen wollen:

http://www.bankofengland.co.uk/publications/Pages/quarterlybulletin/2014/qb14q1.aspx
http://www.bankofengland.co.uk/publications/Documents/quarterlybulletin/2014/qb14q102.pdf

Und nochmal Prof. Richard Werner mit einem Experiment, welches obiges verifiziert:

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1057521914001070

Sapere Aude!

Georg Trappe


Mittwoch, 29. Juli 2015

Was ist eine Investition?

Wenn Sie den Begriffsdefinitionen der sog. Wirtschaftswissenschaften folgen, dann enden Sie in einem Labyrinth aus Smoke and Mirrors und werden die Sache nie klar bekommen. Das ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit so gewollt!
Um die Sache klar zu bekommen, muss man sie von den beobachtbaren Dingen her denken.


Quelle
Meine Kurzfassung:

Eine erfolgreiche Investition ist ein erfolgreicher Aneignungs- / Enteignungsprozess.
Der Investor (Unternehmer oder Staat) geht zur Bank und nimmt einen Kredit auf.
Die Bank schoepft Geld = eine zur Umlaufaehigkeit veredelte Forderung = eine allgemein akzeptierte Forderung = eine Forderung gegen die Allgemeinheit aus dem Nichts und stellt sie dem Investor zur Verfuegung. Gleichzeitig kreiert sie eine spezifische auf den Kreditnehmer gerichtete Forderung auf Rueckzahlung = den Kreditvertrag.
Der Investor kauft mit dem zur Verfuegung gestellten Geld z.B. Arbeitskraft gegen Lohn.
Der Investor bestimmt die Verwendung der Arbeitskraft (z.B. den Bau einer Strasse).
Am Ende gehoert dem Investor bzw. der Bank die fertig gestellte Strasse.
Um seinen Kreditvertrag erfuellen zu koennen, fordert der Investor eine Nutzungsgebuehr fuer die Nutzung der Strasse durch die Arbeiter und diejenigen, die die Arbeiter gegen Geld durchgefuettert haben (Bauern), weil diese Geld erwerben mussten, um z.B. ihre Steuern zahlen zu koennen.
So fliesst das Geld wieder zurueck zur Bank und dort wird der Kredit getilgt = das Geld wieder vernichtet.
Bliebe es dabei, wuerde die Wirtschaft spaetestens an dieser Stelle zusammenbrechen, da ihr das Geld wieder entzogen wurde. Das System waere ueberbestimmt (zum einen durch die Zinsforderungen der Bank und durch das Streben eines jeden Teilnehmers Liquiditaet aufzubauen(1)), wenn nicht staendig neues Geld per Buchungsvorgang = Kreditvergabe kreiert wuerde.
Damit das nicht geschieht, muss die Bank weitere Investoren mit investitionswuerdigen Projekten finden, die den Arbeitern Arbeit geben und sich die Arbeitsergebnisse wie oben beschrieben aneignen koennen, um so ihre Kreditvertraege und ihr zentrales Motiv "Mehr" zu befriedigen. Aber es geht natuerlich auch ohne Arbeit und damit vollkommen unproduktiv. Z.B. dann wenn per Kredit an den "Maerkten" spekuliert wird = unproduktive Umverteilung in Nullsummenspielen.
Das System ist dadurch expansiv, erzeugt aber gleichzeitig hochkonzentriertes Eigentum an den Dingen (z.B. Produktionsmitteln) bei denjenigen, die von der Bank als kreditwuerdig erachtet wurden und diesen Kredit im obigen Sinne erfolgreich investiert haben.
Geraet die Kreditvergabe und damit der Investitions- = Aneignungs- / Enteignungsprozess aus welchen Gruenden auch immer (z.B. Bindung der Geldschoepfung an Gold, Ideenlosigkeit der Investoren, Krisen, die den Vorgang und seine Folgen offenbaren) ins Stocken, droht unweigerlich der deflationaere Kollaps.

Sapere Aude!

Georg Trappe

(1) Mit ueberbestimmt, meine ich nicht, dass die Zinsen  im Gesamtsystem fehlen, das tun sie definitiv nicht, sondern das eine Diskrepanz entsteht zwischen der vertraglich vereinbarten Rueckzahlungsrate (inkl. Zinsen), also dem Geldrueckfluss von Kreditnehmern hin zu Banken ueber alle Kreditvertraege und der freigegeben Geldmenge durch Sparer / Guthabeninhaber, also dem Geldfluss hin zu Schuldnern. Wenn dies geschieht geht entweder die Zahl der Nonperforming Loans bei den Banken durch die Decke oder aber es muss von den Banken neues Geld per Kreditvergabe injektiert werden, was dann hoffentlich auch den Weg zu Schuldnern findet. Ist letzteres nicht der Fall, weil die Sogwirkung hin zu den bereits hochkonzentrierten Geldvermoegen so gross ist, dass selbst eine stetige Kreditausweitung nicht mehr hilft, dann ist der deflationaere Zusammenbruch auch nicht mehr per Geldmengenausweitung aufzuhalten. Das System ist dann endgueltig gekippt.
Vielen Dank an SB fuer das Nachhaken, was zu dieser Klarstellung gefuehrt hat.

Freitag, 24. Juli 2015

How to create a financial tsunami (Part 3)

You may wonder where is part 2. Well, I guess it will take me a while to finish. However, things are progressing and the next financial tsunami is being build. This time by Janet Yellen and her friends at Wall Street.

"While Wall Street frets over the ability of bond markets to absorb an approaching interest rate rise, the U.S. Federal Reserve has a message for the industry: deal with it."

As the chart above illustrates, interest rates set by the US FED followed a downward trend for  30 years and approached zero in 2009. Almost every hike was followed by a recession and a drastic drop of interest rates. It is important to note, that a hike in interest rates drives the value of existing bonds down and a drop of interest rates drives the value up.
So what will holders of large amounts of low yielding bonds do, when the FED anounces to drive interest rates up? And what does that mean for the liquidity of the financial system and the real economy? The level of US central bank money in the system has reached 4000 billions US$ at this point in time, about five times the level before the outbreak of the GFC.



But the fundamental problem of a tremendous current account deficit is still there and the cumulated piles of US$ nominated paper in the hands of hyperproductive foreign economies like China, Japan and the oil exporting countries did not disappear.

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: The first law of liquidity: When it is most needed, it will be least available.
To understand why, I recommend to view the following in the given sequence.
It will be worth the time spent.





Samstag, 18. Juli 2015

How to create a financial tsunami (Part1)

How to create a financial tsunami and steer attention away from its epicenter.


Quelle

1. You cheat your currency into the status of world reserve currency and force international trade to be nominated in that currency.

2. You enjoy a permanent and steady growing current account deficit with most of your trading partners, since every nation, that want to engage in international trade, has to build up liquidity (reserves) in your currency. Which means they have to ship goods to you, to receive paper money created by your central bank in return from you.



Quelle

3. Should a weaker trading partner fail to comply to the reserve requirements, you "help"  via international institutions like IMF and World Bank, where you have secured yourself a dominant role. And to get those derailed odd balls back on track for you, these international institutions will apply the so called "Washington Consensus"  on to them. In case the odd balls are not willing to follow and implement the recipe, they are cut off the international payment systems and with that, they will be cut off from international trade.

4. Since it would become obvious, that your ever increasing cumulated current account deficit is financed by your central bank, you let your government issue bonds and let them be rated triple A by your rating agencies. So foreign "trading partners" can convert their piles of your currency into interest bearing bonds of "very best quality". And as long as your government issues enough such "attractive bonds" to cover your current account deficit with your trading partners, your net outflow of central bank money should be minimal.

Quelle

5. When it becomes foreseeable that the cumulated debt of your government approaches a ceiling, you ask the most talented people of your finance sector to become creative. And they certainly will be able to create a more then sufficient amount of triple A rated papers out of mortages and subprime mortages issued by commercial banks and semi commercial institutions like Fanny Mae and Freddy Mac. Bundled, cut into tranches with the higher risk tranches insured by CDS´s written by the world largest insurance company (AIG), you get a tremendous amount of "attractive and treasury like quality" triple A papers that can be sold to foreigners. So you keep the net outflow of your central bank money minimal, while continuing to consume foreign goods at a reckless rate without delivering something real in return.

6. To ignite the tsunami, you hire an "talented economist" like Ben Bernanke to become head of your central bank. This guy will raise interest rates and curb the  creation of new central bank money to zero.



7. With that a certain amount of the weakest subprime mortages will default and trigger a chain reaction, which will result in a sharp increase of net outflows of your central bank money while the central bank is still on the monetary brakes.

8. The net outflow of your central bank money will raise to tremendous amounts in a very short period of time and will stay high for a long period of time because:

Quelle

8.1 Your current account deficit stays high, since your economy has become deeply dependened on the delivery of foreign goods like oil etc.

8.2 Your "trading partners" not only stop buying your triple A crap papers = stop returning your central bank money received as payment for the goods delivered, but they will start selling that stuff off = demand additional central bank money out of you. Since a good part of the defaulting papers were "insured" with CDS´s, this creates an enormous lever, since the premium payments (1% of face value) of the bond holders = inflows for you, turn all of the sudden into a 100% of face value obligation = outflow for you and your "insurance industry".

8.3 First money markets and then commercial banks in your country run dry.

8.4 Only massive bail outs by your central bank and central banks around the world can stop a total collaps of the global financial system.

8.5 Your central bank is forced to substitute the ceased purchases of triple A rated  papers by foreigners by so called quantitative easing as long as your country runs a current account deficit.

8.6 You stay unable to balance your trade with foreign partners, since your economic leaders decided to move jobs to the workbench of the world for a higher profit, at the high time of the scam.

8.7 Your chief economists start talking about "bubble up for ever" and "secular stagnation".

To be continued...
Stay tuned.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Sonntag, 17. Mai 2015

Der Weisheit letzter Schluss

Nachdem Geschaeftsbanken unter Ausnutzung des Gresham´schen Gesetzes via exzessiver Buchgeldschoepfung  gesetzliches Zahlungsmittel fast schon der (mengenmaessigen) Bedeutungslosigkeit ueberantwortet hatten, erkennen nicht erst seit Beginn der Krise offenbar immer mehr Zeitgenossen den nicht ganz unwesentlichen Unterschied zwischen Geld, das durch die Zentralbank geschoepft wurde und Geld, welches durch Geschaeftsbanken kreiert wurde.

Quelle

Dieser Erkenntnis bzw. der daraus folgenden Konsequenz moechte nun der Wirtschaftsweise Bofinger, wie einige andere fuehrende Oekonomem auch, den Riegel vorschieben, indem er dem Publikum den bisher durch Geschaeftsbanken exklusiv kontrollierten Zugang zu gesetzlichem Zahlungsmittel endgueltig verwehren moechte.
Die dabei vorgetragenen Begruendungen sind ausgesprochen interessant und geben all denen recht, die bisher schon nach dem Motto ``Nur Bares ist Wahres`` agiert und argumentiert haben.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Sonntag, 26. April 2015

Griechenland & Co. und andere Probleme

Herr Reinhard Peda, ein Leser meines Blogs, bat mich vor ein paar Wochen folgenden Aufsatz fuer ihn an dieser Stelle der Oeffentlichkeit zugaenglich zu machen.
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Ich gehe erst mal zurück in die Vergangenheit und dann wieder zur Gegenwart.

                                                           Sättigungsgrad

Nach dem Ende des verheerenden zweiten Weltkriegs funktionierte das alleinige Geldschöpfungsmonopol der Banken. Investitionen erfolgten vorwiegend über Kreditvergabe der Banken. Hinzu kam, das Gewinne aus den Investitionen problemlos in weitere Projekte gesteckt werden konnte. Durch Investitionen steigt seitens der Unternehmer auch die Nachfrage nach Arbeitszeitanbietern. Arbeitslosigkeit sinkt, Massenkaufkraft steigt, was dann wiederum ein positives Umfeld für weitere Investitionen schafft. Praktisch ein sich selbstverstärkendes Wirtschaftswachstum aus dem Zusammenspiel von Kreditvergabe, Investitionen und Zunahme der Massenkaufkraft.
Nun erreicht jedes Produkt, unabhängig davon ob es auch exportiert wird, am Markt seinen Sättigungsgrad! Nun brauchen die Unternehmer nur noch soviel Arbeitszeitanbieter, um die Produktion nahe dem Sättigkeitsgrad des Produktes aufrecht zu erhalten. Kommt es dann zu Proktivitätsteigerungen für dieses Produkt, wird der Unternehmer, Arbeitszeitanbieter entlassen. Dann sinkt langsam aber sicher auch die Massenkaufkraft der Arbeitszeitanbieter, der Sättingungsgrad von Produkten wird immer schneller erreicht. Das selbst verstärkende Wirtschaftswachstum wandelt sich immer schneller werdend, ins Gegenteil um.
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Fast jeder hat mal von diesem "segensreichen" Konzern und dessen Besitzer gehört, gelesen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Standard_Oil_Company
Wenn Sie sich im Link mal mit diesem Politker (Theodore Roosevelt) beschäftigen? Besonders mit seiner Rolle für die Arbeitnehmerschaft! Dazu ein weiterer Link von einem anderen Politiker:
http://de.wikipedia.org/wiki/Franklin_D._Roosevelt
Und dem New Deal:
http://de.wikipedia.org/wiki/New_Deal
Irgendwie Komisch oder nicht? Alle heutigen wirtschaftlichen Probleme sind in der Vergangenheit schon mal passiert, und mehr oder weniger gelöst worden, bis auf das Problem der Geldschöpfung durch die Banken.
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Internationaler Handel
Dazu ein Blick zu den Geflügelbauern in Afrika, und wieder zurück, zur heutigen Situation:
http://www.3sat.de/page/?source=/nano/astuecke/122605/index.html
http://www.kritischer-agrarbericht.de/fileadmin/Daten-KAB/KAB-2012/Niemann-Haehnchen.pdf
https://www.boell.de/sites/default/files/assets/boell.de/images/download_de/oekologie/fleischatlas2013_s3637_WEB.pdf
Egal ob Importe, Verschuldung von Staat oder Bürgern im Ausland, und erfolgreichen Investitionen von Ausländern im Inland. All dies führt zum Kapitalabfluß aus einem Staat.
Will ein Staat diesen Kapitalabfluß umkehren um seine Auslandsschulden zu bezahlen, dann kann dies nur durch verringerung von Importen geschehen. Des weiteren sollten die meisten Investitionen, nur duch eigene Staatsbürger durchgeführt werden. Jeder Staat muss für sich entscheiden, welche Importe sind wichtig für das Wirtschaftliche funktionieren meines Staates.
Nun ein Blick auf die WTO:
http://www.bmwi.de/DE/Themen/Aussenwirtschaft/Handelspolitik/wto.html
In Afrika und vielen weiteren Teilen der Welt, ist der Dollar, eingeschränkt auch andere Währungen, das einzig anerkannte Zahlungsmittel im Welthandel!
Wenn ich mit den Zielen der WTO befasse, lese ich nur, das im wesentlichen Handelbeschränkungen abgebaut werden sollen. Also ich kenne noch ein EUROPA, wo durch abwertung der Landeswährung versucht wurde, seine Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Handel wieder herzustellen. Hat auf Dauer zwar auch nicht funktioniert, aber diese" Lösung" steht den afrikanischen Ländern und anderswo in der Welt, eben nicht zur verfügung. Zölle, um der heimischen Wirtschaft Zeit zu geben, um eventuell seine Wettbewerbsfähigkeit wieder zu erlangen, sollen aber auch nicht sein. Investitionen von ausländischen Konzernen in diesen Staaten beschäftigen sich im wesentlichen, um beschaffung von günstigen Rohstoffen, und eben nicht darum, durch Technologietransfer die Wettbewerbsfähigkeit dort wieder herzustellen.
In Europa beklagen wir die negativen Auswirkungen durch Einführung des EUROS zwischen den Staaten samt seiner Bevölkerung. In den meisten Staaten dieser Welt ist der EURO schon längst indirekt eingeführt, nennt sich halt DOLLAR!
Ja es ist Richtig. Wir befinden uns in einem Krieg, wo die Staaten zur Beute geworden sind, und die Völker in Haftung genommen werden. Es ist der Krieg zwischen Arm und Reich, wie auch dieser Mann meint:
http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/a-289509.html
http://gutezitate.com/zitat/172192

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                                                           Vom Reichtum.

Den Millionären und Milliardären sollen ja cirka 50 - 60 oder mehr % der Welt gehören.
Politiker Quasseln ja immer davon, "Wir brauchen mehr Wachstum und 2 % Inflation"! Und alle haben Angst vor Deflation. Hängt mit dem jetzigen Schuldgeldsystem zusammen. Bei Deflation steigt (Real - Kaufkraftmässig) die Schuldenlast an, auch ohne weitere Kreditaufnahme. Bei Inflation sinkt Sie.
Inflation können die Politiker sofort haben. Sie brauchen nur (Weltweit?) beschliessen, das alle Einkommen von abhängig Beschäftigten, an einem bestimmten Tag verdoppelt werden. Und schon verringert sich die Schuldenlast, leider auch die Geldguthaben zur Altersvorsorge. Berücksichtigen Sie dabei, das sich das meiste Geld am Tag X, in den Händen der kleinen Leute befindet! Mehr reale Kaufkraft wird dabei nicht erzielt, weil die Unternehmen ihre Preise an die Inflationrate anpassen werden.
Diese Rede kennen Sie noch?
http://www.gewerkschaft-von-unten.de/Rede_Davos.pdf
Umgesetzt von SPD und Grünen. Inflation über Lohnerhöhungen nicht erwünscht, daher was anderes. Ganz aktuell das Anleiheprogramm der EZB.
http://www.welt.de/wirtschaft/article138207084/So-schleust-die-EZB-Milliarden-ins-Finanzsystem.html
Ich Formuliere das Programm mal so: Inflation kann auch über Preiserhöhungen (Die Reichen wollen ja nicht Ärmer werden) generiert werden, alle anderen die Ihre Preise nicht erhöhen können, werden enteignet!
Bleibt noch das Wachstum.
Kennen Sie einen Flecken Erde, der ohne Besitzer ist? Wenn nicht, kann Wachstum (Reichtum) im anhäufen von Land, nur über den Verlust von anderen Landbesitzern generiert werden.
Einigen wird dieses Theorem bekannt sein:
http://de.wikipedia.org/wiki/Mackenroth-These
Und damit dieser Satz auch von allen verstanden werden kann, ergänze ich Ihn um ein theoretisches Wirtschaftsmodell:
Stellen Sie sich vor, einem Menschen, nennen wir Ihn Albert, gehören alle relevanten Sachwerte, wozu auch die Banken gehören, zum erzielen von Einkommen (Gewinn), auf diesem Planeten. Wenn dem Albert das alles gehört, ist weiteres Wachstum dadurch für ihn, nicht mehr möglich! Bleibt noch das Wachstum über Geldvermögen. Kann das Funktionieren für Albert, der schon alle relevanten Sachwerte besitzt?
Nun wird Albert mit seinem Besitz immer Einkommen erzielen, unabhängig davon, ob das eine oder andere Produkt nicht nachgefragt wird. Höhere Nachfrage bei einem Produkt erfordert neue Investitionen. Geringere Nachfrage - Einstellung von Investitionen in diesem Bereich. Notwendige Investitionen zum Betrieb für alle Bereiche bleiben davon unberührt.
http://www.wirtschaftslexikon24.com/d/investitionsarten/investitionsarten.htm
Egal wie auch immer, das Geld vom Markt wandert aufs Konto von Albert. Wenn der Markt aber kein Geld mehr hat, kann Albert nichts mehr Verkaufen! Damit Albert weiterhin gute Geschäfte machen kann hat Er die Möglichkeit, dem Markt sein überschüssiges Geld, als Kredit wieder zur verfügung zu stellen. Oder der Markt holt sich das Geld als Kredit von den Banken, das kann Albert erstmal egal sein, weil die Ihm ja auch gehören. Und nun geschieht scheinbar etwas Seltsames. In dem Moment, wo Albert sein Geldeinkommen über Zinseinnehmen der Kreditvergabe steigert, verringert Er seine Geldeinkommen über den Verkauf seiner produzierten Produkte.
Wenn einem Markt dauerhaft Geld entzogen wird sinkt die Nachfrage nach Produkten. Folge steigende Arbeitslosigkeit samt weiter schrumpfender Nachfrage. Stichwort - Sättigungsgrad! Wie auch aktuell bei Griechenland beobachet werden kann. Die Möglichkeiten der Staaten den Gewinn von Albert über höhere Steuern wegzubesteuern ist durch verfassungsrechtliche Hürden Grenzen gesetzt.  Im übrigen kann Albert durch Preiserhöhung gegensteuern.
Ist ja nur ein Modell werden einige sagen. Stimmt.
Ob Albert die Welt gehört oder den Milliardären, Millionären und den weiteren oberen 10 % plus X, ändert nichts an der Tatsache, das Kaufkraft am Markt von Arm nach Reich wandert, und von diesen Reichen nicht ersetzt wird.
"Der Reichtum einer Nation ist nicht dadurch zu Definieren, das aus Millionären Milliardäre werden, sondern dadurch, das die Massenkaufkraft des jeweiligen Volkes ansteigt, ohne das dies durch Schuldenaufnahme, des betreffenden Staates geschieht." Eigenes Zitat.
Die meisten Menschen gehören zu den Massenkaufkraftbesitzern. Denen brauch ich auch nicht erklären, das schon seit längerer Zeit, die eigene Persönliche reale Kaufkraft, immer weiter entwertet wird.
Ein alternativloses "Weiter So", und alle landen in der Armut.
Erinnern Sie sich noch an den Sättigungsgrad? Betrachten Sie die Massenkaufkraft als eine variable Größe. Nach einem Krieg wächst diese an. Das Ansteigen verlangsamt sich im laufe der Zeit und kehrt sich dann ins gegenteil um. Wenn Albert einen Teil von seinen Gewinnen nimmt um sich ein gutes Leben zu leisten, und alle weiteren Gewinne den Massenkaufkraftbesitzern wieder zurück gibt, dann ist der Massenkaufkraftverlust aufgehoben. Diesen Weg gibt es in der heutigen realen Wirtschaftwelt eben Nicht! Daher wird das Schrumpfen der Massenkaufkraft unverhindert weitergehen. Die scheinbaren Sieger im Wirtschaftskrieg untereinander werden versuchen ihre Positionen mit allen Mitteln, durch Verschlechterungen von Arbeitsbedingungen, Bezahlung usw., zu verteidigen, um letztendlich doch zu scheitern.    
Wie der Massenkaufkraftverlust anders aufgehoben werden kann, können Sie in dem älteren Gastbeitrag, derauch hier Veröffentlich worden ist, Lesen.
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Einige Staaten versuchen ihren Hals als "Exportweltmeister" aus der Schlinge zu ziehen. Klappt nur bis die Importeure reihum Pleite sind. Und sich mit steigender Verschuldung auch zum Exporteur zu mutieren, klappt igendwie auch nicht. Am besten geht es noch Staaten mit noch ausreichenden Rohstoffen. Nur den Völkern dieser Welt geht es schleichend immer Schlechter.
Wer kennt sie nicht, die international "Wohltätigen" Konzerne, die ihre Steuern gerne dort bezahlen, wo möglichst wenig anfällt. Wer genauer hinschaut stellt fest, das viele dieser Konzerne ihre Produkte bestenfalls noch in eigenen Fabriken zusammenbauen. Ansonsten werden die Produkte gleich komplett am billigsten Standort, der in der Welt gefunden wurde, hergestellt. Und da ist Sie wieder, die Wohltätigkeit bei Umweltschutz, Arbeitsplatzbedingungen und sonstigen menschenfreundlichen Standarts, durchgesetzt von diesen Konzernen.
Also, ich kann mir nicht einen nationalen Hersteller vorstellen, der auch nur die geringste Chance hat, gegenüber diesen Konzernen auch nur ansatzweise Konkurrenzfähig zu werden. Nationale Hersteller gibt es nur noch, weil das Geschäftsmodell zu wenig Gewinn abwirft, oder durch Patente geschützt ist.
In der Vergangenheit wurde die Standard Oil Company von den USA "zerschlagen". Das selbe werden Sie auch mit den International tätigen Konzernen machen müssen. Im Rahmen von ausgeglichenen Handelsbilanzen, und steigerungen bei der Massenkaufkraft, werden auch wieder Nationale Anbieter (Unternehmen) die Luft zum Atmen (Investieren) bekommen!
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Dank der alternativlosen Politik unserer "Mutti" und der Dankbaren Unterstützung unseres "Engels" Gabriel soll ja Ceta, TTIP und Tisa kommen. Da ich nun immer noch Lebe und keinerlei Angst vor Politikern jeglicher Farbenlehre habe, wurden die Politiker des Bundestages über den Umweg, einreichen einer Petition, Informiert, das ich die Umsetzung von Ceta, TTIP und Tisa für Hochverrat halte. Und auch, das ich mir meine Demokratie von den Politikern zurückholen werde.
Wie die PKW-Maut scheint auch CETA schon in trockenen Tüchern zu sein. Ansonsten kann ich mir dieses nicht Vorstellen:
http://www.manager-magazin.de/finanzen/boerse/warren-buffett-will-in-deutschland-weiter-zukaufen-a-1020353.html
Ohne CETA usw., welche nur die Eigentumverhältnisse von internationalen Globalplayern (Konzeren) absichern sollen, und damit Zukunftslösungen verhindert werden. Da passt auch dieses ins Spiel:
http://europoly.tagesspiegel.de/
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Noch bin ich ein Einzelkämpfer und brauche mich nicht vor meinen Nachkommen zu Rechtfertigen, warum Sie keinerlei Zukunft haben. Habe ich hier ja Erklärt.
Ich erkenne ein Totalversagen fast aller politischen Entscheider auf dieser Welt, egal ob diese als Diktatoren, religiöse Führer, Demokraten oder sonstwas daherkommen.
Ganz Klar für mich ist, wir brauchen eine neue Weltwirtschaftsordnung. Revolutionen enden auch nur in Bürgerkriegen. Der Zusammenbruch der Realwirtschaft dabei wäre allein damit auch schon Vorprogammiert. Bleibt mir nur Einfluß auf die Demokratien zu nehmen, um alle anderen kann ich mich im Anschluss kümmern.
Wenn Sie mich bei meinen Anliegen Unterstützen wollen? !
Leiten Sie beide Gastbeiträge von mir, an alle Politiker die in Ihrem Namen entscheiden weiter, und verlangen eine begründete Stellungnahme dazu. Machen Sie den Gewählten klar, das die Stellungnahme und zukünftige Entscheidungen von Politikern Ihr Wahlverhalten beeinflussen wird. Das betrifft alle Politiker des Bundestages, Ihres entsprechenden Bundeslandes bis hinunter zur kleinsten politischen Einheit. Die Politiker vor Ort gehören fast alle einer Partei an, und wenn die Merken das Sie ihr Amt verlieren könnten, wird dies auch Diskussionen innerhalb der Parteinen auslösen. Dieses Vorgehen sollte auch für Demokratien in anderen Staaten geeignet sein. Übersetzen, weiterverbreiten, ist von mir erlaubt.
Die für mich andere angenehmere Möglichkeit ist. In Werl gibt es die:
WP! – Ratsfraktion der Wallfahrtsstadt Werl
Wie auch woanders in Deutschland, gibt es die sogenannte Bürgerparteien, die oft auch hervorragende politische Arbeit leisten. Niemand hindert Sie daran, diese mal zu Wählen.
Ich mache mir nichts vor, es geht darum:
http://de.wikipedia.org/wiki/Repr%C3%A4sentative_Demokratie
Die altbekannten Parteien sind nun mal von Interessenvertretern jeglicher Coleur durchseucht. Entscheidungen zum Wohle des Soveräns, kennen Sie welche?
Daher meine weitere Forderung. Alle zukünftigen Gesetze können nur Gesetzeskraft erlangen, wenn Sie durch einfache Mehrheit des Soveräns bestätigt werden!
Und nur diese Parteien, welche diese Forderung umsetzen werden, sollten Sie Wählen. Dann sind Sie auch kein Stimmvieh mehr. Ob die jetzigen Parteien dazu bereit sind?
Nach Werl komme ich Umsonst und stelle mich noch offenen Fragen. Von allen anderen möchte ich zumindest meine Unkosten erstattet haben. Bin auch nur ein armer Rentner. Das Rauchen sollte mir ermöglicht werden.

Mfg Reinhard Peda



Nachtrag:
Was den Wettbewerb der Firmen untereinander angeht? Zu den Siegern werden alle Firmen gehören, welche bei gleichen Anfangsvoraussetzungen, in den Kosteneinsparungen vorne liegen. Üblicherweise Einsparungen von Steuern und Lohnkosten. Einsparungen bei Lohnkosten, und auch höhere Steuerbelastungen für Rentner und Lohnempfängern verringern die reale Massenkaufkraft. Im Moment befindet sich die Weltwirtschaft auf dem absteigenden Ast, im gleichklang mit der schrumpfenden realen Massenkaufkraft. Unternehmen werden nicht freiwillig den schrumpfenden Markt verlassen, und da wird auch nichts über das Notwendige hinaus Investiert. Zunehmen werden die Sauereien gegenüber Mitarbeitern und Umwelt, um als Unternehmen, möglichst lange im Spiel zu bleiben. Verschuldeten Unternehmen am Markt wird es immer schwieriger werden, Kreditrückzahlung zu gewährleisten, und Zinsverpflichtungen gegenüber ihren Gläubigern nachzukommen. Mit den bekannten Folgen für die Banken, mit Abschreibungen beim Eigenkapital und Einschränkungen bei gewährung neuer Kreditlinien, selbst für gute Schuldner, samt "Rettungsmaßnahmen" seitens der Staaten für die Banken! nichts anderes ist das Aufkaufprogramm der EZB:
http://www.heute.de/ezb-wirtschaft-ankurbeln-mit-millarden-kauf-von-staatsanleihen-36698732.html
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Das nächste Problem wird im folgenden Link beschrieben:
http://www.fr-online.de/wirtschaft/maechtige-konzerne-147-unternehmen-kontrollieren-die-welt,1472780,11055250.html
Man darf sich Fragen, warum gerade jetzt unbedingt CETA, TTIP und Tisa umgesetzt werden soll? Die Rolle der jetzigen Entscheidungsträger (Politiker) lass ich mal Unkommentiert.
Gegen diese geballte Markt- und Finanzkraft können nationale Familienunternehmer, und sogar ganze Staaten nicht konkurieren.
Ein weiter so wie jetzt und der Zusammenbruch der Weltwirtschaft wird unweigerlich kommen!
Die Besitzer der 147 Unternehmen werden einen schon einen Plan haben. Übersetzt, wie mache ich mir die Welt auf ewig Untertan. Ich weis auch nicht, wie die Wertschöpfungsketten dieser Unternehmen organisiert sind. Wer war noch mal für die Geldschöpfung aus dem Nichts und die Kreditvergabe zuständig? Könnte es sein, das sich nach dem Zusammenbruch der Weltwirtschaft die Besitzverhältnisse der nationalen Familienunternehmer und anderen, zu den 147 Unternehmen verlagert, und überflüssige gleich vom Markt genommen werden?

Freitag, 17. April 2015

Economists (like Paul Krugman) are like babes in the wood

During a recent conference in Brussels Paul Krugman gave an interesting insight in his thinking about the impact of inequality on current economic developments.

 Source

While I agree with most of his points, I am wondering why he considers inequality only a political risk and not! an economic issue. He seems to be so obsessed with the common equilibrium kind of economic thinking, that he can't see that inequality is a clear symptom of a systems out of equilibrium and that an ever increasing inequality is a typical symptom of a system that is driven out of equilibrium by a process that uses a continous flow of energy/work to build and maintain a hierarchical structure. He obviously never questioned the base of equilibrium theories and never asked the question, how is inequality created in an economic system and what process drives it to increase further and further until things break. When I asked my self that question, I came across the work of Fargione et al.. And while Fargione et al. were writing about enterpreneurs, I just generalized that finding and found out that inequality develops out of a very basic economic behaviour almost everyone applies every day when he/she engages in economic activity.

Only three very basic things have to be valid to generate an ever increasing inequality.

1.) Humans are capable/productiv enough to generate a surplus.
2.) Humans reinvest this surplus continously to increase their productivity in an aim to improve the (material) future for them self and their children.
3.) The success/returns of these reinvestments vary over population and time (for the purpose of a model in a random fashion).

As long as these three points are valid, inequality increases and the rate of increase is determined by  the variance of the returns. Large variances generate high increasing rates, low variances (= a more homogeneus growth over population and time) reduce the rate with which inequality rises.
So inequality has its roots in very basic economic behaviour as long as these three things are valid. And as long as that is not recognized the economic and political problems that are a direct result out of that ever increasing inequality will also increase until things break.
But such a view appears to be way to far out  for economists stucked in equilibrium theories. And they will never get it, when they never ask the question:
What economic process generates and drives inequality = disequilibrium?

Sapere Aude!

Georg Trappe

Freitag, 10. April 2015

The living on the expense of others glut

In a recent post Ben Bernanke points to the serious problem of constant german trade surplus, which leads to escalating imbalances of cumulated current accounts with a savings glut on one side and unsustainable indebtnes on the other side. While I agree on the destructive consequences of this development with Ben, I like to point out that only money that got created (by the banks) beforehand can be saved. So the savings glut follows an excessive money creation by the banking system. The savings glut, Ben Bernanke complains about, is a direct consequence of excessive money creation by the banks.

Quelle
The tendency of banks to expand their balance sheets, to increase the base of which they generate their income by interest differentials, is driving the level of debts and with that as a direct consequence the level of savings. The US banking system is doing this like nuts for decades now and the US as whole is living on the expense of others by trading the so generated IOUs for all kinds of goods like german luxury cars, japanese high quality products, chinese products and oil. The US is doing that with 88 of their trading "partners" and is in the meantime not only unwilling but unable to deliver real goods in return for this hughe cumulated pile of IOUs aka US$ and US$ nominated (triple A rated!) papers.
While it is certainly a stupidity on the german side to accumulate such amounts of IOUs from someone who is obviously unwilling and unable to deliver real stuff in return, it is the US who enforced the acceptance and savings of US$ all over the place by pushing a so called "Washington consensus" in their own narrow interest.

Quelle

By the way, the problem created by banks and powerful elites is very obvious on the level of economies, but it also exists inside every economy, where firms and people are forced to accept money created by banks for labour and real things, which end up highly concentrated in the hands of a few (very powerful). The global economy is not a level playing field nor is a single economy a level playing field. There is always a gradient of power which drives imbalances between economies but also inside economies to escalate.
Equilibrium is the pipedream of economists intended to hide this simple fact.

Quelle
And the banking system is instrumental to create that gradient and to increase its steepnes over time (until things break) and is making an enormous business out of this madness.

Sapere Aude!

GeorgTrappe

Sonntag, 5. April 2015

Sparen = Nichtinvestieren

Eine der fatalsten Verdrehungen der sog. Wirtschaftswissenschaften lautet I=S. Dies in Verbindung mit der Tatsache, dass die sog. Wirtschaftswissenschaften die Funktionsweise von Banken (angeblich?) nicht verstanden haben und falsch abbilden, indem sie behaupten Banken würden Ersparnisse von Sparern an Kreditnehmer weiter reichen, hat verheerende Folgen für die Wirtschaft. Ich werde Ihnen im folgenden aufzeigen warum.

Quelle
Banken kreieren im Zuge der Kreditvergabe Geld. Dieses Geld, einmal kreiert und in "Umlauf" (das Märchen vom "Geldkreislauf" ist ein weiteres Element in dem fatal falschen Bild der sog. Wirtschaftswissenschaften) gebracht, kann von seinem Eigentümer nach Belieben genutzt werden. Es kann in realwirtschaftliche Transaktionen fließen, es kann in Finanztransaktionen fließen, es kann auf einem Konto ruhen (was es die meiste Zeit tut) und dort per Zins einen Einkommensstrom generieren oder es kann zur Schuldentilgung = Geldvernichtung genutzt werden, wenn es denn in die Hände eines Schuldners gerät.
Nur die realwirtschaftlichen Transaktionen, dort vor allem die Lohnzahlungen an Arbeiter, die reale Werte/Leistungen erschaffen oder erhalten, haben das Potential Wertschöpfung / Mehrwertgenerierung zu bewirken. Alle anderen genannten Nutzungsmoeglichkeiten bewirken letztendlich nur die Umverteilung von Eigentum an bereits erarbeitetem/existierendem Realkapital oder per Buchungsvorgang kreiertem Finanzkapital.

Nun gibt es für die Wirtschaftsteilnehmer verschieden Möglichkeiten Einkommen zu generieren.

1.) Arbeit gegen Lohn
2.) Bereitstellung von staatlichen Leistungen gegen Steuern
3.) Bereitstellung von im Eigentum befindlichen Realkapital zur Nutzung gegen Rendite
4.) Spekulatives Handeln mit Real- und Finanzkapital gegen Spekulationsgewinne (überwiegend Bewertungsaenderungen in Nullsummenspielen)
5.) Entziehung von Finanzkapital = Sparen gegen Zinsen

Genutzt werden kann dieses Einkommen für
1.) Konsum von Waren und Leistungen (inkl. staatlicher Leistungen)
2.) Erwerb und Erhalt von Realkapital
3.) Erwerb von Finanzkapital

Die von den Banken (und Versicherungen) beworbene und mit Zinsen belohnte Möglichkeit Geld, nachdem es von den Banken im Zuge der Kreditvergabe erschaffen wurde, zu sparen, also der Realwirtschaft (möglichst lange über Festgeldkonten / Sparbriefe, Sparvertraege, Lebensversicherungen etc.) zu entziehen,  kreiert bzw. verstärkt ein realwirtschaftliches Problem der Unternachfrage, das nur durch eine ständige Ausweitung der Kreditvergabe = Bankbilanzen, natürlich durch die Banken, die ja an der Zinsdifferenz (bezogen auf das Bilanzvolumen) verdienen, "gelöst" werden kann. Da diese "Lösung" eine sich selbstverstaerkende Rückkopplung schließt, führt sie zu einer ständig steigenden Geldmenge (auf Konten, die nicht an realwirtschaftlichen Transaktionen teilnimmt). Wird diese Rückkopplung unterbrochen, weil die Banken keine Kredite mehr vergeben, entsteht über die Unternachfrage in der Realwirtschaft eine negative Rückkopplung und ein deflationärer Zusammenbruch. Das Ganze ist nicht neu, sondern seit der Weltwirtschaftskrise des vergangenen Jahrhunderts unter dem Begriff Sparparadoxon bekannt.
Die Versuche der Notenbanken durch Zinssenkung auf Null dem entgegenzuwirken, scheitern am weit voran geschrittenen Fettaugensyndrom. Denn das Finanzkapital ist wie das Realkapital hoch konzentriert. Da die Möglichkeit mit Eigentum an Finanzkapital per Zinsen Einkommen zu generieren eingeschränkt ist, wird nun verstärkt Option 4 gewählt, was zwar die Preise für Realvermoegenswerte in die Höhe treibt, aber das Problem der Unternachfrage nicht löst. Vielmehr wird sich die Konzentration der Vermögenswerte per Fettaugensyndrom beschleunigen, da die Streuung der erzielbaren Renditen  bei diesen Nullsummenspielen maximal ist.

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Hier noch zwei Beispiele von Maerchenonkeln und Maerchentanten, die dies nicht verstanden haben und mit ihren Vorstellungen nur der Finanzoligarchie in die Haende arbeiten.

Quelle
"Zum aggregierten Leistungsbilanzüberschuss beträgt das Gap jetzt sogar 815,673 Mrd. Euro! Ein Tributsystem auf “freiwilliger” Basis, perfekt installiert, Deutschland produziert, liefert und finanziert, via Finanzmärkte wird die zu Grunde liegende Genese vertuscht, ein stetiges liefern ohne Gegenleistung.
Zwingend können ja auch den chronischen, exzessiven deutschen Leistungsbilanzüberschüssen, respektive den Nettokapitalexporte gar nicht so viele werthaltige Assets der Schuldnerländer gegenüber stehen, denn zwingende Logik deren chronischen Defiziten ist ja, dass man nicht in der Lage ist, realwirtschaftliche Gegenwerte zu leisten, sondern den deutschen Anspruch darauf parkt, in Finanzanlagen, Krediten, Wertpapieren und Unternehmensbeteiligungen. Allerspätestens in offenen Finanzkrisen erweisen sich diese Ansprüche in Teilen als uneinbringbar und schon vorher dokumentieren sich auch Verluste."

Es gibt natuerlich auch Volkswirtschaften, die die komplementaere Position zu dieser verheerenden Entwicklung darstellen. Da sind beispielhaft die USA und das UK zu nennen.
Dort leisten die Finanzoligarchen der Wall Street bzw. der City of London ganze Arbeit.



Quelle

Quelle

Dabei ist die Darstellung fuer die USA nicht ganz konsistent und muesste wie der Graph fuer das UK Richtung Sueden abgetragen werden. Bemerkenswert in beiden Faellen ist, dass die Nettoauslandsschulden deutlich geringer sind als das kumulierte Leistungsbilanzdefizit.
Soetwas ist nur moeglich, wenn Laender mit eineem kumulierten Leistungsbilanzsurplus
wie Deutschland Verluste auf ihre Kapitalexporte realisieren muessen.
Man sollte sich also sehr sorgfaelltig ueberlegen, ob man seine private Altersvorsorge denen ueberlaesst, die ganz offensichtlich nur horrende Kosten auf ihre Kunden abwaelzen, aber gegen die Kollegen in den USA und im UK auffallend schlechte Karten haben.
Siehe auch hier.
Und hier.
Und hier. ;-)

Samstag, 14. März 2015

Lassen sich Schulden nicht abwaehlen?

Das Handelsblatt brachte gestern unter einer sehr erhellenden Ueberschrift einen Artikel des selbsternannten Wertkonservativen Wolfram Weimer:


Darin schreibt  dieser u.a.:
"In Europa darf nicht noch ein Land in die Hände von linken Halbstarken wie in Griechenland fallen. Denn Syriza zeigt, dass Links- wie Rechtsextreme auf der Regierungsbank vor allem Ressentiments pflegen"
und beklagt sich dabei ausfuehrlich ueber eine objektiv beobachtbare Polarisierung der politischen Lager in Europa, die Ausdruck einer seit Jahrzehnten durch neoliberale Ideologien voran getriebenen gesellschaftlichen Desintegration in Europa ist.

Die gewaehlte Ueberschrift ist deswegen erhellend, weil sie in ueblicher Manier verschweigt, das Schulden im etablierten System unabdingbare Voraussetzung fuer das Anhaeufen von Geldvermoegen sind. D.h. die Ueberschrift koennte genau so gut lauten:

 "Geldvermoegen lassen sich nicht abwaehlen." 

Und damit attestiert der Wertkonservative Weimer den endgueltigen Abschluss einer Restauration durch die Finanzoligarchie und den Rueckfall in Verhaeltnisse, wie sie vor 1789 herrschten. Es stellt sich damit auch sofort die Frage welche Werte der Schreiberling denn konserviert sehen moechte, wenn er sich unter einer solchen Ueberschrift als Wertkonservativer vorstellt. Die Menschenrechte koennen es nicht sein, denn diese gehen auf die Erklaerung der Menschen- und Buergerrechte durch die franzoesische Nationalversammlung im August 1789 zurueck und sind somit ein Produkt der Aufklaerung, die u.a. im Staatswesen mittels Wahlen einen zivilisierten Weg ermoeglichen wollte, ueber den die Mehrheit sich die Freiheit von Tyrannei durch uneinsichtige und/oder unwillige Koepfe zurueck holen kann. Griechenland wurde durch die korrupten, uneinsichtigen und unwilligen Koepfe in seinen Wirtschafts- und Politeliten in diese vollkommen aussichtslose Situation gefuehrt. Die Griechen haben als demokratisch verfasster Staat das Recht sich von einer derartigen Tyrannei per Wahl zu befreien. Das haben sie nun nach einem seit sieben Jahren andauernden Leidensweg  getan.
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Es ist ja modern geworden ganze Volkswirtschaften nach betriebswirtschaftlichen Regeln zu fuehren. Das ganze Gerede von Wettbewerbsfaehigkeit und die Verherrlichung von monetaeren Ueberschuessen per Leistungsbilanz deutet ueberdeutlich in diese Richtung. Nur wenn man dies, was ich fuer vollkommen unsinnig, brandgefaehrlich und einen Gesetzesbruch halte, so treibt, dann muss man Volkswirtschaften auch das Recht einrauemen, was man jeder Firma und jedem Einzelnen einraeumt.
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Japan gilt ja als das Musterbeispiel fuer Disziplin und Wettbewerbsfaehigkeit. Es ist so gesehen ein zweites Deutschland in Asien. Doch trotz gewaltiger Leistungsbilanzueberschuesse und einer eskalierenden Geldmengenausweitung = Verschuldung im Innern stagniert das BIP seit Jahrzehnten und die sozialen Verhaeltnisse spitzen sich immer mehr zu.













Quelle
Quelle2
Man kann sagen, das der wirtschaftliche / deflationaere Zusammenbruch in Japan bisher nur durch das Erzeugen gewaltiger chronischer Leistungsbilanzueberschuesse (was andere Laender zwangslaeufig in die Ueberschuldung treibt) und eine gigantische Geldmengen=Schuldenexpansion im Innern verhindert werden konnte.
Japan ist somit der lebende Beweis dafuer, dass die vorherrschende Ideologie und die damit verbundene Wirtschaftsweise nicht dauerhaft funktionieren koennen. Doch das alles wird von sog. Wirtschaftswissenschaftlern und die durch sie beratene Politik vollkommen ignoriert.

 „Hinrichtung Ludwig des XVI“ von Georg Heinrich Sieveking - http://www.uncp.edu/home/rwb/louis16_execution.jpg. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hinrichtung_Ludwig_des_XVI.png#/media/File:Hinrichtung_Ludwig_des_XVI.png

Wenn dann noch jeder zivilisierte Weg eine aussichtslos gewordene Situation aufzuloesen durch eine Rhetorik wie im oben zitierten Artikel verbaut wird, dann bleibt schlussendlich nur das weniger zivilisierte Koepferollen. Ob es das ist, was die "Wertkonservativen"   wollen?

Sapere Aude!

Dienstag, 24. Februar 2015

Von Feudalstaaten lernen

Mysterium Oelpreis

" "Ich bitte Gott, dass er unsere Nation bewahrt, damit wir in Frieden und ohne Gefahren leben können" sagte König Salman vor einem Monat, wenige Stunden nachdem er den Thron bestiegen hatte. Kurz darauf ließ er Geschenke an seine Untertanen verteilen: Unter anderem zwei Monatsgehälter für jeden Staatsbediensteten beziehungsweise zwei Monatsrenten für jeden pensionierten Beamten. Geschätzte Gesamtkosten des Pakets: 32 Milliarden US-Dollar.
Das Präsent zeigte vor allem eines: Vier Jahre nach Beginn des Arabischen Frühlings gibt die saudische Regierung das Geld nach wie vor mit vollen Händen aus. Das garantiert eine gewisse "Grundzufriedenheit" im Volk und soziale Stabilität."
 Nun ist es leider so, dass Deutschland ein eher rohstoffarmes Land ist. Daher "mussten" die hiesigen Herren zu ihrem Machterhalt (Sicherung der Marktanteile) das zu Dumpingpreisen auf den Markt werfen, was in Deutschland reichlich vorhanden ist. Gut ausgebildete und disziplinierte Arbeitskraft. Ueber mehr als zwei Jahrzehnte Reallohnstagnation sprechen da eine deutliche Sprache. 


Quelle

Gleichzeitig wurden die dadurch angehaeuften monetaeren Ueberschuesse aus der chronisch positiven Leistungsbilanz von unseren Herren nicht im Inland sondern via  City of London und der Wall Street im Ausland "investiert". Und zwar mit herben Verlusten. (Der Anteil der in Steueroasen versteckten Gewinne ist leider nicht ermittelbar).


Quelle

Verrottende Infrastruktur und erbarmungswuerdige Zustaende an den Schulen sind die Folge.
Dummerweise ist soetwas viel schwieriger zu erklaeren, als das Verschleudern von Rohoel und der Abbau von akkumulierten Leistungsbilanzueberschuessen zur Finanzierung von sozialen Wohltaten. Aber als deutscher Politiker und patriotischer Volkswirt dient man hierzulande seinen Herren und beschafft so die Legitimation fuer dieses haarstraeubende Verhalten bei den naechsten Wahlen, deren Ausgang weitestgehend von der Berichterstattung der Medien abhaengt, die nun auch den Herren gehoeren.

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Die deutschen Herrscher scheinen der Meinung zu sein, sie koennten sich ihren Machterhalt in der City of London oder an der Wall Street erkaufen. Das wird sich als folgenschwerer Irrtum herausstellen. Denn die Basis von Herrschaft ist Legitimation. Herrscher die diese aufs Spiel setzen, indem sie die Interessen von Mehrheiten ihrer Bevoelkerung verraten, handeln gegen dieses Prinzip und verlieren folglich ihre Legitimation und damit ihre Basis. Es gibt offenbar Staaten, da weiss man dies noch.

Sonntag, 22. Februar 2015

Just An Other Theory

In einer Gesellschaft, in der sich Menschen ueber ihre Faehigkeit materielle Werte anzuhaeufen definieren, strebt der Bedarf an materiellen Werten ("Wertspeichern") durch das allgemeine Streben nach "Mehr" gegen Unendlich. Die Grenznutzentheorie stoesst an ihre Grenzen und gibt einem generalisierten Greshamschen Gesetz Raum. Alles, was im Ruf steht dauerhaft Wert darzustellen oder sogar ueber Zeit im Wert zu steigen, wird gehortet und konzentriert sich in Folge des Fettaugensyndroms im Zentrum, waehrend das, was im Ruf steht, ueber Zeit an Wert zu verlieren,  vom Zentrum in die Peripherie diffundiert. Da Werte aber immer nur durch menschliche Arbeit entstehen und erhalten werden koennen, entsteht ein interessantes Spannungsfeld zwischen arbeitender Peripherie und Wert akkumulierendem Zentrum, das durch tiefe Abhaengigkeiten und eine Tendenz zu tiefen Krisen gekennzeichnet ist.


Quelle

Denn die Extraktion und der Transport des in der Peripherie erarbeiteten Mehrwerts hin zum akkumulierenden Zentrum bedarf eines Mediums, das aufgrund seiner Funktion einen Wert hat und damit selber zur Konzentration im Zentrum tendiert. Wenn aber die Peripherie trocken laeuft, kann sie keinen Mehrwert mehr erarbeiten und der Prozess kollabiert. Daher wird es unabdingbar, dass das Medium  in gegen Unendlich strebender Menge zur Verfuegung gestellt wird, was aber seine Glaubwuerdigkeit und damit seine Funktion unterminiert. "Bubble up for ever" funktioniert nicht. Die endlose Aneignung von in der Peripherie erarbeiteten Mehrwerten durch das Zentrum scheitert an der dummen Gier des Zentrums.

Bravo!

Georg Trappe

Siehe auch hier.

Freitag, 13. Februar 2015

Die Rolle der Banken in den sog. Wirtschaftswissenschaften


Steve Keen legt mal wieder den Finger in die Wunde. Es ist unglaublich, mit welcher Sturheit von Krugman und Co an einer unhaltbaren Theorie festgehalten wird. Immerhin hat es inzwischen eine Veroeffentlichung der Bank of England gegeben, die Steve Keens Sichtweise zu 100% bestaetigt. Und auch in den Publikationen anderer Zentralbanken (z.B. BUBA) findet man Steve Keens Sichtweise bestaetigt. Weiterhin hat Richard Werner in einem Experiment die Richtigkeit der Sichweise von Steve Keen ueberprueft und bestaetigt. All das wird aber weiterhin von Oekonomen wie Krugman ignoriert. Das ist schon sehr erstaunlich. Insbesondere dann, wenn man bedenkt, dass sich eine hohe Anzahl wirtschaftswissenschaftlich ausgebildeter Oekonomen auf den Gehaltslisten der Banken wiederfindet.
Sapere Aude!
GeorgTrappe