Sonntag, 14. Dezember 2014

Manhattan Project

In den USA wurde der National Defense Authorization Act, der Verteidigungshaushalt  verabschiedet.  Darin enthalten ist ein Beschluss, welches drei grosse Areale des Manhattan Projects zum National Historical Park machen. In Japan sehen Ueberlebende der Atombombenabwuerfe das mit gemischten Gefuehlen.


Der NDAA enthaelt oft interessante Gesetzgebungen, die ueber den reinen Verteidigungshaushalt und National Parks hinaus gehen.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Freitag, 12. Dezember 2014

Die Fettaugenmacher

Wer das Fettaugensyndrom als Ursache fuer schwerwiegende Funktionstoerungen der Weltwirtschaft in Verdacht hat, wird sich nicht nur fuer den juengsten OECD Bericht zum Thema Einkommensschere interessieren, sondern auch mit grosser Besorgnis die Machenschaften grosser Banken im sog. M&A Geschaeft verfolgen.



Ein alter Bekannter, Goldman Sachs, ist nicht nur fuehrend, sondern befindet sich auf dem Weg Rekorde aus dem Jahr 2007 zu brechen.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Mittwoch, 26. November 2014

Weisheit? Sachverstand?

Ich dachte schon die sog. Wirtschaftsweisen haetten fast unbemerkt ihr Jahresgutachten 14/15 an die Regierung uebergeben. Ganz so ist es aber wohl doch nicht. Auf der Webseite des Sachverstaendigenrates ist z.Zt. das Kapitel 6 in seiner englischen Uebersetzung gesondert zugaenglich gemacht. Das soll auslaendischen Kritikern der deutschen Wirtschaftspolitik dabei entgegen kommen, besser zu verstehen warum man chronische Leistungsbilanzungleichgewichte fuer unbedenklich haelt.






Fuer das Publikum in Deutschland hingegen haelt man es fuer paedagogisch wertvoller die Mindestlohndebatte um eine weitere absurde Runde zu verlaengern. Dabei ist der ueber die Jahrzehnte angehaeufte Berg an Forderungen=Papierwerten gegenueber dem Ausland schon so gigantisch, dass sich kein vernuenftig denkender Mensch mehr vorstellen kann, wie diese Forderungen jemals realisiert werden sollen. Der Sachverstaendigenrat ignoriert das nicht nur vollkommen, sondern bestaerkt die deutsche Politik darin, diesen Pfad mit Vehemenz fortzusetzen. Das ist im Licht der inzwischen gemachten Erfahrungen Wahnsinn. Denn am Ende steht der Offenbarungseid der Handelspartner und die Entwertung dieser Forderungen=Papierwerte.

Eine lesenswerte Sammlung/Zusammenfassung von Kritiken am Gutachten, die weit ueber den hier aufgezeigten Punkt hinaus gehen, finden Sie hier.

Sapere Aude!

Georg Trappe


P.S.: Fragen (von Dr. Haering) und Antworten (des Sachverstaendigenrates) zum Gutachten. Quelle

Montag, 17. November 2014

Sonntag, 9. November 2014

Im Westen nichts Neues


http://www.bangkokpost.com/business/news/442179/xi-backs-40bn-silk-road-fund
“BEIJING — Chinese President Xi Jinping has pledged $40 billion to set up a “Silk Road Fund” that will finance the construction of infrastructure linking markets across Asia.
The fund’s goal is to “break the connectivity bottleneck” in Asia, the official Xinhua News Agency cited Xi as saying during a meeting with officials from Bangladesh, Cambodia, Laos, Mongolia, Myanmar, Pakistan and Tajikistan.”
und
“The world’s second-largest economy has also promoted the creation of a $50 billion Asian Infrastructure Investment Bank, which would also help finance construction in the region. India, Vietnam, Singapore and Thailand were among 21 countries to sign a memorandum for its establishment last month.
The US has opposed the bank, a potential rival to institutions such as the Asian Development Bank, and has asked its allies not to participate, the New York Times reported.”
Da will also jemand seine US$ Ueberschuesse dazu einsetzen, um Infrastruktur Projekte in einer unterentwickelten Region in Gang zu setzen und derjenige auf den die Emission dieser Gelder zurueck geht, ist nicht einverstanden (weil die Aktion ausserhalb der Kontrolle seiner Economic Hitmen stattfindet). Das ist doch interessant.

Bei Reuters liest sich die Sache so:

http://www.reuters.com/article/2014/11/08/us-china-diplomacy-idUSKBN0IS0BQ20141108

Und Russland:

http://www.japantimes.co.jp/news/2014/11/08/world/politics-diplomacy-world/xi-putin-form-apec-power-duo-with-similar-outlooks-reciprocal-interests/#.VF66lGeNeLs

Derweil TTP:

 http://www.japantimes.co.jp/news/2014/11/08/business/economy-business/tpp-ministers-say-year-end-deal-unlikely-agree-speed-talks/#.VF68ZWeNeLs
“The TPP countries have struggled to secure a deal due partly to Japan-U.S. differences over market access for agricultural and auto products, while the process of establishing unified trade rules among all 12 economies in such areas as intellectual property rights, business competition and environmental protection issues have also proven to be difficult.
The TPP negotiating countries are Australia, Brunei, Canada, Chile, Japan, Malaysia, Mexico, New Zealand, Peru, Singapore, the United States and Vietnam.
The TPP ministers met at the U.S. Embassy in Beijing. They did not hold a joint press conference apparently out of consideration for China, which is hosting this year’s APEC forum and is anxious that the spotlight may be shed on the TPP rather than the series of APEC meetings.”
Und APEC:

http://www.bangkokpost.com/business/news/442156/apec-ministers-back-new-free-trade-zone
“But more detailed steps for realising the Chinese-backed vision of the Apec-wide trade area are not mentioned in the statement due to US and Japanese reluctance even though China had sought to fix a target date of 2025 for creating the FTAAP, negotiations sources said.
The United States and its allies including Japan also blocked China’s effort to launch a “feasibility study” which would have meant the effective launch of negotiations for the FTAAP, as they seek to prioritise ongoing talks for a narrower, US-led Trans-Pacific Partnership free trade agreement that does not include China.”
Und Europa?
Musste seine Banken retten, die sich mit US Hypothekenschrott verzockt hatten.
Laesst sich zum Dank, von S&P, Moodys und Co die Staatsanleihen zerschiessen.
Spart sich nicht nur in eine Rezession sondern in eine tiefe Spaltung.
Laesst sich gegen Russland in Stellung bringen.
Waehrend die europaeischen 1% ihre monetaeren Ueberschuesse als Einsaetze weiter in die Londoner und New Yorker Casinos tragen.

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.:  Aus Sicht der BRIC Staaten und anderer Schwellen- und Entwicklungslaender, ist es vollkommen absurd, was Europa und eine Reihe von westlichen Industrienationen sich z.Zt. leisten. Keiner kann verstehen, warum man die bestehende Infrastruktur, um die man uns beneidet, verfallen laesst. Keiner kann begreifen, wieso trotz des angehaeuften Reichtums die Krise nicht ueberwunden wird.
Dabei wird uebersehen, dass eine Entwicklung, wie sie von den BRIC Volkswirtschaften nachgeholt wird, nicht nur Wachstum hervor bringt, sondern dieses Wachstum von Konzentrationsprozessen begleitet ist, die genau in diese absurd anmutende Erstarrung muenden. Wenn jeder nach “Mehr” strebt und dabei das “Erfolgsrezept” der kontinuierlichen Reinvestition von Ueberschuessen mit dem Ziel der Produktivitaetserhoehung fuer sich anwendet, dann entsteht genau das. Wachstum begleitet von Konzentrationsprozessen. Denn das Wachstum der einzelnen Akteuere ist nie gleich. Es streut ueber die Population und ueber Zeit. Und je groesser diese Streuung ist, um so schneller schreitet die Konzentration dessen, auf das sich das Streben bezieht an. Wirtschaften ist aber immer auch ein Handeln in Bezug auf eine unsichere, unvorhersehbare Zukunft. D.h. die Streuung der Renditen ist ersteinmal unvermeidlich. Gleichzeitig ist die Summe der erwirtschafteten Ueberschuesse einer Periode immer endlich,. D.h. wenn der eine bei der Verteilung mehr erhaelt, dann muss ein anderer weniger erhalten.
Was so unbegreiflich, weil offenbar der Intuition widersprechend, erscheint, ist eine Zwangslaeufigkeit, die sich aus dem zugrundeliegenden individuellen Verhalten / Prinzip ergibt. Wenn das nicht erkannt wird und dem nicht entgegengesteuert wird, entfaltet die dadurch stetig fortschreitende Konzentration ab einem gewissen Punkt extrem destruktive Wirkungen.
Und das ist und wird vollkommen unabhaengig davon sein, ob dies von US amerikanischen Edelkapitalisten, europaeischen Blaubluetern oder chinesischen Kaderkapitalisten ignoriert wird. Trotz der Vision vom "chinesischen Traum".

Montag, 3. November 2014

Vermoegenssteuererhebung wird privatisiert

Nachdem die Vermoegenssteuer in Deutschland seit 1997 nicht mehr erhoben wurde, bahnt sich nun ein Durchbruch auch auf diesem Gebiet der Vermoegenspolitik an. Die Besteuerung von Geldvermoegen wird durch die seit der Finanzkrise beduerftigen Banken (Die fuenfte Gewalt) in Form von Negativzinsen erhoben.



 Diese Zuordnung der Erhebung an die Banken soll den buerokratichen Aufwand minimieren und eine am Allgemeinwohl orientierte Festsetzung des erhobenen Zinssatzes durch individuelle und marktgerechte Entscheidungen der Banken ermoeglichen. Es wird erwartet, dass insbesondere die in Steuerangelegenheiten erfahrenen Wealth- und Assetmanagmentabteilungen der Grossbanken einen herausgehoben Beitrag zur Definition von marktgerechten Vermoegenssteuersubstituten leisten werden.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Nicht ganz unpassend eine Replik des kluegsten Professors Deutschlands zur ignoranten Kritik an Oekonomen (von denen ja einige politikberatend oder in Ministerien oder Banken taetig sein sollen;-).

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Man darf gespannt sein

Die US Notenbank stoppt ihr Anleihenkaufprogramm mit der Begruendung, der Arbeitsmarkt habe sich erhohlt. Leider besteht das, was die Katastrophe von 2007/2008 ausgeloest hat, das enorme US Leistungsbilanzdefizit, wenn auch merklich reduziert, weiter fort.


Quelle
Man kann also gespannt sein, was nun geschieht. Vor der Katastrophe 2007 hatte Ben Bernanke die US Leitzinsen auf ueber 5% angehoben und das Wachstum der Zentralbankgeldmenge auf Null eingebremst. Gleichzeitig fuhren die USA ein unvorstellbares Leistungsbilanzdefizit von 80 Mrd US$ pro Monat. Durch die Zinserhoehung geriet der damalige US Exportschlager der Marke triple A rated Hpothekenschrott in Schwierigkeiten und es kam schlagartig zu einem Nettoabfluss von Zentralbankgeld aus dem US Bankensystem. Bei gleichzeitigem Nullwachstum der Zentralbankgeldmenge, war es eine Frage von Wochen, wann US Banken trocken laufen mussten. Den Rest der Geschichte kennen wir. Die FED sah sich seitdem genoetigt die Zentralbankgeldmenge in ungeahnte Hoehen zu katapultieren und bis heute auf den fuenfachen Stand des Vorkrisennieaus zu erhoehen. U.a. um so die Zahlungsfaehigkeit der USA gegenueber grossen Lieferanten und Anleihenhaltern zu erhalten.



Ob dadurch inzwischen das "Vertrauen" der Welt in den einstigen US Exportschlager der Marke triple A rated US Anleihen wieder soweit gewachsen ist, dass die Finanzierung des immer noch sehr hohen Leistungsbilanzdefizits durch Anleihekaeufe des Auslands sichergestellt und damit eine Wiederholung des Debakels ausgeschlossen ist, bleibt abzuwarten.

Die Entwicklung des Saldo Wertpapierinvestitionen, also der Käufe von Ausländern in den USA und von US-Bürgern (jeweils privat, wie offizielle Institutionen) im Ausland von Januar 1980 bis Juli 2014 als 12 Monate rollend im Chart. Als beim letzten Mal die Nettokapitalzuflüsse versiegten war Krise (Wirtschafts- und Finanzkrise).Bildunterschrift hinzufügen

Quelle
Immerhin bedarf es dazu des Vertrauens und den guten Willen derjenigen, die schon gigantische Bestaende an US Anleihen aufgebaut haben. D.h. eine Wiederholung des Krisenszenarios kann nur vermieden werden, wenn diese Parteien, vor allem China, Japan und die erdoelexportierenden Laender, bereit sind nicht nur die bestehenden Bestaende nicht zu reduzieren, sondern diese sogar weiter aufzubauen.

Die größten US-Staatsanleihenhalter, gemäß den Daten für Juli 2014 des US-Finanzministeriums und die Juli-Daten der US-Staatsanleihen, welche die FED hält. China liegt mit 1264,9 Mrd. Dollar an US-Staatsanleihen deutlich hinter der FED, die mittlerweile 2420,5 Mrd. Dollar an Staatsanleihen als Aktiva in der Bilanz hält und damit der größte Gläubiger von US-Staatsschulden in der Welt ist.

Quelle
Nach den gemachten Erfahrungen eine gewagte Spekulation von Seiten der USA. Denn inzwischen duerfte den meisten Beteiligten klar geworden sein, wie sinnlos der Aufbau von derart gigantischen Bestaenden an monetaeren Forderungen gegenueber einer Volkswirtschaft, die aktiv Deindustrialisierung betreibt, ist.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Montag, 20. Oktober 2014

Yellen concerned!

Immerhin, sieben Jahre nach dem Ausbruch der schwersten Wirtschaftskrise seit der grossen Depression in den 30ern des vorigen Jahrhunderts bemerkt die FED Chefin Yellen einen seit Dekaden anhaltenden Trend, der ursaechlich fuer die Entstehung und die offensichtlich gewordene Unueberwindbarkeit der Krise sein koennte.

"Income inequality in the United States is near its highest levels of the past 100 years, Fed Chair Janet Yellen said on Friday."

 
Leider fehlt (noch?) jede Analyse und damit ernstzunehmende Loesungsansaetze. Aber vielleicht bin ich da zu ungeduldig. Wie dem auch sei. Ich denke die FED Chefin ist auf der richtigen Spur. Und sollte sie oder einer ihrer Mitarbeiter die Arbeit von Fargione et al. lesen und nachvollziehen, dann sollte sie auch begreifen, dass die Ursache fuer die Krise und die anhaltende Instabilitaet in Konzentrationsprozessen liegt, die auf allen Ebenen der Wirtschaft (Volkswirtschaften, Unternehmen, Individuen) ablaufen und durch ein tief verwurzeltes Verhalten der wirtschaftlichen Akteure ausgeloest wird. Es ist das allgemeine Streben nach "Mehr" in Verbindung mit dem "Erfolgsrezept" des kontinuierlichen Reinvestierens von Ueberschuessen bei gleichzeitig individuell und zeitlich stark streuenden Returns. Denn es ist dieses Verhalten, das nicht nur ungeahnten Wohlstand entstehen laesst, sondern auch zu einer immer rechtsschieferen Verteilung dieses Wohlstands fuehrt.
Es ist der durch dieses Verhalten entstehende stochastisch multiplikative Prozess, der bei staendiger Wiederholung des "Erfolgsrezepts" die ueber Zeit zunehmend ungleiche Verteilung der dabei akkumulierten Bestaende bewirkt.
Waehrend Frau Yellen den Braten erst wittert, ist eine andere maechtige Frau offenbar schon deutlich weiter und zieht entschiedene Konsequenzen. Meg Whitman spaltet den IT-Riesen Hewlett Packard auf. Gut so und weiter so, kann ich da nur sagen und nur hoffen, dass eine derartige Aufloesung von Fettaugen Schule macht und zum Trend wird.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Samstag, 18. Oktober 2014

Saettigungseffekte?

Angeregt durch die folgenden Zeilen eines Lesers dieses Blogs
"Nach dem Ende des verheerenden zweiten Weltkriegs funktionierte das alleinige Geldschöpfungsmonopol der Banken. Investitionen erfolgten vorwiegend über Kreditvergabe der Banken. Hinzu kam, das Gewinne aus
den Investitionen problemlos in weitere Projekte gesteckt werden konnte. Durch Investitionen steigt seitens der Unternehmer auch die Nachfrage nach Arbeitszeitanbietern. Arbeitslosigkeit sinkt, Massenkaufkraft steigt,
was dann wiederum ein positives Umfeld für weitere Investitionen schafft. Praktisch ein sich selbstverstärkendes Wirtschaftswachstum aus dem Zusammenspiel von Kreditvergabe, Investitionen und Zunahme
der Massenkaufkraft.
Nun erreicht jedes Produkt, unabhängig davon ob es auch exportiert wird, am Markt seinen Sättigungsgrad! Nun brauchen die Unternehmer nur noch soviel Arbeitszeitanbieter, um die Produktion nahe dem Sättigkeitsgrad des Produktes aufrecht zu erhalten. Kommt es dann zu Proktivitätsteigerungen für dieses
Produkt, wird der Unternehmer, Arbeitszeitanbieter entlassen. Dann sinkt langsam aber sicher auch die Massenkaufkraft der Arbeitszeitanbieter, der Sättingungsgrad von Produkten wird schneller erreicht. Das
selbst verstärkende Wirtschaftswachstum wandelt sich immer schneller werdend, ins Gegenteil um. Um das Nachfragepotenzial von Arbeitzeitanbietern und Rentnern aufrecht zu erhalten, bleibt einem Staat nichts anderes übrig, als neben den Banken in die Geldschöpfung mit einzusteigen."

hier einige Gedanken von mir zum Thema "Saettigungseffekte":


Ich denke, die oben beschriebenen Zusammenhaenge sind weitestgehend zutreffend. Allerdings sehe ich den Uebergang von einer Aufbauphase in eine Phase, in der Saettigungseffekte beginnen eine Rolle zu spielen, fuer die BRD eher in den 70er Jahren. Dies ist aus meiner Sicht interessanterweise auch der Zeitpunkt eines markanten politischen Richtungswechsels. Ich kann mich noch gut an damalige Diskussionen ueber quantitaves und qualitatives Wachstum erinnern, sowie an Zeiten in denen das erreichen der Marke von 1 Mio. Arbeitslosen einen Skandal darstellte. Heute feiert man Zahlen knapp unter 3 Mio., die auch nur mit allen erdenklichen Tricks erreicht werden, als Erfolg. Gleichzeitig wird meiner Meinung nach aber seit ueber drei Jahrzehnten etwas uebersehen, das in seiner Wirkung weit ueber die von Ihnen thematisierten Saettigungseffekte hinaus geht. Und das sind die stetig voranschreitenden Konzentrationsprozesse, die die wirtschaftliche Entwicklung begleiten. Diese Konzentrationsprozesse sind meiner Meinung nach im wesentlichen fuer die verheerenden Zustaende, die wir in nahezu allen westlichen Volkswirtschaften erstaunlicherweise fast zeitgleich beobachten, verantwortlich. Das Paradox, was meiner Meinung nach durch Saettigungseffekte alleine ersteinmal nicht zu erklaeren ist, ist ja, das Millionen Arbeitslose erstens nicht satt sind, zweitens nicht nur ein ungenutztes Arbeitskraftpotential darstellen, sondern drittens auch ein ungenutztes Nachfragepotential bilden. Warum also finden sich keine Unternehmer, die bei historisch niedrigsten Zinsen diese ungenutzten Potentiale dahingehend einsetzen, dass sie Unternehmen aufbauen, in denen diese arbeitslosen Menschen das erarbeiten, was sie zu einer auskoemmlichen Teilhabe am Wirtschaftsleben benoetigen? Es sei denn, man unterstellt, dass die enorme, stetig zunehmende Vermoegens- und Machtkonzentration auf Seiten der Unternehmer diese derart saturiert, dass sie es vorziehen diese Potentiale ungenutzt zu lassen. Das waere nicht nur dekadent sondern vor dem Hintergrund historischer Erfahrungen auch politisch unklug, wenn man nicht an die Moeglichkeit der Restauration feudaler Herrschaftsverhaeltnisse glaubt.

Sapere Aude!

Sonntag, 12. Oktober 2014

Fortschritt?

Nach sieben Jahren Dauerkrise sieht Fortchritt in zentralen wirtschaftlichen Fragen so aus:

Wachstum

Schaeuble pocht auf Sparen

Musterschuldner

Waehrungskrieg

Daempfer nach Jahren der Hochkonjunktur

Bankenkollaps

Fettaugensyndrom

Deflation und Niedergang 

Und all das ist nach wie vor Ausdruck einer alternativlosen Wirtschaftsweise, die selbstregulierend auf ein pareto optimales Gleichgewicht zustrebt!
Ein Hoch auf die sog. Wirtschaftswissenschaften!

Sapere Aude!

Georg Trappe


Donnerstag, 4. September 2014

NATO prepares for Invasion into Ukraine

http://www.dw.de/moskau-nato-man%C3%B6ver-eine-provokation/a-17898190

Sapere Aude!

Georg Trappe

By the way,  I am still waiting for the "overwhelming evidence" anounced by Mr. John Kerry.
Where is the analysis of the voice and flight recorders?
What about the analysis of the wreckage?

Montag, 1. September 2014

Schlagzeilen

Mario Draghi . . . wird von Merkel gerügt
In Zeiten der Euro-Krise ist der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) der mächtigste Mann in Europa. Daher horchte die Welt auf, als Mario Draghi jüngst auf der Notenbanker-Tagung im amerikanischen Jackson Hole "eine größere Rolle der Fiskalpolitik" in Europa, also staatliche Investitionsprogramme, einforderte.

Volkswirte: Eurozone steuert auf eine lange Stagnation zu

"Ich befürchte, vor Europa liegt eine längere Phase aus Stagnation, Deflation und hoher Arbeitslosigkeit", sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher.

 Deutsche Wirtschaft im Frühjahr um 0,2 Prozent geschrumpft
Die Krisen rund um den Globus haben die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal gebremst. Das Bruttoinlandsprodukt sank von April bis Ende Juni 2014 im Vergleich zum Vorquartal um 0,2 Prozent. Das teilte das Statistische Bundesamt mit und bestätigte damit vorläufige Berechnungen.
 Putin: Impossible to say when political crisis in Ukraine will end
Russian President Vladimir Putin has called on Kiev to start substantial talks on deescalating the crisis in eastern Ukraine. He added that it’s an illusion to expect that the rebels would calmly watch their homes being destroyed.
 Putin führt Krieg
Putin handelt – und der Westen redet, redet, redet … Immer dreister rüstet Russlands Präsident Putin (61) zum Anschluss der Ost-Ukraine.

Zeitung: Nato plant fünf neue Stützpunkte in Osteuropa  

Angesichts des russischen Vorgehens in der Ukraine will die Nato einem Zeitungsbericht zufolge fünf neue Stützpunkte im Baltikum und in Polen aufbauen.

Deutschland liefert panzerbrechende Waffen in den Nordirak 

Deutsche Waffen in ein Kriegsgebiet - bislang ein Tabu. Wegen der "Barbarei" der Terrormiliz Islamischer Staat im Irak will die Bundesregierung eine Ausnahme machen. Deutschland beliefert die Kurden auch mit Panzerabwehrsystemen und Maschinengewehren.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Freitag, 22. August 2014

Wachstum und Wettbewerb, Fluch oder Segen?

Und die universale Kraft, die die schizophren erscheinenden Vorgaenge in Wirtschaft und Politik antreibt, ist das allgemeine Streben nach “Mehr” aka Wachstum (zeitliche Dimension, heute mehr als gestern und morgen mehr als heute) und Wettbewerb (soziale Dimension, mehr als mein Nachbar und Mitbewerber).


Quelle

Die Unfaehigkeit und der Unwille zu begreifen, was daraus resultiert, dass Wirtschaft, so betrieben, kein Sport ist, bei dem nach einer vorgegebenen Distanz oder Zeit der Wettbewerb beendet wird und alle an die Startlinie zurueckkehren bzw. das Ergebnis auf 0:0 zurueckgesetzt wird, sondern ein endlos Marathon, bei dem sich unweigerlich einige wenige ewige Gewinner herausbilden, ist der Kern des Problems.
In Verbindung mit einem Geld- und Bankensystem, was offenbar jede hemmende Bindung zwischen Stark und Schwach aufhebt, wird so eine Entwicklung entfesselt, die auf der einen Seite die grandiosesten Technologien und unvorstellbaren Reichtum entstehen laesst und auf der anderen Seite unweigerlich zu einer fortschreitenden Massenverelendung und Krieg fuehrt. So gesehen, kann man sagen das die vorherrschende Wirtschaftsweise fuer alle betroffenen Menschen eine paradoxe Doppelbindung entstehen laesst, die im Verdacht steht Schizophronie zu verursachen. Denn:

"Die notwendigen Ingredienzen einer Doppelbindungssituation sind:
  1. Kommunikation
    1. Zwei oder mehr Personen, die miteinander kommunizieren
    2. Wiederholte Kommunikationserfahrungen (zum Etablieren bzw. Erlernen eines Reiz-Reaktions-Musters)
  2. Ein primäres negatives Gebot, das
    1. durch Strafen oder Signale (Sanktionen) verstärkt wird, währenddessen die Einhaltung des Gebotes für das Überleben essentiell ist und
    2. mit dem sekundären Gebot auf einer abstrakten Ebene in Konflikt steht.
  3. Ein sekundäres Gebot, das
    1. durch Strafen oder Signale (Sanktionen) verstärkt wird, währenddessen die Einhaltung des Gebotes für das Überleben essentiell ist und
    2. mit dem primären negativen Gebot auf einer abstrakten Ebene in Konflikt steht.
  4. Ein tertiäres Gebot, das
    1. dem Opfer den Versuch der Metakommunikation über die Beziehung oder Kritik und Metakommunikation verbietet und
    2. es dem Opfer unmöglich erscheinen lässt, den Schauplatz zu verlassen bzw. ihm zu entfliehen.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Donnerstag, 31. Juli 2014

Overwhelming Evidence Part 3

The Lack of Major Wars May Be Hurting Economic Growth:

The continuing slowness of economic growth in high-income economies has prompted soul-searching among economists. They have looked to weak demand, rising inequality, Chinese competition, over-regulation, inadequate infrastructure and an exhaustion of new technological ideas as possible culprits.
An additional explanation of slow growth is now receiving attention, however. It is the persistence and expectation of peace.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Donnerstag, 24. Juli 2014

Overwhelming Evidence Part 2

http://online.wsj.com/articles/ukraines-secret-weapon-feisty-oligarch-ihor-kolomoisky-1403886665

 Leaning over a map of eastern Ukraine on his desk, Gennady Korban gripped a ballpoint pen and drew a squiggling blue line down its center.  The border, he said, marked the battlefront in his country’s war with pro-Russia separatists.  One side was stable, rid of ‘troublemakers,’ he said.  On the other are ‘maniacs,’ he said. … He called the border ‘Kolomoisky’s line’—after his billionaire boss, who is emerging as one of the more unlikely protagonists to emerge from Ukraine’s fight for survival.  When its high-profile conflict with Russia began, the fledgling government in Kiev was caught flat-footed, with an army with little fighting experience or funding.  Enter Ihor Kolomoisky, a 51-year-old outspoken banking tycoon.  Now recently appointed by the country’s president as governor of Dnipropetrovsk region in eastern Ukraine, he has decided to dip into his fortune to bolster that army and defend the homeland.   So far, that has included buying tires, car batteries and fuel for army units, as well outfitting local militias.  He also announced a program to buy up contraband weapons and offer a $10,000 bounty for any pro-Russia militant captured with a gun. … Mr. Kolomoisky declined to say how much he is spending personally to build up what his aides call the ‘Kolomoisky army,’ but experts estimate it is about $10 million a month just to fund the salaries of militia and police units, some of whom technically report to Ukraine’s army and interior ministry.”

http://en.wikipedia.org/wiki/Ihor_Kolomoyskyi

http://www.querschuesse.de/absturz-von-flug-mh17-in-der-ostukraine-vorsicht-vorsicht-das-spekulationskarussell-dreht-sich-wieder/#comment-80423

http://www.querschuesse.de/eu-aussenministertreffen-keine-neuen-sanktionen-gegen-moskau-wegen-flug-mh17/

http://www.fnp.de/nachrichten/wissenschaft/Russischer-Raumfrachter-bringt-Nachschub-zur-ISS;art153,954478






Sapere Aude!

Georg Trappe

Dienstag, 22. Juli 2014

Overwhelming evidence

"Secretary of State JohnKerry on Sunday laid out what he said was overwhelming evidenceof Russian complicity in the downing of a Malaysian airliner ineastern Ukraine as he made the U.S. case against Moscow in themost emphatic and explicit terms yet."
Hm, may I ask what the overwhelming evidence consists of?



Malaysia Airlines Boeing 777-200ER PER Koch-2“ von Darren Koch - http://www.airliners.net/photo/Malaysia-Airlines/Boeing-777-2H6-ER/1776608/L/.
 Lizenziert unter GFDL 1.2 über Wikimedia Commons.

So far I have seen nothing, that could be considered substantial evidence for one of the possible crash causes. But I see a overwhelming hysteria and a blame game totally out of control. And it is a shame that western politicans like Kerry and the media have nothing more to offer then stiring up this hysteria. And the question is: Why are they doing it?

Sapere Aude!

Georg Trappe

Iran Air Flight 655
Airliner shootdown incidents

Dienstag, 11. März 2014

Bloeder geht es nicht! Doch beim Focus immer.

Wenn ein namenhaftes deutsches Magazin, das mal mit Fakten, Fakten, Fakten beworben wurde, in seiner Online Ausgabe eine Woche nach Fasching den Kalauer

"Aussenhandel: Deutschland im Konsumrausch" 

zum Titel eines Artikels macht, der die neuesten Zahlen zum deutschen Aussenhandel berichtet, dann sollte man meinen, bloeder und weiter an den Fakten vorbei geht es nicht.
Wenn man allerdings den Artikel zu Ende liest, dann wird man eines besseren belehrt. Denn im letzten Satz heisst es dort tatsaechlich:
"Das Konsumklima in Deutschland ist derzeit extrem gut, und schon 2013 hatten die Verbraucher in Deutschland so viel Geld wie noch nie in den Konsum gesteckt. Das lag einerseits an den extrem mickrigen Zinsen, die sicherer Geldanlagen unattraktiv machen, andererseits an der Rekordbeschäftigung.
Beides zusammen führt dazu, dass die Deutschen seit Jahren immer größere Teile ihres verfügbaren Einkommens direkt für größere Anschaffungen, Reisen, Wohnen oder den Restaurantbesuch ausgeben, statt das Geld auf die hohe Kante zu legen. Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamts stiegen die Konsumausgaben im vergangenen Jahr nominal um 2,5 Prozent auf 1,57 Billionen Euro - den höchsten jemals gemessenen Wert."

Das ist nicht mehr zum lachen!
Warum?
Die Fakten finden Sie

hier 



hier





hier







und hier.


Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Es scheint so zu sein, dass die hochbezahlten Sesselfurzer der Mainstreammedien ohne Recherche vorgegebene Texte der Agenturen, hier dpa, abschreiben.
Der Stern liefert den gleichgeschalteten Kalauer.

Montag, 10. März 2014

Visualisierung des Fettaugensyndroms




Hier gibt es eine geniale Visualisierung des Fettaugensyndroms.

Erklaerung1
Erklaerung2

Vielen Dank an Korbinian fuer den Hinweis auf diese Seite und an luta fuer die eindrucksvolle und wirklich gelungene Implementierung.

Georg

Bubble up for ever oder saekulare Stagnation?






Die Frage die Boersianer in diesen Tagen umtreibt ist genauso intelligent, wie die Frage ob Deflation oder Inflation droht. Oder ob durch Sparen oder mehr Schulden machen die Wirtschaft zu retten ist.


Sapere Aude!

Georg Trappe

Freitag, 7. März 2014

Das Fettaugensyndrom in Aktion

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/cerberus-safeway100.html
http://techcrunch.com/2014/02/25/the-age-of-acquisitions/?utm_campaign=fb&ncid=fb
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/mega-fusion-der-bananen-riese/9593400.html

Sapere Aude!

Georg Trappe

Ein Grund mehr die FAZ zu boykottieren

Die Harzburger Front 2.0 formiert sich. Nicht nur das Medienimperium der Friede Springer liefert den neoliberalen Taliban in unserem Land eine Platform mit grosser Reichweite fuer ihre Demagogie sondern auch Herausgeber der FAZ scheuen inzwischen nicht davor zurueck, ihre, die Fakten ignorierende, Ideologie offen in die Welt hinaus zu posaunen.
Zum Glueck gibt es Querschuesse, der Wirtschaftsblog in Deutschland, der die Fakten in gut aufbereiteter Form liefert, und so das Luegengebaeude der neoliberalen Taliban als solches entlarvt.





Quelle


Sapere Aude!

Georg Trappe

Freitag, 28. Februar 2014

0x2A + 1, die Welt, das Finanzcasino und die Emergenz seines Zusammenbruchs in der deutschen Realitaet

Wie sich die beiden parallel verlaufenden und sich ueber einen aufrichtenden Machtgradienten gegenseitig verstaerkenden Prozesse, Mehrwertextraktion durch Abhaengigkeits- und Machtverhaeltnisse in der Realwirtschaft und staendig voranschreitende Vermoegens- und dadurch ansteigende Machtkonzentration durch  Verwertung des Extrakts in Nullsummenspielen im Finanzcasino, in der Realitaet niederschlagen, belegt fuer Deutschland z.B. der aktuelle Wochenbericht des DIW.





Da dieses Gebilde dazu tendiert, sowohl die Bestaende an Realwerten als auch die Bestaende an monetaeren Forderungen (auf bestehende oder zu erarbeitende Realwerte) in einer Hand zu vereinigen, kommt es zu einem absurden "Kurzschluss", der auf der einen Seite der Realwirtschaft die zur Funktion notwendige Liquiditaet entzieht, wenn dieses nicht durch eine sich endlos ausweitende Geldschoepfung verhindert werden kann, und auf der anderen Seite zu einer immer offensichtlicher werdenden Entwertung der Forderungen, da diese sich zunehmend auf das bereits bestehende Eigentum ihrer Halter beziehen.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Dienstag, 25. Februar 2014

Staatserhaltende Zersetzung

Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr. Staaten und Ideologien, die glauben derartige Methoden zu ihrem Erhalt einsetzen zu muessen, befinden sich in einer Abwaertsspirale.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Sonntag, 23. Februar 2014

0x2A, die Welt, das Finanzcasino und die Emergenz seines Untergangs

Was ist einer der sichersten Wege wirtschaftliche Ungleichheit zu produzieren?
Richtig, das Gluecksspiel.
Was ist die Faszination, die vom Gluecksspiel ausgeht?
Richtig, die Moeglichkeit sehr schnell, sehr grosse Ungleichheit zu erreichen.
Was ist das zentrale Motiv kapitalistischer Wirtschaftssysteme?
Wachstum=Mehr! Also Ungleichheit sowohl in der zeitlichen Dimension = heute mehr als gestern als auch Ungleichheit in der sozialen/gesellschaftlichen Dimension = mehr als meine Nachbarn staendig zu steigern.
Was ist der Weg, um das zentrale Motiv zu befriedigen?
Wettbewerb!
Und wohin fuehrt dieser Weg in kapitalistischen Systemen in letzter Konsequenz?
Ins Finanzcasino!!!
Und da gibt es so gut wie kein Entkommen. Denn schon das Fuehren eines Kontos bei der Bank ist durch die Indirektion Bankbilanz eine Teilnahme am durch die Banken organisierten Gluecksspielspektakel mit dem treffenden Namen Finanzcasino.

 Quelle
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Doch langsam. Wie laesst sich durch Gluecksspiel, also Wetten auf unvorhersehbare zukuenftige Ereignisse, absolut sicher, maximal schnell maximale Ungleichheit produzieren? Nun ganz einfach. Nehmen wir an, eine Population von 1000 P verfuegt ueber ein gleichverteiltes Vermoegen von 1000 V und entschliesst sich ein Glueckspiel zu organisieren, in dem jeder sein 1V einsetzt und der Gewinner des Spiels (Los Lotterie mit 999 Nieten und einem Gewinnlos) den kompletten Einsatz gewinnt. Dann ist nachdem Spiel das zuvor gleichverteilte Vermoegen nach nur einem Spiel maximal ungleich verteilt.
Das waere natuerlich langweilig, weil die Emergenz des Untergangs des Casinos und der Gesellschaft in nur einem einzigen Spiel von statten ging. Um also die Spannung und den Anschein von sozialer Verantwortung ueber einen laengeren Zeitraum aufrecht zu erhalten, muss man nun nach Wegen suchen, obwohl das zentrale Motiv in letzter Konsequenz auf die Erreichung maximaler Ungleichheit in kuerzestmoeglicher Zeit abzielt, das ab einem gewissen Punkt dekadente und destruktive Spektakel zeitlich zu dehnen. Dazu gibt es mehrere Wege, die auch kombiniert beschritten werden koennen.

1.) Eine Einschraenkung der Spreizung der erzielbaren Renditen. Im obigen Beispiel gab es nur zwei moegliche Renditen auf den Einsatz von 1V; naemlich -100% und +99900%. Das kann man auch anders gestalten. In jedem Fall wirken Fargione et al..
2.) Die Moeglichkeit nur Teile des Vermoegens pro Spiel einzusetzen, was einer Abwandlung von 1.) gleich kommt.
3.) Gewinnung von immer neuem einsatzfaehigen Vermoegen durch Extraktion aus "Externalitaeten", also von Nichtspielern wie Umwelt, arbeitenden Bevoelkerungsteilen etc..
4.) Kreation von einsatzfaehigem Geldvermoegen im Zuge der Kreditvergabe, welches direkt oder indirekt durch 3.) dem Spielbetrieb zugefuehrt wird.
5.) Besteuerung von Gewinnen und Gewinnern durch den Staat und Rueckfuehrung der Erloese zu den Verlierern durch "Sozialpolitik". Natuerlich nicht ohne dabei Politiker und Beamte zu vergessen ;-).

Das tragische ist, dass ein liberales Wirtschaftssystem in Verbindung mit dem zentralen Motiv, dem allgemeinen Streben nach "Mehr", unweigerlich eine kontinuierlich ansteigende Ungleichheit produziert und dies offenbar bis zu seinem Untergang betreibt, wenn kein ausreichendes Bewusstsein darueber besteht, dass Strukturen und Hierachien nicht nur effizienzsteigernd wirken koennen sondern ab einem gewissen Punkt zu einer destruktiven "Kopflastigkeit" fuehren. Bestuende dieses Bewusstsein, so koennte nicht nur die Rate, mit der die Ungleichheit ansteigt, gebremst werden, sondern sogar eine Fixierung auf einem bestimmten Level erreicht werden. Doch wer sollte in einer "liberalen" Gesellschaft bestehender Auspraegung entscheiden, was der "optimale" Stand von Ungleichheit ist? Und wuerde eine Fixierung nicht fuer jeden den amerikanischen Traum und die Chance zu einem  "Emporkoemmling" zu werden, wie Bill Gates (38% CAGR ueber 35 Jahre), Mark Zuckerberg (von Null auf 24,5 Mrd. US$ in 9 Jahren), Jan Koum (xx Mrd. US$ in 4 Jahren), die ja als Ikonen des bestehenden Systems gelten, verunmoeglichen?

Sapere Aude!

Georg Trappe

Freitag, 3. Januar 2014

Dekadenz verdeutlicht an einem Fluss- / Bestandsmodell

In einer Diskussion an andere Stelle tauchte fuer mich die Frage auf, ob man Dekadenz mit einem Fluss- / Bestandsmodell nachweisen bzw. verdeutlichen kann. Man kann! Sogar auf Basis einer neoklassisch gepraegten VGR und an aktuellen Daten. Dazu muss man sich nur den Verlauf des kumulierten Leistungsbilanzdefizits (Bestand) des UK und den Verlauf der NIIP des UK anschauen. Querschuesse hat das in einem aktuellen Artikel getan.



Dem Fazit des Artikels ist nichts hinzu zu fuegen:
"Letztlich muss UK also aus den Finanz- und Kapitalmärkten  knapp 600 Mrd. GBP an Gewinnen gezogen haben und kann dadurch munter, trotz chronischer Handels- und Leistungsbilanzdefizite, Nettoauslandsvermögen ausweisen. Nicht rein zufällig dokumentiert sich aus Deutschlands Nettokapitalexporten in die gesamte Welt und dem daraus erworbenen Nettoauslandsvermögen ein Gap von -707 Mrd. Euro Stand Q3 2013. Wer wen also erfolgreich abzockt ist klar. Wofür der Michel zur Ader gelassen wird damit auch! U.a. gerade die angelsächsischen Volkswirtschaften, mit ihrem starken Finanzsektor und der Investmentindustrie in UK und den USA, verleiben sich mit Hilfe des dümmlichen deutschen Kapitals (und eine durch Inkompetenz gekennzeichneten deutschen Wirtschafts- und Finanzpolitik) Teile der hart erwirtschafteten deutschen Überschüsse ein! Ein Überschuss der nur durch die Nichtteilhabe der Arbeitnehmer in Deutschland, an den Produktivitätsfortschritten und Produktionserfolgen, in diesem Ausmaß überhaupt möglich wurde. Die Sinnhaftigkeit dieses Modells, wenn am Ende die unter Verzicht erarbeiteten Erträge wieder über die Finanz- und Kapitalmärkte verloren werden, darf mehr als nur bezweifelt werden. Für so einen gesamtvolkswirtschaftlichen Unsinn (vermeintliche Wettbewerbsfähigkeit) sind Lohnverzicht, miese Löhne, am Ende gar Altersarmut, fehlende Investitionen in Deutschlands Straßen, Brücken, Schienen und Schulen usw. völlig deplatziert."

Ausser vieleicht dieser etwas aeltere Hinweis.
Querschuesse hat dankenswerterweise in einem weiteren Artikel auch die andere, die deutsche Seite der Medaille dokumentiert. Und die sieht so aus:

Wuerde man dies fuer andere hyperproduktive Laender wie z.B. Japan und Sued Korea auch machen, ist zu vermuten, dass ganz aehnliche Bilder entstuenden. Denn es gibt neben der City of London noch andere Finanzplaetze, die diese dekadente Magie betreiben, um so die reale Degeneration = Leistungsschwaeche der eigenen Wirtschaft zu kompensieren. Z.B. die Wall Street in New York. Siehe auch hier.



Sapere Aude!

Georg Trappe