Mittwoch, 25. Dezember 2013

Wie es zum Exportboom der deutschen Autoindustrie kommt

Unter der Ueberschrift "Car poor feared to set back economy" bericht die Korea Times:
"The “car poor” is a reference to people who borrow money to buy vehicles but later have trouble repaying their maturing loans."

Weiter im Text heisst es u.a.:
"Among imported carmakers, BMW has taken the lead in past years attracting young local customers. Its deferred-installment program allowed customers to initially pay one-fifth of the total car price and pay off the balance three years later. The German carmaker offered the program at an interest rate of between 12 and 16 percent, far higher than the rates offered by banks."

Sapere Aude!

Georg Trappe

Die Konstruktion und Wirkung von Macht durch manipulative Kommunikation am Beispiel Einkommensverteilung

Die Propagierung eines Durchschnittseinkommens ist im Fall einer zunehmend rechtsschiefen Verteilung der Einkommen ein Witz. Denn es ist ein Konjunktiv. Durchschnitt heisst naemlich: Waere! das Gesamteinkommen auf alle Einkommensbezieher gleich! verteilt, dann wuerde! jeder das Durchschnittseinkommen erhalten. Viel aussagekraeftiger ist das Medianeinkommen, denn das beschreibt einen Fakt und keinen Konjunktiv. Denn das Medianeinkommen ist das Einkommen, das die Gesamtheit der Einkommensbezieher in zwei Haelften teilt. 50% erhalten mehr. 50% erhalten weniger. Der Abstand zwischen Median- und Durschnittseinkommen wird mit zunehmender Ungleichverteilung (Rechtsschiefe) der Einkommen groesser.
-
Eine Gesellschaft in der das Durchschnitseinkommen etwa doppelt so hoch ist wie das Medianeinkommen und in der dieser Abstand staendig steigt, hat ein Problem. Nicht nur, weil der Slogan “Wohlstand fuer Alle” unglaubwuerdig wird und durch die Politik nicht mehr vermittelbar ist, sondern auch weil es Ausdruck einer inneren “Zahlungsbilanzkrise” ist. Das obere Dezil ertrinkt in Forderungen waehrend es in der unteren Haelfte am noetigsten fehlt. Das obere Dezil der Einkommensbezieher verdoedelt dann diese ueberschuessigen Forderungen im von der Finanzindustrie bereitgestellten Casino in Nullsummenspielen. Da die Spreizung/Streuung der Renditen in diesen Nullsummenspielen maximal ist (+x00% bis -100%) beschleunigen diese den Konzentrationsprozess der Bestaende=Vermoegen durch den Mechanismus des Fettaugensyndroms.
-
Die Folgen sind:
1. Zunehmende Instabilitaet des Finanzsystems, da die beiden fundamentalen Risiken eines Bankensystems (Bank Run und gehaeufter/stark korrelierter Kreditausfall) ueberproportional steigen.
2. Zunehmende Instabilitaet des politischen Systems, da sich die gesellschaftliche Kohaesion nur noch durch explodierende Sozialetats = Alimentierung der Aermsten notduerftig aufrechterhalten laesst. Dabei kann die Finanzierung dieser “Klebstoff-Sozialetats” auf verschiedenen Wegen erfolgen.
a) Wie in Japan durch die Zeichnung von Nullzinsanleihen durch die Reichen=Innere Verschuldung bei Nichtbanken.
b) Wie in den USA durch das Ausland bzw. seit 2008 zunehmend durch die Zentralbank.
c) Wie in Europa, wo man auch bereit ist Staaten pleite gehen zu lassen, durch Kredite der Geschaeftsbanken.
Nur im Fall a) wird der viel beschworene aber kaum existente “Geldkreislauf” zumindest teilweise geschlossen. In den Faellen b) und c) blaehen sich die Bilanzen des jeweiligen Bankensystems notwendigerweise weiter auf bzw. die Schwaechsten fallen wie in Europa c), wo die Geschaeftsbanken ihre Bilanzen schrumpfen, durch den Rost in das Feuer einer deflationaeren Entwicklung.
-
Ausloeser ist ein sich stetig steiler aufrichtender Machtgradient. Denn wirtschaftliche Macht ist an Eigentum gekoppelt und rechtsschiefe Einkommensverteilungen fueheren zu entsrechenden rechtschiefen Vermoegensverteilungen, die ihrerseits in einer Mitkopplung die Ungleichheit der Einkommen vorantreiben. Waehrend es sinnvoll erscheint einen solchen Machtgradienten zu errichten, wenn alles in Truemmern liegt, um so eine effiziente Koordination der wirtschaftlichen Aktivitaeten und Schoepfung der Poetentiale zu ermoeglichen, so wird die staendig steilere Aufrichtung dieses Machtgradienten im weiteren Verlauf der wirtschaftlichen Entwicklung immer fragwuerdiger und fuehrt offensichtlich ab einem gewissen Punkt zu pathologischen Auswuechsen. Ermoeglicht wird dieses stetige Aufrichten des Machtgradienten, der interessanterweise in den Mainstream Theorien der sog. Wirtschaftswissenschaften nicht vorkommt, u.a. durch das Geld- und Bankensystem. Denn dieses entkoppelt durch eine Indirektion (Tausch von gerichteten spezifischen Forderungen (offene Rechnungen) gegen zur Umlauffaehigkeit veredelte Forderungen) den “Staerkeren” vom “Schwaecheren”. In einer Tauschwirtschaft ohne Geld wuerde der “Schwaechere” das Tempo der Entwicklung bestimmen, da die Wirtschaftstaetigkeit sofort abbricht, wenn nichts Reales mehr zum Tausch angeboten wird/werden kann. Geld schafft, verkuerzt ausgedrueckt, die Illusion sich von dieser Restriktion beliebig weit entfernen zu koennen. Und es ist diese Illusion, die sich z.Zt. vor unseren Augen in Luft aufloest. Der Glaube an Theorien, die reale Wirtschaft (in denen es ja ein Geld- und Bankensystem gibt) als von sich aus auf Gleichgewichte zustrebend beschreiben, hat den Blick auf die Entstehung gigantischer globaler Ungleichgewichte nicht nur zwischen den Volkswirtschaften sondern auch im Innern dieser Volkswirtschaften, verstellt.
-
Der faktenbasierte Blog Querschuesse raeumt dankenswerterweise den Blick auf diese Zustaende frei. Es ist sehr bitter, was dabei aus dem Nebel machtkonformer, weil die Macht ignorierende, Theorien ans Licht gefoerdert wird. Aber ich denke, nur dann, wenn man dies erkennt und sich diesen Realitaeten auch stellt, kann man der alles untergrabenden Restauration etwas entgegen setzen und so den Idealen der Moderne in ihrem urspruenglichen Sinn wieder naeher kommen.

Freiheit von Tyrannei und nicht Freiheit zur Tyrannei.
Gleichheit vor dem Gesetz und keine vermoegensabhaengigen “Deals” oder Schlupfloecher fuer korrupte, endlos gierige Oligarchen.
Bruederlichkeit.

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Die entkoppelnde Wirkung von Geld aktiviert und legt wirtschaftliche Potentiale frei, die bei einer Bindung der "Staerkeren" an die "Schwaecheren" nicht oder nur durch den Einsatz von Gewalt zugaenglich waeren. Geld ist so gesehen ein Machtmittel im Sinne von Max Weber, der sagt: „Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht.“ Tragischerweise beruht das aktivierende Motiv (das allgemene Streben nach Mehr unter der statischen Annahme Mehr = Besser), wie oben dargestellt, auf einer Illusion, die in der inzwischen entstandenen Auspraegung nicht aufrecht zu erhalten ist.

Sonntag, 22. Dezember 2013

Der Witz ist auch gut

Unter "Inflation frisst Lohnplus auf" meldet ntv:
"Grund für die unerwartete Lücke sind laut Bundesamt vor allem geringere Sonderzahlungen für die Arbeitnehmer bei Banken und Versicherungen sowie im Öffentlichen Dienst."

Da koennte was dran sein.

Georg Trappe

Propaganda

Propaganda bezeichnet einen absichtlichen und systematischen Versuch, Sichtweisen zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und Verhalten zum Zwecke der Erzeugung einer vom Propagandisten erwünschten Reaktion zu steuern.[1] Der Begriff „Propaganda“ wird vor allem in politischen Zusammenhängen benutzt; in wirtschaftlichen spricht man eher von „Werbung“, in religiösen von „Missionierung“.

Die Stuttgarter Zeitung "berichtet" in ihrem Wirtschaftsteil:
"Auf dem Arbeitsmarkt läuft es gut, die Einkommen steigen, die Inflation ist niedrig - da fällt den Deutschen der Griff zum Portemonnaie leicht. Auch nach Weihnachten bleiben sie so kauffreudig wie seit Jahren nicht. Dazu tragen auch die niedrigen Zinsen bei."
Und so sehen die Fakten aus:

 Quelle

Interessant auch die dazu passende deutsche Reallohn-Hausse.


Vielen Dank an Steffen Bogs, dem Betreiber des faktenbasierten Wirtschaftsblogs Querschuesse, fuer diese vorweihnachtlichen Augenoeffner.

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Auf Querschuesse gibt es noch viel mehr an Propaganda entlarvenden Dingen zu entdecken. Ein Abo lohnt sich fuer jeden, dem die Qualitaet der Mainstream Medien und der darin zu Wort kommenden sog. Wirtschaftsexperten unertraeglich ist. Siehe auch:
Die Konstruktion von Macht durch Kommunikation am Beispiel von Propaganda.

Samstag, 21. Dezember 2013

South Korea heading down the neoliberal tubes

It was early this year when President Park Geun-hye took office as the first femal President of  South Korea. Now I am reading two articels in the Korea Times, which send me shivers down the neck. According to the first one
"President Park Geun-hye urged Korean financial firms to advance into global markets, Friday, saying globalization is the key to enhancing their competitiveness."
Further in the articel she is quoted saying:
“We need to develop the financial sector into a high value-added industry. It’s regrettable that its role is still largely limited to serving the real economy,” Park said during a meeting with top regulators and financial CEOs at Cheong Wa Dae.

“Financial firms should be creative, trusted and global-oriented to compete on the international stage. They should play a leading role in spurring the nation’s economic growth.”

Park vowed to scrap all “unnecessary” regulations to help them go global.

Sounds like Goldman Sachs did buy her election.

In the second articel the following question is raised:
"Is President Park Geun-hye’s role model shifting from German Chancellor Angela Merkel to former U.K. Prime Minister Margaret Thatcher?"

Reason to raise this funny question is, that the Korean government under Park is actually turning tough on unions. The article says:

"Branding the action as an illegal strike, the Park administration cracked down on them — police raided the union’s headquarters in Seoul and other offices. It is also seeking out union leaders after getting arrest warrants."

No idea what koreans are thinking about all this. But when I was reading it I couldn't belive it. Obviously it is not possible in this world that conservative politicans learn from the mistakes of their counterparts in other parts of the world. The neoliberal dogma must be executed no matter what.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Die Qualitaet deutscher Mainstream Medien. Ein erschreckendes Beispiel

Es ist nicht das erstemal, dass mir dieser Schreiberling unangenehm auffaellt. Er ist mit seinen Artikeln meiner Meinung nach exemplarisch fuer die Qualitaet der Beitraege deutscher Mainstream Medien zur Diskussion der wirtschaftlchen Lage in Europa.
In einem aktuellen Artikel verunglimpft er einen derjenigen, die berechtigte Kritik am Verhalten Deutschlands in der Krise vortragen, als Deutschland Hasser. Dabei versaeumt dieser Schreiberling seine Pflicht tiefer zu recherchieren und ein differenzierteres Bild der Zusammenhaenge zu entwerfen. Statt dessen bringt er in der Manier einer Harzburgerfront 2.0 Deutsche emotional gegen Auslaender in Stellung. Das gipfelt in dem Satz:
"Asselborn schreibt so offenkundigen Unsinn, dass man sich die Mühe ersparen kann, ihn zu widerlegen."
Jean Asselborn schreibt keinen Unsinn und hat leider recht. Allerdings sind es nicht "die Deutschen" die dem Projekt Europa dies antun, sondern es sind wiedereinmal deutsche Banker- und Unternehmereliten, die das Land und die Mehrheit seiner Buerger fuer ihre Interessen missbrauchen. Um das sehen zu koennen reicht das volkswirtschaftliche Wissen des leitenden! Redakteurs des FOCUS Wirtschaftsressort offensichtlich nicht. Ich kann dazu nur sagen, solche denkfaulen, unsachlichen und arbeitsscheuen Redakteure und Medien braucht das Land nicht. Nicht schon wieder!

Sapere Aude!

Georg Trappe

Montag, 16. Dezember 2013

Ein genialer Setup

Unter der Ueberschrift: "Deutschland: Zahlungsbilanz Oktober 2013" zeigt der faktenbasierte Wirtschaftsblog Querschuesse in unnachahmlicher Klarheit und mit dem ihm eigenen Understatement einen Sachverhalt auf, der die Wirtschaft des Landes zur Melkkuh fuer einige wenige macht.




Der Artikel endet mit dem treffenden Fazit:
"Nochmal 10 Jahre exzessive deutsche Exportüberschüsse werden ausgelutschte und überschuldete Volkswirtschaften und die finanzierenden, intermediären Bankensysteme nicht überleben und Staaten im Dauerrettungsmodus auch nicht. Es ist allerhöchste Zeit die deutsche Binnennachfrage anzukurbeln, Konsum und Investitionen, die Infrastruktur auf Vordermann zu bringen (Schulen, Straßen, Brücken, Schienen usw.) und die Arbeitnehmer an dem Erfolg der deutschen Volkswirtschaft partizipieren zu lassen (Lohnerhöhungen) statt weiter Forderungen gegen die übrige Welt zu akkumulieren."

So ist es!  Denn dies ist ein "absolut genialer" Setup. Denn wenn diejenigen, die die Kredite vergeben, dann noch “too big to fail” sind, und vom verhassten Staat ohne Wenn und Aber herausgehauen werden, wenn mal was anbrennt, dann ist das ein Konstrukt, in dem Eigentuemer von (Export-)Firmen und Banker nur gewinnen koennen.
Schoen also, dass die deutsche Belegschaft so “vernuenftig” ist, und durch jahrzehntelangen Verzicht auf Reallohnsteigerungen und eine absolut verlaessliche Wahl der politischen Parteien, die fuer “Mitte", “Vernunft”, “Ausgewogenheit” und “dritte Wege” stehen, diese “Erfolgsgeschichte” ermoeglichen. Und sollte sie mal in Schwierigkeiten geraten, dann weiss man ja, dass es die boesen Auslaender waren, die ihre Kredite nicht zurueckzahlen. Diejenigen, die auch nach der 1800sten Milliarde noch weiter Kredit vergeben, obwohl schon 700 Mrd. abgeschrieben werden mussten, trifft, da es sich dabei um deutschen Banker- und Unternehmeradel handelt, auf keinen Fall eine Schuld. Und das Ganze wird mit Hilfe von Medien und sog. Wirtschaftswissenschaftlern in endlosen Debatten derart vernebelt, dass kaum einer mitbekommt, wie der Hase laeuft.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Die Sopranos

Die Sopranos ist eine US-amerikanische Fernsehserie, die vom Leben einer italo-amerikanischen Mafiafamilie in New Jersey handelt.

Quelle
Nun meldet das Handelsblatt in einem Artikel:
"Der Deutschlandchef der US-Investmentbank Goldman Sachs, Alexander Dibelius, hat mit Hilfe von zwei Briefkastenfirmen in der Karibik ein millionenschweres Immobiliengeschäft in London abgewickelt, um Steuern zu sparen. Dibelius bestätigte der „Bild am Sonntag“, dass seine Firmen Soprano Enterprises und Jadana mit Sitz in der Steueroase British Virgin Islands das Geschäft machten."
Es handelt sich dabei um den gleichen Herrn Dibelius, der sich Ende 2009 mit folgender Aeusserung hervor getan hatte:
„Banken, besonders private und börsennotierte Institute, haben keine Verpflichtung, das Gemeinwohl zu fördern.“
Seinerzeit dachte ich, soetwas sei ein Fall fuer den Verfassungsschutz.  Nun uebernimmt wohl Friede Springers Team fuer Demontagen und Tatortreinigung die Arbeit.
Dem Handelsblatt schien es wohl noch wichtig, im Sinne einer ausgewogenen Berichterstattung zu erwaehnen:
"Der Deutschland-Chef von Goldman Sachs hatte in der Finanzkrise wiederholt einen Wertewandel eingefordert und die eigene Branche zu „kollektiver Demut“ aufgerufen."

Sapere Aude!

Dienstag, 10. Dezember 2013

Secular Stagnation or just another Bubble?

The NYT is giving room for some stupid debate whether the stock markets are in a bubble mode or not. As Dean Baker points out, based on P/E ratio this is not the case. However, the question how companies can make huge "earnings" while labour force not only in the US but also in Europe is to a large extend unemployed and therefore deleveraging and not consuming, doesn't come to mind. And because this question is left untouched, the entire debate is not only stupid and misleading attention but missing just another bubble of gigantic dimension. When you stay inside the frame work of neoclassical economics you probably won't see it, because you don't know what banks can do for you. But when you leave that frame work, by recognizing that the fiction of I=S is just that, a fiction set by neoclassical economists and decided about by banks with the capacity to create money, then you see a bubble of tremendous dimension. On the level of national economies you then see this gigantic bubble as the cumulated current account defict on one side and cumulated current account surpluses = piles of paper considered proof of an investment on the other side.









Source

But the stuff delivered for the paper was and is consumed. The oil is burned, the cars are wreckage and the willingnes and ability to work and produce something in return has vanished. The banks who issued and still issue in an accelerated way the huge piles of paper are of course in a state of denial. As well as those sitting on this ever growing pile of paper supposed to be proof of an investment. Those who deliverd real work for a pile of paper will find themselfs betrayed, those few who used this setup to grep the fortunes are the "heroes" of this game. And the banks will decide, when it is time to let the stupid fiction of I=S go down the tubes.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Here some US voices, which should be considered, when you accept their money in return for something real:

http://www.koreatimes.co.kr/www/news/biz/2013/12/175_32401.html
“Consider Kevin Phillips’ book, Bad Money: Reckless Finance, Failed Politics and the Global Crisis of American Capitalism, where he identifies the Seven Sharks of the American economy:
1. The US economy has become overly dependent on the finance industry as opposed to being better balanced with a manufacturing base, as America had up to the mid to late 1960′s.
2. American home prices are a collapsing crisis.
3. For decades Americans have been building up both national and personal debt beyond any prudent measure. Americans have a poor negative average savings rate. Too many Americans feel it is their God-given right to buy an excess of goods at cheap prices, thanks to cheap overseas manufacturing. The US national trade deficit is, and has been, running at about $700 billion a year.
4. Global commodity pricing build-ups have skyrocketed.
5. US Government statistics have proven to often be flawed and deceptive so that many Americans have been led down the garden path with unrealistic assurances from SEC, the Fed and the US Treasury Department.
6. Globally, we have peak oil prices that go beyond commodity inflation, suggesting a serious shortage of oil compared to growing demand. While there has been the relative recent price drop, cheering for slightly less than $100 a barrel levels is nothing to be sanguine about.
7. The collapsing dollar may eventually give pause to some of America’s major overseas lenders when considering further extending to the US an open line of credit that Americans have come to take for granted. Cheap American exports may sound positive to some Americans, but that may be true only if America still has an adequate and competitive manufacturing base large enough to take sufficient advantage
Now, if one or a few of the above factors coincided, the overall situation could be rationalized away as being problematic and not be cause for serious alarm. But, of course, all seven are present and some have been with America for a good part of the past decade."
-
Michael Hudson: “Debts that Can’t be Paid, Won’t Be
-
Larry Summers und Paul Krugman: Secular Stagnation = QE for ever
-

Samstag, 7. Dezember 2013

Sack the Economists

Quelle
"Introduction:

Economists Don’t Know What They’re Talking About

The walking dead
In 1994 Paul Ormerod published a book called The Death of Economics1.  He argued economists don’t know what they’re talking about.  In 2001 Steve Keen published a book called Debunking Economics: the naked emperor of the social sciences2, with a second edition in 2011 subtitled The naked emperor dethroned?3.  Keen also argued economists don’t know what they’re talking about.
Neither of these books, nor quite a few others, has had the desired effect.  Mainstream economics has sailed serenely on its way, declaiming, advising, berating, sternly lecturing, deciding, teaching, pontificating.  Meanwhile half of Europe and many regions and groups in the United States are in depression, and fascism is making a comeback.  The last big depression spawned Hitler.  This one is promoting Golden Dawn in Greece and similar extremist movements elsewhere.  In the anglophone world a fundamentalist right-wing ideology is enforcing an increasingly narrow political correctness centred on “free” markets and the right of the rich to do and say whatever they like.  “Freedom”, but only for some, and without responsibility."

Lesen bildet!

Georg Trappe

Montag, 2. Dezember 2013

Die Farbe der Gardinen?

Bei den Berichten ueber die Koalitionsverhandlungen entstand ab und an der Eindruck, dass, obwohl die Huette brennt, die Farbe der Gardinen verhandelt wurde.

Quelle

Nun liegt das Verhandlungsergebniss fuer jeden einsehbar in Form eines Koalitionsvertrages vor.
Und es ist schon ein interessantes Dokument geworden. Der Begriff Export kommt in verschiedenen Verbindungen ueber 30mal vor. Der Begriff Import nur 6mal.
Interessant ist auch, was fast garnicht vorkommt:
Reichtum! Nur zweimal! Auf Seite 9 als Ideenreichtum und auf Seite 119 als Naturreichtum.
Dafuer kommt Armut immerhin 12mal vor. Ob man daraus schliessen kann, dass es sich um ein Armuts- und/oder ein Exportzeugnis handelt, weiss ich nicht. Interessant ist es allemal.
Und den SPD Mitgliedern, die ueber diesen Vertrag abzustimmen haben, empfehle ich ein Studium diverser Querschuss Artikel ( 1, 2, 3, 4, 5 , 6, 7, 8). Insbesondere die, die das Ungleichgewicht von deutschen Exporten und Importen zum Thema haben, sollten verstanden sein. (wirtschaftliche Ungleichgewichte bedeuten auch immer wachsende Bankbilanzen = wachsende Forderungsbestaende. Wer koennte daran wohl ein Interesse haben? Nun, auch wenn sich Aktiva und Passiva immer aufheben, so ermoeglicht eine aufgeblaehte Bankbilanz immer ein ausgesprochen attraktives Zinsdifferenzgeschaeft. Insbesondere dann, wenn die dabei entstehenden Ausfallrisiken dank "too big to fail" sozialisiert werden).
Das Wort Frieden kommt uebrigens 7mal im Koalitionsvertrag vor. Das Wort Ruestung muessen Sie schon selber nachzaehlen, denn ich war zu faul mir den Umlaut auf meiner englischen Tastatur hin zu fummeln. Ruestungsexporte waeren sicher auch interessant.
-
Ach ja, lassen Sie sich von den Vertretern der Mainstream Medien nicht einreden, dass es weder Ziel noch Zusammenhang gibt. Es gibt Ziele und es gibt Zusammenhaenge. Und auch eine Berichterstattung, die den Eindruck vermittelt es gaebe keine Ziele und Zusammenhaenge, erfuellt eine Funktion und verfolgt als solche ein Ziel. Denn die Entwicklung von Postdemokratie ist eine grosse Gemeinschaftsaufgabe, in der diejenigen, die die dabei entstehenden Herausforderungen als Chance begreifen nicht nur grossartige Karrieren machen koennen, sondern diese auch machen.



Sapere Aude!

Georg Trappe

Samstag, 30. November 2013

Spinodale Zerlegung II

Wie die meisten wissen, laufe ich gegen die Vorstellung, Wirtschaft sei als ein gleichgewichtsnahes, aus sich heraus auf ein Gleichgewicht zustrebendes System zu beschreiben, seit einiger Zeit Sturm. Mein Hinweis auf die Existenz spinodaler Zerlegung moechte ich dabei als Hinweis darauf verstanden wissen, dass es soetwas wie Phasenuebergaenge, Keimbildung und Wachstum, Ostwaldreifung, Metastabilitaet und spontane Zerlegung/Entmischung gibt. Wenn man sich Wirtschaft als ein System, bestehend aus zwei Komponenten, Stoffen, Phasen denkt, indem es um materiellen Wohlstand (Komponente A) und Menschen (Komponente B) geht, dann kann man versuchen, die Vorgaenge in diesem System durch Analogien zu Zweistoff- / Zweiphasensystemen der Festkoerperphysik / Materialforschung zu beschreiben.
Ausgangspunkt fuer eine solche Beschreibung durch eine Analogie muss aber immer eine objektiv belegbare Beobachtung sein. Fuer mich ist dabei die vielfach belegte Tatsache, dass seit Mitte / Ende der 70er Jahre in den grossen westlichen Volkswirtschaften die Vermoegens- und Einkommensverteilungen zunehmend rechtsschief wurden, der wesentliche Ausgangspunkt. Denn d.h. das Vermoegen = materieller Wohlstand sich zunehmend konzentriert und zwar gegen einen bereits bestehenden Gradienten. Dies ist vollkommen untypisch fuer ein System, was angeblich aus sich heraus ein Gleichgewicht anstrebt. Denn Gleichgewicht bedeutet, dass kein Konzentrationsgradient vorhanden ist, der einen weiteren gerichteten Stofftransport antreiben koennte.Vielmehr ist der Fluss entgegen einem Gradienten ein Anzeichen von Instabilitaet, denn es muss eine Kraft geben, die nicht nur den bereits bestehenden Gradienten ueberwindet, sondern auch dessen weiter zunehmenden Anstieg. Bei physikalischen Systemen hat eine solche Kraft ihren Ursprung immer in einer Verbindung des Systems mit seiner Umwelt. Meistens werden dabei geschlossene aber nicht isolierte Systeme betrachtet. D.h. die entsprechenden Beobachtungen werden unter Auschluss von Massenaustausch mit der Umgebung aber bei moeglicher Energiezu- oder abfuhr gemacht. Hier muss also jede Analogie schon mit einem Fragezeichen versehen werden, denn das System Wirtschaft betreibt z.B. ueber Rohstoffe und Abfaelle einen intensiven Massenaustausch mit seiner Umwelt. Dennoch ist es sinnvoll sich mit solchen Phaenomenen und den zugehoerigen Theorien zu beschaeftigen. Denn die Spinodale Zerlegung, als Beispiel herausgegriffen, ist durchaus denkbar als eine Folge einer stetigen Zufuehrung einer Komponente des Systems bei konstanter Temperatur und konstantem Druck. Wenn die Konzentration dieser Komponente so bei konstanter Temperatur und konstantem Druck z.B. von rechts nach links die metastabile Phase durchquert, also steigt und dabei die Mischungsluecke, die Flaeche unter der Spinodalen erreicht, dann ist trotz weiterer Zufuhr dieser Komponente keine stabile Mischung zu erzielen, solange die Temperatur unter UCST verbleibt.




 Quelle

D.h. ein Wirtschaftssystem, welches bereits seit ueber drei Jahrzehnten eine Entmischung von Wohlstand/Geld und damit Symptome von Instabilitaet zeigt, durch die weitere Zufuhr von Geld stabilisieren zu wollen, ist bei der Annahme, dass eine Spinodale / Mischungsluecke vorhanden ist, vollkommen aussichtslos. Die Frage also ist, wenn man in diesem Bild der homogenen Phase naeher kommen will, wie bekommt man die Temperatur hoch? Mein Tip waere, dafuer zu sorgen, dass der Wettbewerb dort, wo er nicht mehr vorhanden ist, naemlich bei den Oligopolen "too big to fail", wieder seine Wirkung entfalten kann.

Sapere Aude!

Montag, 25. November 2013

Sehenden Auges

Ich moechte hiermit einen Hinweis aufgreifen, den ich bei pinkepinke gefunden habe.
Es geht dabei um einen Aufsatz von Johann Eekhoff aus dem Jahr 2004 zum Thema deutsche Exportueberschuesse, das z.Zt. mal wieder fuer interessante Diskussionen und noch interessantere Stellungnahmen sorgt.
-
Mein Schluss aus dem Artikel in Verbindung mit dem Datum seines Erscheinens ist, den Betreibern des schiefen, deutschen Geschaeftsmodells ist vollkommen klar, welche Folgen und Risiken es hat. Sie betreiben es trotzdem und im vollen Bewusstsein.
Aber was ist von jemandem, der so etwas ohne Not tut, zu halten?
Was ist von jemandem zu halten, der, obwohl er genau weiss, welche Folgen ein derartiges Geschaeftsmodell hat, die politische Kaste, die sog. Experten und die Medien dafuer einspannt, dem Volk zu erklaeren, dass dies alles nur zu seinem Besten geschieht?
Kann man mit so jemandem in realistischer Aussicht auf einen ehrlichen Interessenausgleich in Verhandlungen treten? Oder angesichts einer solchen Gruppierung an die Moeglichkeit dritter Wege glauben? Was ist von denen zu halten, die sich da bereitwilligst und in grosser Zahl einspannen lassen? Von denen, die im Auftrag von Friede Springer, den Quandts und Klattens dieser Welt das Volk in einen Nebel fuehren, der die Geschichte so aussehen laesst, als waeren die negativen Seiten die unausweichlichen Folgen eines Sachzwangs, der die Entscheidung fuer dieses Geschaeftsmodell alternativlos macht und dem man sich daher zu unterwerfen habe?
-
Es gibt eine erhebliche Diskrepanz zwischen den kumulierten deutschen Leistungsbilanzueberschuessen und der deutschen NIIP.

http://www.querschuesse.de/deutschland-niip-mit-1122298-mrd-euro/

D.h. erstens, die finanziellen Mittel, die aus den Leistungsbilanzueberschuessen zugeflossen sind, wurden schlecht angelegt, und zweitens es muss eine Gegenposition zu diesen Verlusten geben.



Wenn man sich auf die Suche nach dieser Gegenposition macht, dann wird man im UK und in den USA fuendig. Trotz eskalierender kumulierter Leistungsbilanzdefizite gelingt es dem UK seine NIIP nahe oder knapp ueber Null zu halten.









Und den USA gelingt es immerhin die Errosion ihrer NIIP durch esklalierende kumulierte Leistungsbilanzdefizite zu halbieren.









Wie funktioniert soetwas? Ganz einfach! An “den Maerkten” werden nicht nur die Preise fuer die aktuellen Transaktionen gebildet, sondern auch ueber diese Preise die Bewertung der bis Dato aufgelaufenen Bestaende. Wenn es also gelingt die Geldstroeme so zu lenken, das sie Titel nachfragen, die dem UK oder den USA zugerechnet werden, dann ist es so offenbar moeglich durch die dadurch ausgeloeste Aufwertung/Abwertung der Bestaende gigantische Leistungsbilanzdefizite auszugleichen (UK) bzw. zu halbieren (USA). Deutschland zaehlt zu denjenigen, die die zwangslaeufig notwendige Gegenposition inne haben. Trotzt enormer Leistungsbilanzueberschuesse steigt die deutsche NIIP deutlich schwaecher, was bedeutet, das die bestehenden Bestaende abgewertet werden. Es ist mit Sicherheit kein Zufall, dass “die Maerkte”, die diese Magie leisten in New York und in der City of London ansaessig sind. Es ist sicherlich auch kein Zufall, dass die groesste deutsche Bank mehrheitlich nicht mehr Deutschen gehoert, sondern der einzige ueber der Meldeschwelle liegende Grossaktionaer Black Rock heisst und in New York seinen Sitz hat.
-
Der Knueller ist nun, dass ein sog. Wirtschaftswissenschaftler mit einem gewissen Renomee und sehr guten Beziehungen zu den allerhoechsten Etagen unserer Gesellschaft dies in einem Aufsatz im Jahr 2004, also dem Jahr in dem die Eskalation der deutschen Leistungsbilanzueberschuesse beginnt, haargenau beschreibt. Das wiederum kann nur heissen, dass diejenigen, die in Deutschland das Sagen haben, dies im vollen Bewusstsein nicht nur getan haben, sondern auch weiterhin tun. Diese Kreise haben ueber Deutschland den Daumen gesenkt. Diese Kreise haben beschlossen, dass es sich nicht mehr lohnt in Deutschland zu investieren. Weder privat noch oeffentlich. Es ist auch tabu den Arbeitnehmern, die den Reichtum erarbeiten, eine dem Produktivitaetsfortschritt entsprechende Entlohnung zukommen zu lassen und so einen entsprechenden Konsum zu ermoeglichen. Diese Kreise haben beschlossen, das Land auf die kalte Tour auszubluten und koennen sich dabei noch der Unterstuetzung einer Politik sicher sein, die ihnen temporaere Bewertungsverluste grosszuegig ausgleicht indem sie sie der Allgemeinheit aufbuerdet.
-
Gleichzeitig wird die Oeffentlichkeit via Politik, “Experten” und Medien in eine abstruse, die Sachverhalte vollkommen vernebelnde Debatte gelenkt. Ein mieseres Schurkenstueck ist kaum vorstellbar.
-
Die Gruppierung, die dieses Schurkenstueck betreibt, besteht aus den Quandt, Klatten, Springer, Albrecht, Mohn etc. Familien, die sich offenbar einer internationalen, kosmopolitischen Elite zugehoerig fuehlen, die inzwischen keine nationalen Grenzen mehr kennt. Die Vorstellung von nationalen Oekonomien oder gar Wohlfahrtsoekonomien ist ueberholt. Seitdem Kapital frei beweglich ist und ohne jede Einschraenkung Landesgrenzen queren kann, muss national orientiertes Denken in die Irre fuehren. Der Aufstieg multinationaler Grosskonzerne hat sein uebriges dazu getan. Selbst der amerikanische Staat sieht sich nicht mehr in der Lage von diesen Giganten und ihren Eigentuemern die dringend benoetigten Steuern einzutreiben. Ueberall unterwirft das Kapital das Gemeinwesen und macht es sich in seinem Sinne zu nutze.
Dies ist die eigentliche Essenz des Begriffs Globalisierung.
Nationale Korrektive wie z.B. eine Senkung der allgemeinen Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich werden damit unmoeglich. Nationale Wirtschaftspolitik beschraenkt sich dann nur noch darauf, die Betroffenen ruhig zu stellen und so sukzessive ihre Anpassung an die aufziehenden neofeudalen Verhaeltnisse zu betreiben.
-
Wie oben angedeutet bin ich der Meinung, dass man die real existierende Oekonomie nicht mehr als Nationaloekonomie oder gar Wohlfahrtsoekonomie denken kann, wenn man sich nicht einem Wunschdenken hingeben will. Vereinfacht gesagt wird vielmehr in einem uebertragenen Sinn das Portfoliomanagement nach der Boston Consulting Group Matrix praktiziert.
http://de.wikipedia.org/wiki/BCG-Matrix
Deutschland als Asset betrachtet, ist in dieser Analyse eine Cash Cow. Das ist sogar kompatibel mit modernen evolutorischen Betrachtungsweisen. Aus der Sicht des internationalen, kosmopolitischen Management Teams geht es also im wesentlichen darum das Portfolio so zu strukturieren, dass man Dogs vermeidet, Fragezeichen = Opportunities so besetzt, dass sie ausgebaut werden koennen, wenn sie sich zu Stars entwickeln sollten und Cash Cows auf ihrem Weg zu Dogs maximal zu melken ohne sie dabei vorzeitig trocken laufen zu lassen.
Interessant ist auch der Satz im Wikiartikel bezogen auf das dort abgebildete und diskutierte Beispiel:
“Eine solche Situation hat auch starke Auswirkungen auf das Unternehmensrating gemäß Basel II. So wirft das Unternehmen zwar derzeit hohe Deckungsbeiträge ab, damit ist jedoch nicht gesagt, dass die wohl gute Kapitalisierung des Unternehmens auch rechtzeitig in die Produktinnovation investiert wird. Da bei einer Kreditanfrage die Unternehmensbewertung durch die Bank nach Basel II nur die statischen Leistungskennzahlen abfragt, ohne die Betrachtung einer dynamischen Ausschichtung des Produktportfolios, wird das Unternehmen aus vorliegendem Beispiel sowohl die EBIT-Analyse (EBIT: earnings before interest and tax) als auch die Wertschöpfungskennzahlen hervorragend darstellen können.”
Denn abweichend zur rein betriebswirtschaftlichen Betrachtung ist es nun so, dass Volkswirtschaften ihre eigene, endogene, Finanzierung auf die Beine stellen koennen, wenn sie ueber eine eigenen Zentralbank und eine eigene Waehrung verfuegen. Etwas aehnliches koennen nur Grosskonzerne, die ueber eine eigene Banklizenz verfuegen, was bei vielen DAX Konzerne inzwischen der Fall ist, oder starke Koalitionen zwischen Grosskonzernen und Grossbanken. Denn damit entsteht die Moeglichkeit sich an den Haaren aus dem Sumpf zu ziehen bzw. eine sich selbsterfuellende Prophezeiung in Gang zu setzen. Allerdings scheint dies auf der Ebene der Volkswirtschaften nur solange zu funktionieren, bis die Verschuldung aller volkswirtschaftlichen Sektoren jeweils 100% des BIPs erreicht. Bei einem Gesamtschuldenstand von 350 bis 400% des BIPs entsteht eine Art mentale Sperre, die es offenbar unvorstellbar macht, das derartige “Stars” laenger “Stars” bleiben koennen. Und so werden sie zu Cash Cows und dann zu Dogs. Das Ganze bekommt ueber diesen Zusammenhang eine zyklischen Charakter der Art Aufstieg, Stagnation und Untergang. Das ist fuer die meisten Betroffenen in den Volkswirtschaften natuerlich ausgesprochen unbefriedigend und schmerzhaft. Fuer das internationale, kosmopolitische Management Team aber eher unbedeutend, wenn man ueber ein “kompetentes” Team von Helfern in der Politik, den sog. Wirtschaftswissenschaften und Medien verfuegt, was den Betroffenen die notwendigen und “alternativlosen” Anpassungsprozesse durch eine professionelle palliative Therapie erleichtert. Insbesondere die Erklaerung, dass sich das Ganze auf ein pareto optimales Gleichgewicht zu bewegt, hilft offenbar besonders Vielen, den Glauben an Gerechtigkeit und Sinnhaftigkeit auch in schweren Stunden nicht zu verlieren. Den Medien kommt dabei die besondere Aufgabe zu, die fuenf Schritte zur Akzeptanz nach Kuebler Ross bei ihrer Kommunikation der Ablaeufe immer im Auge zu behalten. Sicherlich keine leichte Aufgabe. Aber fuer junge Chefredakteure, die diese Herausforderung als Chance begreifen eine grossartige Gelegenheit Karriere bei Friede Springer oder in aehnlichen Kommuniktionsimperien zu machen.

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Ich danke pinkepinke fuer den wirklich erhellenden Hinweis auf den Eekhoff Aufsatz.
Ich danke weiterhin Steffen Bogs, dem Betreiber des Blogs Querschuesse fuer seine immer faktenbasierten Beitraege zurAufhellung dieser Sachverhalte. Wenn Sie zu denen gehoeren, die sich mehr oder weniger freiwillig jeden Monat 20 Euro von der GEZ fuer eine die Zusammenhaenge vernebelnde Berichtserstattung abziehen lassen, dann empfehle ich Ihnen  zur Abwechslung mal einen Blick in seinen Blog. Die 5 oder besser 10 Euro pro Monat lohnen sich auf jeden Fall.

Sonntag, 17. November 2013

Freihandelsabkommen made in USA

http://www.nzherald.co.nz/business/news/article.cfm?c_id=3&objectid=10491556

"The first topic on the P4 agenda will be financial services and investment. US companies, such as GE Money, already have a substantial investment in this area in New Zealand. Research is now under way to see how New Zealand companies operating in this sector may be able to benefit from opening the US market to them."

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Copyright-Abkommen-TPP-Wikileaks-veroeffentlicht-Maximalforderungen-2047972.html

"Trans-Pacific Partnership ist ein Handelsabkommen, das seit 2009 von den Regierungen der USA, Japans, Australiens, Canadas, Neuseelands, Mexiko, Chiles, Perus, Vietnam, Singapurs, Malaysias und Brunei verhandelt wird – unter strenger Geheimhaltung."
http://de.wikipedia.org/wiki/Multilaterales_Investitionsabkommen

"Unter Ausschluss der Öffentlichkeit begannen 1995 die Verhandlungen zwischen Wirtschaft und Politik mit Einbezug der Entwicklungsländer. 1997 wurden sie durch eine Indiskretion bekannt und zunächst in Kanada, den USA und etwas später in Europa, unter zurückhaltender Berichterstattung der Massenmedien, öffentlich diskutiert. Aufgrund des sich daraufhin formierenden zivilgesellschaftlichen Widerstands wurde im September 1998 von 450 Vertretern multinationaler Konzerne eine Erklärung abgegeben:
„Die Entstehung von Aktivistengruppen droht die öffentliche Ordnung, die rechtmäßigen Institutionen und den demokratischen Prozeß zu untergraben. […] Es müßten Regeln aufgestellt werden, um die Legitimität dieser aktivistischen regierungsunabhängigen Organisationen zu klären, die vorgeben, die Interessen großer Teile der Zivilgesellschaft zu vertreten.“
Geneva Business Dialogue

Sapere Aude!

Georg Trappe

Sonntag, 10. November 2013

Ungleichgewichte und Konzentrationsprozesse so weit das Auge reicht

Die sog. Wirtschaftswissenschaftler behaupten ja gerne schon einmal, dass es sich bei unserer Wirtschaft um ein gleichgewichtsnahes System handelt, das aus sich heraus Gleichgewichte anstrebt. Das geht auf einen Moechtegern-Kollegen mit dem Namen Walras
zurueck. Der hatte Mitte des 19. Jahrhunderts gluecklicherweise sein Ingenieurstudium nach wenigen Semestern abgebrochen und so der Welt vermutlich einige explodierende Dampfmaschinen erspart. Dummerweise wurde er im spaeteren Verlauf seiner Karriere Professor fuer Oekonomie und legte als solcher den Grundstein einer Theorie, die bis heute das Denken der sog. Wirtschaftswissenschaftler beherrscht. Die prominenteste Form der heute verwendeten Gleichgewichtsmodelle duerfte wohl das DSGE Modell in einer seiner vielen Abwandlungen sein. Dieser weit verbreiteten Sichtweise, die erstaunlicherweise als "State Of The Art" gilt, ist es geschuldet, dass die Verantwortlichen seit 6 Jahren der Krise im wesentlichen mit Ratlosigkeit und absurden Rezepten begegnen. Sie sehen den Wald vor lauter Baeumen nicht.
-
Um diese steile These zu begruenden, moechte ich etwas weiter ausholen und einige Grundlagen aus der Sphaere, aus der Walras vermutlich die Inspiration zu seiner Theorie bezogen hat, klaeren.
Bei der Betrachtung thermodynamischer Systeme unterscheidet man verschiedene Formen nach den Eigenschaften der Systemgrenzen in Bezug auf Materie und Energie.


Quelle

Denn die Systemgrenzen koennen, massedicht oder energiedicht sein. Wobei man bei der Energiedichtigkeit noch zwischen adiabat und arbeitsdicht unterscheidet. Systemgrenzen koennen Kombinationen dieser Eigenschaften aufweisen. Ein System gilt z.B. als geschlossen und isoliert, wenn seine Grenzen sowohl masse- als auch energiedicht sind (Thermosflasche).
Ist so eine Thermosflasche mit einem Gas oder einer Fluessigkeit befuellt, stellt sich typischerweise in einem solchen geschlossenen und isolierten System bestehend aus einer Unzahl von Atomen oder Molekuelen ein thermodynamisches Gleichgewicht ein. D.h. auch, es kann durch makroskopische Zustandsgroessen, wie Druck und Temperatur zutreffend beschrieben werden. Denn Gleichgewicht bedeutet auch, dass in jedem noch so kleinen Volumenelement innerhab des Systems die gleiche Temperatur und der gleiche Druck gemessen werden. Jede Abweichung davon wuerde durch einen automatisch ablaufenden Ausgleichsprozess aufgehoben. Das Wasserglas, das Wasser bei Raumtemperatur (oder erhoehter Temperatur) enthaelt und in das mit einer Pipette ein Tropfen Farbe eingetragen wird, visualisiert dies sehr schoen.

https://www.youtube.com/watch?v=kk_-CXHVygM

Der Ausgleichsprozess = die Diffusion sorgt dafuer, dass die Tintenpartikel ueber Zeit gleichmaessig im Wasser verteilt werden, obwohl keine weitere Energie z.B. durch Ruehren oder Aufkochen eingetragen wird.
In der Vorstellung der sog. Wirtschaftswissenschaftler passiert etwas sehr aehnliches, wenn ich einen Koffer mit einer Million Euro oder einen Sack Kartoffeln auf der Koenigstrasse in Stuttgart abstelle. Das dem nicht so ist, weiss jedes Kind. Selbst wenn ich die Million gleichmaessig an alle Stuttgarter verteilen wuerde, wird nach einer gewissen Zeit festzustellen sein, dass es dem einen oder anderen gelingt aus den 1,63 Euro mehr zu machen, waehrend andere diese milde Gabe sehr schnell wieder verlieren. Es geschieht also etwas, was dem Verhalten geschlossener, isolierter und gleichgewichtsnaher Systeme direkt widerspricht.

https://www.youtube.com/watch?v=p1rK34Hbj_g

Das ist auch erklaerlich. Aber nur dann, wenn man das gleichgewichtstheoretische Gedankengebaeude verlaesst.
-
Warum das nicht geschieht, angesichts eskalierender Ungleichgewichte auf allen Ebenen (Einkommensteuerstatistik, Vermoegensverteilung, Unternehmensgroessenstatistik ) und an allen Orten bleibt das Geheimnis einer inzwischen mehr als merkwuerdig anmutenden Zunft.

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Zur globalen Entwicklung der UHNW Population

Freitag, 8. November 2013

Ratlosigkeit auf breiter Front

Seit dem Ausbruch der weltweiten Krise vor 6 Jahren durch das Platzen der amerikanischen Immobilienblase im August 2007 beschraenken sich die Massnahmen zu ihrer Ueberwindung im wesentlichen auf expansive Geld- und Zinspolitik der Notenbanken. Die aktuelle Zinssenkung der EZB fuegt sich in dieses erstaunliche Bild nahtlos ein.
Die tieferen Ursachen werden nach wie vor nicht wahrgenommen oder sogar aktiv ausgeblendet. Dem entsprechend bleiben sie nicht nur unbehandelt sondern eskalieren weiter. Dabei sind diese tieferen Ursachen nicht sonderlich tief vergraben. Vielmehr werden sie durch einen Blick in eine der vielen Verteilungsstatistiken, seien es nun Bestandsstatistiken, wie die Vermoegensverteilung, oder Stromgrossenstatistiken, wie die Einkommensverteilung, regelmaessig offensichtlich. Bei stark rechtsschiefen Verteilungen des Einkommens, muss der stimulierende Impuls massiver Geldmengenausweitung bzw. Zinssenkungen zwangslaeufig versanden. Die breite Masse der Bezieher niedriger und mittlerer Einkommen wird nach den Erfahrungen von 2007 nicht bereit sein sich zu verschulden und die Bezieher hoher Einkommen haben keinen zwingenden Grund ihr Spar- und "Investitions-"verhalten grundlegend zu aendern. Zwar werden die Assetpreise tendenziell noch weiter steigen, aber jedem duerfte klar sein, dass dem ein abruptes Ende droht, sobald die Renditen dieser "Assets" beginnen in der Breite auf das Niedrigstzinsniveau hin zu konvergieren. Im uebrigen gilt ganz allgemein, dass die Gewinne der einen die Verluste der anderen sind. Solange also untere und mittlere Einkommensbezieher sich zunehmend mit dem Ruecken an der Wand aufgestellt sehen, wird es schwer sein diesen irgendwelche Dinge gewinnbringend zu verkaufen. Daran aendern insbesondere nach den bitteren Erfahrungen aus der letzten Niegrigstzinsphase auch historische Tiefststaende bei den Leitzinsen vermutlich nichts.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Mittwoch, 6. November 2013

Those Foolish Economists Hurray Its Blame Game Time (again)

A couple of days ago SPON reported about the furious response of German economic leaders, including a spokesperson of the german Wirtschaftsministerium, to some critical words found in a recent semiannual report of the US Treasaury. Now Paul Krugman wrote in the NYT under the head line "Those Depressing Germans":

"Furthermore, as it happens, Germany isn’t blameless. It shares a currency with its neighbors, greatly benefiting German exporters, who get to price their goods in a weak euro instead of what would surely have been a soaring Deutsche mark. Yet Germany has failed to deliver on its side of the bargain: To avoid a European depression, it needed to spend more as its neighbors were forced to spend less, and it hasn’t done that.
German officials won’t, of course, accept any of this. They consider their country a shining role model, to be emulated by all, and the awkward fact that we can’t all run gigantic trade surpluses simply doesn’t register"
While I agree to the extend with Krugmans macro economic analysis, that not every one can generate surpluses but there must be deficit counter parts, I like to remind him to this list, that not only shows Germany, China, Saudi Arabia and Japan leading the list with tremendous current account surpluses, but also shows the US at the other side of the spectrum with an outrageous current account deficit for decades now. And this despite the fact that most of the 88 US trading partners, who have the corresponding surplus, have a floating currency in respect to the US$. So the argument used towards China doesnt hold. The question, which arises is, How come? How come that not only the globalized economy generates such inbalances, but every economy itself shows this kind of inbalances, when you zoom into it.
Regardless what economy you pick, you will find a wealth and income distributions that are right skewed. Which means that there are a few capable to accumulate tremendous surpluses while there are a lot of others who barely survive or sink into debt. And when you track the development of skewness (the increasing distance of mode, median and mean) of such distributions over time, you will discover that this will increase. How come, that not only on a global level, but on every scale you choose, we find the same patterns of inbalance or disequlibrium?
How does Krugman want to explain this with models and theories that are "equilibrium centric"?
I think there is no way to find explainations or solutions for these serious problems, as long as you stay within the house of equilibrium centric thinking. Move on. The response of german economic leaders to the critique in the US Treasury report is very disapointing. It shows in a painful way unbelieveable ignorance towards some very basics of economics. But it would be at least as painful to watch an "progressive" economists of Krugmans calibre walking into a simlar trap of ignorance towards strong indications that our economies are out of equilibrium systems?

Sapere Aude!

Georg Trappe

Trickle Down Effects in Action. US Wage Distribution 2012



Source: http://www.socialsecurity.gov/cgi-bin/netcomp.cgi?year=2012
http://www.querschuesse.de/usa-wage-statistics-for-2012/#comment-73501

" The "raw" average wage, computed as net compensation divided by the number of wage earners, is $6,529,097,960,690.75 divided by 153,632,290, or $42,498.21. Based on data in the table below, about 67.1 percent of wage earners had net compensation less than or equal to the $42,498.21 raw average wage. By definition, 50 percent of wage earners had net compensation less than or equal to the median wage, which is estimated to be $27,519.10 for 2012. "

"Die Zahl des Tages ist, dass die 2’915 US-Amerikaner mit den höchsten Löhnen mehr verdienen, als die 23,303 Millionen US-Amerikaner am unteren Ende der Lohnstatistik 2012. Diese Zahl ist ein klarer Beleg, dass die enorme Ungleichheit bei den Einkommen, wie auch bei den Vermögen zu einem Exzess mutiert sind und zu einem gravierenden Hemmschuh jeglicher positiven wirtschaftlichen Entwicklung geworden sind. Die Dimension des US-Niedriglohnsektors mit 37,143 Millionen Arbeitnehmern bzw. 24,4% aller abhängig Beschäftigten, die unter 9’999 Dollar im Jahr verdienten, wird wohl selbst kritische Betrachter der USA noch verblüffen.
Es ist ein unfassbar perverses System, aber immerhin, mit in Teilen vorbildlicher Datentransparenz :)
Jeder kann es wissen und jeder kann seine Erkenntnisse daraus ziehen!"


Source: http://rwer.wordpress.com/2013/11/04/trickle-down-economics-total-horseshit/

Sapere Aude!

Georg Trappe

Montag, 4. November 2013

Voelliger Unsinn

Leser meines Blogs wissen, dass ich Gleichgewichtstheorien, die behaupten, Marktwirtschaften wuerde in einem Prozess der Selbstregulation aus sich heraus auf ein Gleichgewicht zustreben, sehr skeptisch gegenueber stehe, da sie meiner Meinung nach empirisch widerlegt sind. Nun meldet sich das Finanzministerium der Volkswirtschaft zu Wort, welche ueber Jahrzehnte gigantische Leistungsbilanzdefizite mit den meisten seiner Handelspartnern aufgetuermt hat und kritisiert die Wirtschaftspolitik des Landes, das ebenfalls seit Jahrzehnten die Liste der Laender anfuehrt, die Leistungsbilanzueberschuesse generieren, die notwendigerweise den Leistungsbilandefiziten gegenueberstehen. Endlich!, moechte man da ausrufen. Endlich beginnen die beiden Extrema, die die Theorien eines aus Selbstregulation entstehendem Gleichgewicht, Jahr fuer Jahr ad absurdum fuehren, einen fuer die Weltwirtschaft dringend notwendigen Dialog ueber die Tatsache, dass die ja durchaus wuenschenswerten Gleichgewichte sich nicht theoriegemaess von selber einstellen wollen. Doch was ist die scheinbar einhellige und geradezu unglaubliche Antwort der Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik im Land der Dichter und Denker?
Alles voelliger Unsinn! 
Ich fasse es nicht. Dabei sind zumindest die Verantwortlichen in der Politik sogar gesetzlich durch GG Art. 109, Abs. 2 und das Stabilitaetsgesetz vom 8. Juni 1967 verpflichtet, eine Wirtschaftspolitik zu betreiben, die ein gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht, was auch ein aussenwirtschaftliches Gleichgewicht umfasst, zum Ziel hat.
Das die Sinnhaftigkeit dieses Ziels, auch nach einer Krise, die die Weltwirtschaft an den Rand des Zusammenbruchs gefuehrt hat, die wirtschaftliche Entwicklung in Europa um Jahre zurueckgeworfen hat und durch die schlagartige Entwertung von Krediten, die ans Ausland gegeben wurden, ausgeloest wurde, derart vehemment durch fuehrende Persoenlichkeiten der deutschen Wirtschaft bestritten wird, ist ein erschreckendes Zeugnis  des desolaten Zustandes, der in den Koepfen dieser Herrschaften herrschen muss.
Diese Herrschaften haben ganz offensichtlich weder ueber ganz grundsaetzliche wirtschaftliche Zusammenhaenge noch ueber die tieferen Ursachen der Krise der vergangenen fuenf Jahre nachgedacht. Es mag ja sein, dass die Seite, die das Problem nun in Form von Kritik an deutscher Wirtschaftspolitik anspricht, sich in der Vergangenheit taub gestellt hat, aber das entbindet doch nicht von der Pflicht, eine solche Gelegenheit in konstruktiver Weise aufzugreifen, um dieses zentrale und gewichtige Problem einer Loesung naeher zu bringen. Denn die "magischen Haende" des freien Marktes loesen es garantiert nicht. By the way, sie tun dies weder auf der Ebene der Volkswirtschaften noch auf den Ebenen der Unternehmen und Individuen. Aber das ist ein anderes Thema.

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Eine faktenbasierte Betrachtung des "Voelligen Unsinns" finden Sie hier.

Eine Collage

Gruesse von einem Alien aus Japan (wo eine der deutschen Beziehung zur Arbeit und Leistung(sueberschuessen) sehr aehnliche Kultur gepflegt wird). Das der Alien ausgerechnet von einem amerikanischen Schauspieler (=potentiellem Praesidenten) dargestellt wird, ist kein Zufall;-). 
 
Suntory
 
Deutsche Einzelhandelsumsaetze 
 
Interview mit Robert D. Kaplan, one of the world's "top 100 global thinkers."
 
Darin heisst es u.a.:

"Solange auch die Verteidigungsetats nicht steigen, wird Europas Macht immer begrenzt bleiben."

oder
"Unsere Wahlbeteiligung ist niedrig, und das ist für mich ein gutes Zeichen. Weil es nämlich bedeutet, dass viele Menschen zu beschäftigt und auch zufrieden sind mit ihrem Leben, als dass sie wählen gehen müssten. Viele Wähler sind zudem Wechselwähler. Je weniger eine Gesellschaft politisiert ist, umso besser ist dies für ihre Stabilität. Das ist immerhin ein Grund zu Optimismus."
Grundlage fuer diese Aussage ist der seit Jahrzehnten funktionierende  amerikanische Gegenentwurf. Der Bronx entsprungen mit "Ironie des Schicksals AN" marokkanisch / somalischen Wurzeln "Ironie des Schicksals AUS". Chinesische Weisheit dazu : .... you should do more of what makes you happy....... oder : wie geduldig kann ein Mensch sein bzw. was halten sie aus :



Denn so sollte es nicht enden :
 
 
Oder? 
 

Dienstag, 15. Oktober 2013

Tapering? No way!

Ich habe zwei interessante Charts gefunden, die die zeitliche Entwicklung des netto (Rueck-)Flusses von US$ vom Ausland in die USA fuer den Kauf/Verkauf von US Treasury Notes und Bonds zeigt. Das erste zeigt dies monatlich auf Basis der Summe der jeweils letzten 12 Monate, das zweite ebenfalls monatlich auf der Basis der Summe der jeweils letzten drei Monate, die dann auf ein Jahr hochgerechnet wurde.
Quelle

Quelle

Ausgehend von der Ueberlegung, dass eine Volkswirtschaft (und ihr Bankensystem), die permanent ein erhebliches Leistungsbilanzdefizit mit dem Rest der Welt unterhaelt, nur dann nicht trocken laeuft, wenn entweder die Notenbank dieser Volkswirtschaft permanent Zentralbankgeld mindestens in der Hoehe des Leistungsbilanzdefizits druckt, um so die Zahlungsfaehigkeit aufrecht zu erhalten, oder aber das zur Zahlung der Waren und Leistungen abfliessende Zentralbankgeld durch eine nachgelagerte Finanztransaktion in Form von Verkauf von Wertpapieren (z.B. triple A rated Treasury Notes u. Bonds) zurueck ins Land geholt wird, vermute ich, dass es sobald kein "Tapering" der FED geben wird.
Wie sinnvoll es ist, angesichts dieser Entwicklung Deutschland und inzwischen ganz Europa zur Generierung immer hoeherer Leistungsbilanzueberschuesse mit dem Rest der Welt (der in US$ zahlt) zu "motivieren", mag sich jeder selber ueberlegen.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Sonntag, 29. September 2013

Nebelkerzen der Bundesbank

Unter dem Titel "Weitere Zunahme des deutschen Auslandsvermögens" versucht die deutsche Bundesbank die Ursache dieser unbestreitbaren Tatsache u.a. mit folgenden Saetzen zu vernebeln:
"Der Anstieg ist in erster Linie auf die zunehmende finanzielle Verflechtung von Wirtschaftsunternehmen und Privatpersonen mit dem Ausland zurückzuführen."
" Dynamisch entwickelte sich die grenzüberschreitende Finanzverflechtung von heimischen Wirtschaftsunternehmen und Privatpersonen, zu denen auch Versicherungen und Investmentfonds (ohne Geldmarktfonds) gezählt werden. Sie steigerten ihre Netto-Auslandsposition 2012 gegenüber 2011 um 173 Mrd € auf 1.233 Mrd €."

SPON macht daraus bemerkenswerterweise diese Ueberschrift:
"Kapitalflucht wegen Mickerzinsen: Deutsche schaffen Vermögen ins Ausland"
Und loesst damit eine lebhafte und in Teilen bizarre Diskussion mit immerhin 70 Kommentaren aus, in der nur ein Kommentator gleich zu Anfang versucht, diese Nebelkerze als solche zu entlarven, indem er schreibt:
"Diese von SpOn beschriebene Nettoauslandsforderung hat mit niedrigen Zinsen nur am Rande zu tun, die Summe ist vielmehr das Ergebnis der exorbitanten Leistungsbilanzüberschüsse seit 2004......."
Ich finde, dieses Beispiel, bestehend aus Bundesbankmeldung, SPON Artikel und nachfolgender Diskussion, ist charakteristisch fuer die Art und Weise, wie in Deutschland Mehrheiten in Bezug auf ein sehr fragwuerdiges deutsches Geschaeftsmodell hinter die Fichte gefuehrt werden. Denn die Entstehung von Auslandsvermoegen ist die direkte Folge von Leistungsbilanzueberschuessen. Punkt. Dies mit "zunehmenden finanziellen Verflechtungen" zu umschreiben oder gar als Kapitalflucht zu bezeichnen ist grober Unfug.
Welche Ursachen die staendigen deutschen Leistungsbilanzueberschuesse haben und wie diese direkt zur Entstehung von Auslandsvermoegen fuehren lesen Sie hier 
und hier. Und wie sich die Gegenseite darstellt bzw. agiert, lesen z.B. hier und hier.

Sapere Aude!

Georg Trappe


P.S.: Und wie Sie verhoehnt werden, wenn Sie sich von "Verflechtungen" der Bundesbank und darauf aufbauenden Artikeln der "Qualitaetsmedien" hinter die Fichte fuehren lassen, lesen Sie hier.

Montag, 23. September 2013

The Day After

Eine, wie ich finde, sehr zutreffende Einordnung des Wahlergebnisses finden Sie bei Querschuesse..

"Wohl bekomm’s, mag man angesichts des Ergebnisses der Bundestagswahl ausrufen, eine Manifestation breiter Zustimmung, bei sogar höherer Wahlbeteiligung für über zwei Jahrzehnte stagnierende Reallöhne, einen ausgeprägten Niedriglohnsektor, ein krankes Exportmodell, mit immer höheren Leistungsbilanzüberschüssen und Kapitalexporten, im Gegenzug den maroden Straßen und Schulen in Deutschland, der Stagnation der Einzelhandelsumsätze und den viel zu schwachen Investitionen, den immer höheren Geldforderungen der deutschen Volkswirtschaft gegenüber dem Ausland und den Bankenrettungen, der Bankenunion, dem ESM usw.."
Sapere Aude!

Georg Trappe

Sonntag, 22. September 2013

Wahlsonntag

Allen denen es vielleicht wie mir ging, weil sie mit Stinkefinger Debatten und aehnlichen nicht relevanten Themen des "Wahlk(r)ampfes" nichts anfangen konnten, empfehle ich vor dem Urnengang noch die Lektuere dieser beiden Artikel:

http://www.querschuesse.de/bis-tagliches-devisenhandelsvolumen-bei-5345-billionen-dollar/

"Was für eine kranke Welt, nach den letzten verfügbaren Daten der WTO (World Trade Organization) für 2012 betrug das globale Exportvolumen von Waren und Gütern im Gesamtjahr 18,401 Billionen Dollar, diese Summe wird in weniger als 4 Tagen am internationalen Devisenhandel durch gehandelt und dieser Fakt steht für eine völlig von der realen Wirtschaft entkoppelten Finanzwelt. Diese Exzesse dokumentieren, dass es es faktisch keine Finanzmarktregulierung gibt, die diesen Namen verdient. Finanzexzesse entkoppelt von der Realwirtschaft erklimmen immer höhere Stufen der Leiter, der Staat, die Demokratie ist zum bloßen Statisten und Erfüllungsgehilfen von Banken, Hedgefonds und anderer spekulativer Akteure verkommen."

und

http://www.heise.de/tp/artikel/39/39916/1.html

"Nachdem die deutschen Unternehmen ihre aus der massiven Lohnzurückhaltung resultierten Gewinne nicht in Deutschland, sondern im Ausland investiert haben, sind darauf bislang Verluste in Höhe von rund 20 Prozent des deutschen Sozialprodukts angefallen"
Beide Artikel  stuetzen sich auf Veroeffentlichungen der BIZ.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Samstag, 10. August 2013

Spaetroemische Dekadenz

Werkvertraege mit 3,80 Euro pro Stunde  und  3.023 Euro Gewinn pro Auto. Das entspricht "lediglich" 7,1 Prozent vom Umsatz. Damit ist Mercedes Schlusslicht in der "Premiumklasse".

Quelle

Dafuer bekommt Herr Zetsche allerdings ueber 1000 Euro pro Stunde bei 52*168 Stunden pro Woche im Jahr. Und der macht ja nur die Drecksarbeit fuer die Eigentuemer*.

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Ein weiterer Hinweis darauf, auf welchem "Niveau" das "Leadership Team" am transatlantisch orientierten Standort Deutschland operiert (=den "Rest" veralbert), findet sich hier. Email made in Germany ist, wie De-Mail auch, ein schlechter Witz, da sie keine Ende zu Ende Verschluesselung liefert.
P.P.S.:*In welcher Groessenordnung die jaehrlichen Einnahmen der Eigentuemer einzuordnen sind, vermittelt diese kleine Uebersicht.